In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und steigender Anforderungen an Nachhaltigkeit und Digitalisierung rückt Retrofit als kostengünstige Alternative zur Neuanschaffung immer stärker in den Fokus. Die Modernisierung bestehender Maschinen und Anlagen verlängert nicht nur deren Lebensdauer, sondern ermöglicht auch den Sprung in die Industrie 4.0 bei deutlich geringerem Kapitaleinsatz als bei einer Neuinvestition.
Die Modernisierung bestehender Anlagen durch Retrofit verbindet Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und digitale Transformation.
Steigende Energiepreise, Fachkräftemangel und immer komplexere Lieferketten erhöhen den Druck auf produzierende Unternehmen. Viele Maschinenparks sind in die Jahre gekommen, funktionieren aber mechanisch weiterhin zuverlässig. Genau hier gewinnt Retrofit an Bedeutung: Die Modernisierung bestehender Anlagen verbindet Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und digitale Transformation. Unternehmen verlängern die Lebensdauer ihrer Maschinen, steigern Effizienz und Output und sichern ihre Wettbewerbsfähigkeit in einer Zeit, in der schnelle Anpassungsfähigkeit über Erfolg entscheidet.
Doch die Modernisierung von Bestandsmaschinen wirft auch rechtliche und technische Fragen auf: Wann wird aus einem Betreiber ein Hersteller? Welche Dokumentationspflichten gelten? Und wie lassen sich moderne Technologien wie KI und digitale Zwillinge in alte Maschinen integrieren? Unser umfassendes Dossier „Wettbewerbsfähig durch Retrofit“ beleuchtet diese und weitere Aspekte aus verschiedenen Perspektiven. Wir stellen Ihnen drei Beiträge daraus vor.
Dossier
Wettbewerbsfähig durch Retrofit
Das Dossier „Wettbewerbsfähig durch Retrofit“ erläutert, wie Unternehmen durch gezielte Retrofit-Strategien bestehende Maschinen und Produktionsprozesse optimieren können, um sie an moderne technologische und regulatorische Bedingungen anzupassen. Retrofit steht für die gezielte Modernisierung bestehender Maschinenanlagen, um deren Lebensdauer zu verlängern, die Effizienz zu steigern und die Betriebssicherheit zu erhöhen. Dies umfasst sowohl industrielle Produktionsmaschinen als auch die infrastrukturelle Ertüchtigung von Verteilnetzen. Das Dossier finden Sie hier.
Wenn der Betreiber zum „Hersteller“ wird
Mit der neuen EU-Maschinenverordnung 2023/1230, die am 20. Januar 2027 in Kraft tritt, ändern sich die Spielregeln grundlegend. Jens Müller, zertifizierter Sachverständiger für Maschinensicherheit, macht auf eine Tatsache aufmerksam, die vielen Maschinenbetreibern nicht bewusst ist: Wer seine Maschine im Rahmen eines Retrofits modernisiert, wird formell zum Hersteller und ist damit von den neuen Regelungen betroffen.
Entscheidend ist der Begriff der „wesentlichen Veränderung“ im Artikel 18 der MVO, so Müller. Diese liegt vor, wenn eine „vom Hersteller nicht vorgesehene oder geplante physische oder digitale Veränderung einer Maschine oder eines dazugehörigen Produkts“ die Sicherheit beeinträchtigt, indem eine neue Gefährdung entsteht oder sich ein bestehendes Risiko erhöht.
Der Experte empfiehlt einen proaktiven Ansatz: Betreiber sollten sich frühzeitig mit den Anforderungen auseinandersetzen und bei Unsicherheit externe Unterstützung hinzuziehen. Müller: „Wir raten jedem KMU dazu, im Safety-Segment lieber mehr zu tun als zu wenig.“
Wirtschaftliche Lösungen für eine effiziente Industrie
Wie Unternehmen mit politischen und regulatorischen Anforderungen Schritt halten
Jens Müller wird zu diesem Thema auch auf dem Retrofit Innovation Day am 25./26. März in Würzburg referieren. Freuen Sie sich außerdem auf weitere Retrofit-Themen von Schneider Electric, Murrelektronik oder Phoenix Contact. Der Retrofit Innovation Day beleuchtet die entscheidenden Vorteile von Retrofit-Lösungen in der modernen Industrie.
Wie wertvoll präventive Diagnose-Features sein können, zeigt ein Praxisbeispiel aus der Dämmstoff-Produktion. Ein Glaswollehersteller kämpfte mit wiederkehrenden Problemen im Notaus-Kreis seiner Anlage. Die Folge: Produktionsstillstände und erheblicher Ausschuss, da die Anlage erst wieder hochgefahren werden musste.
