Interview mit Safety Network International

Die Kombination von Safety und Automatisierung bringt viele Vorteile

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Safety-Ethernet wird gegenwärtig noch recht zaghaft an den Maschinen eingesetzt. Was muss hier noch getan werden und wie beurteilen Sie bei der funktionalen Sicherheit die zukünftige Entwicklung?

So kennen wir die Branche: Neue Technologien kommen dann zum Einsatz, wenn ein Nutzen für die jeweilige Applikation den Umstellungsaufwand rechtfertigt. Oder bei Unternehmen, die technologischen Fortschritt strategisch leben. Bei der Weiterentwicklung von Feldbus- auf Ethernet-Technologie sind wir noch nicht soweit, dass eine Technologie durch die andere abgelöst wird, vielmehr bestehen beide Möglichkeiten parallel. Für die Funktionale Sicherheit hat der Anwender mit Safetynet p die freie Wahl: Er kann die Funktionale Sicherheit zusammen mit der Automatisierung betrachten oder auch getrennt behandeln.

Welche besonderen Leistungsmerkmale bietet speziell Safetynet p – auch im Vergleich zu anderen Ethernet-basierten Systemen?

Safetynet p vereint Automatisierung und Sicherheit, und das von Anfang an. Andere Systeme haben dies erst nachgezogen, was einige Nachteile bringen kann. Safetynet p ist außerdem Kommunikations-Backbone eines verteilten Systems, arbeitet in Multimasterarchitektur und nach dem Producer-Consumer-Prinzip. Somit lässt es sich für modulare Maschinenkonzepte mit einem dezentralem Steuerungskonzept einsetzen. Es ist ein sicheres, ethernetbasiertes Feldbusprotokoll, hundertprozentig ethernetkompatibel und damit koexistenzfähig zu anderen Ethernet-Protokollen und Office-Ethernet. Dabei ist es voll routingfähig, ohne spezielle Netzwerkinfrastruktur zu benötigen. Und nicht zuletzt deckt Safetynet p den gesamten Bereich der Automatisierung ab von hochperformanten Motion Control Anwendungen bis hin zu großen, weitverzweigten Automatisierungsnetzwerken.

Noch ein Blick auf zukünftige Entwicklungen: Wie kann sich ein Nutzer von Ethernet-basierten Feldbussystemen auf das Thema Industrie 4.0 vorbereiten?

Da geht es zum Beispiel um den Aspekt dezentrale Intelligenz. Dezentrale Konzepte werden heute schon bei der Gestaltung von Maschinen und Anlagen angewendet. Das System Safetynet p basiert auf diesem Ansatz und auch Steuerungen mit Safetynet p-Schnittstelle unterstützen dieses Konzept. Deshalb ist dies ein erster Schritt in Richtung Industrie 4.0. Selbstverständlich ist dies nur der Anfang und die „Intelligenz“ wird mehr und mehr in dezentral verteilte Geräte wandern. Dies schon zu berücksichtigen - das ist aus meiner Sicht Vorbereitung auf die Smart Factory.

Als weiten Aspekt sehe ich die Security. Es ist heute bereits wichtig, sich damit auseinander zu setzen und für Industrie 4.0 wird das entscheidend sein.

Inwieweit entscheidend? Und welche Maßnahmen zur IT-Sicherheit in der Produktion empfehlen Sie dafür?

Vor allem ist Augenmaß gefordert. Das bedeutet, das Thema ernst zu nehmen, aber auch gewahr zu sein, dass einmalige Schnellschüsse nichts bringen außer Budget zu verschlingen. Vielmehr ist es wichtig, sich mit dem Thema zu beschäftigen, sich ein Bild der Situation im Unternehmen zu machen.

Grundlegend für alle Maßnahmen ist, dass das Management Kapazität in den Abteilungen freigeben muss, denn wirksame Security in der Produktion ist das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit. Unsere Nutzerorganisation erarbeitet in der Security Workgroup Empfehlungen zu konkreten Maßnahmen. Diese veröffentlichen wir in Form unserer „Security Bulletins“, verfügbar auf unserer Website.

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