Retrofitting Wie eine 60 Jahre alte Fräse zum modernen digitalen Arbeitsgerät wird

Quelle: Smart Factory KL 1 min Lesedauer

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Retrofitting ist mit mehr Maschinen möglich, als viele Unternehmer denken. Durch intelligente Nachrüstung kann nicht nur die Lebensdauer bewährter Maschinen verlängert, sondern auch ein entscheidender Wettbewerbsvorteil in der Fertigungsbranche geschaffen werden.

Andreas Wagner promoviert zu dem Thema Skills und sieht Retrofitting als günstige Option, um neueste Technologien mit alten Maschinen zu verbinden. (Bild:  www.alexandersell.de / Smart Factory KL)
Andreas Wagner promoviert zu dem Thema Skills und sieht Retrofitting als günstige Option, um neueste Technologien mit alten Maschinen zu verbinden.
(Bild: www.alexandersell.de / Smart Factory KL)

Grüner Schlaglack, 1,5 Tonnen schwer – auf den ersten Blick eine typische Vertreterin der Maschinenparks deutscher Mittelständler. Doch die Fräse von „Friedrich Korradi“ hat laut einer Mitteilung der Smart Factory KL eine Transformation durchlaufen, die sie zum Vorbild für die Produktion der Zukunft macht. Durch Retrofitting, eine CNC-Steuerung und einen digitalen Zwilling wurde aus einem betagten Arbeitsgerät eine hochmoderne Skillmill mit Industrie 4.0-Integration.

Skill-basierte Fertigung als Effizienz-Booster

Andreas Wagner von der RPTU Kaiserslautern-Landau hat mit diesem Projekt gezeigt, dass Digitalisierung nicht zwingend die Anschaffung neuer Maschinen erfordert. Seine Vision: Bestehende Maschinen durch intelligente Nachrüstung für moderne Fertigungsmethoden nutzbar machen. Der Schlüssel dazu liege im digitalen Zwilling, der Fertigungsprozesse nicht nur simuliert, sondern aktiv optimiert. Die Skillmill kann Rechteck- und Kreistaschen fräsen, ohne dass eine aufwändige Programmierung nötig ist – die Software erkennt Geometrien direkt aus dem CAD-Design.

Der digitale Zwilling übernimmt zentrale Funktionen eines CAM-Systems, heißt es weiter. Er kalkuliert Kosten, Energiebedarf und Trajektorien, führt Machbarkeitsprüfungen durch und optimiert so den gesamten Produktionsprozess. Über eine OPC UA-Schnittstelle ist die Skillmill in vernetzte Fertigungslandschaften integrierbar. Damit werde nicht nur der Zeitaufwand für die Fertigung reduziert, sondern auch die Ressourcenplanung verbessert.

Vorbild für Brownfield-Modernisierung

Das Projekt zeigt, wie bestehende Maschinenparks mit Retrofitting und digitalen Technologien zukunftsfähig gemacht werden können. Ein entscheidender Vorteil: Die Skillmill kann sich in digitale Marktplätze einbinden und ihre Fähigkeiten als Dienstleistung anbieten – ein Konzept, das in Initiativen wie Gaia-X oder Manufacturing-X weitergedacht wird. Dadurch könnten Produktionskapazitäten flexibel vernetzt und optimal genutzt werden.

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