Gemeinsam mit HMR Automatisierung und dem Netzwerkspezialisten Indu-Sol wurde das Kommunikationsnetzwerk der dreistufigen Ringstruktur im Zuge eines Retrofits grundlegend überarbeitet. Der Clou: Der Einsatz von Diagnose-Switches der Promesh P-Serie, die in Verbindung mit der Analyse-Software Promanage millisekundengenaue Aufzeichnungen der Netzwerkkommunikation ermöglichen.
Dino Kovacic, Leiter IT bei HMR, zeigt sich begeistert: „Die Diagnose-Features, die Promesh Switches liefern, sind aus meiner Sicht konkurrenzlos auf dem Markt. Alternative Lösungen bieten weder eine Ableitstrom- oder Leitungsqualitäts-Messung noch sonstige Diagnosefeatures.“ Bereits während der Wiederinbetriebnahme wurde ein kritischer Fehler entdeckt: eine Leitung mit einer Leitungsqualität unter 30 Prozent, verursacht durch einen falsch aufgelegten Schirm bei einem selbstkonfigurierten Kabel.
Das System ermöglicht es nun, potenzielle Fehlerursachen frühzeitig zu erkennen und in einfache Instandhaltungstätigkeiten umzuwandeln. Das ist ein entscheidender Vorteil für die Stabilität des Produktionsprozesses.
Digitaler Zwilling für 60 Jahre alte Fräse
Dass Retrofit auch mit Maschinen möglich ist, die bereits mehrere Jahrzehnte im Einsatz sind, beweist ein beeindruckendes Projekt der Smart Factory KL. Eine 60 Jahre alte Fräse von „Friedrich Korradi“, die mit ihrem grünen Schlaglack und ihren 1,5 Tonnen Gewicht einen eigenen, altmodischen Charme versprüht, wurde durch Retrofitting ein modernes Arbeitsgerät mit CNC-Steuerung und einem digitalen Zwilling.
Andreas Wagner von der RPTU Kaiserslautern-Landau hat mit diesem Projekt gezeigt, dass Digitalisierung nicht zwingend die Anschaffung neuer Maschinen erfordert. Der digitale Zwilling übernimmt dabei zentrale Funktionen eines CAM-Systems: Er kalkuliert Kosten, Energiebedarf und Trajektorien, führt Machbarkeitsprüfungen durch und optimiert den gesamten Produktionsprozess.
Stand: 08.12.2025
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Die „Skillmill“ kann Rechteck- und Kreistaschen fräsen, ohne dass eine aufwändige Programmierung nötig ist. Die Software erkennt Geometrien direkt aus dem CAD-Design. Über eine OPC UA-Schnittstelle ist sie in vernetzte Fertigungslandschaften integrierbar. Ein entscheidender Vorteil: Die Skillmill kann sich in digitale Marktplätze einbinden und ihre Fähigkeiten als Dienstleistung anbieten.
Wagner, der zu dem Thema Skills promoviert, sieht Retrofitting als günstige Option, um neueste Technologien mit alten Maschinen zu verbinden. Das Projekt zeigt exemplarisch, wie bestehende Maschinenparks mit Retrofitting und digitalen Technologien zukunftsfähig gemacht werden können.
Retrofit ist Zukunft und jetzt der richtige Zeitpunkt dafür
Ob aus wirtschaftlichen Gründen, wegen gesetzlicher Anforderungen oder zur Erschließung digitaler Potenziale: Retrofit-Projekte gehören heute zu den wirkungsvollsten Hebeln der Transformation.
Die vorgestellten Beiträge sind nur ein Ausschnitt aus unserem umfassenden Dossier „Wettbewerbsfähig durch Retrofit“, das Sie kostenlos hier abrufen können. Dort finden Sie weitere praxisnahe Berichte über KI-gestützte Prozessüberwachung, energieeffiziente Heizlösungen, Steuerungssystem-Retrofits und vieles mehr.
Für alle, die noch tiefer in das Thema einsteigen möchten, bietet der kommende Retrofit Innovation Day die ideale Plattform für Austausch und Vernetzung. Experten aus Industrie und Forschung präsentieren Best Practices, diskutieren rechtliche Rahmenbedingungen und zeigen konkrete Umsetzungsstrategien auf. Sichern Sie sich jetzt Ihren Platz und profitieren Sie vom geballten Know-how der Retrofit-Community!