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Interview mit Safety Network International

Die Kombination von Safety und Automatisierung bringt viele Vorteile

| Autor/ Redakteur: Ines Näther / Ines Stotz

Für Safety Network International e.V. ist das Jahr 2014 ein besonderes Jahr: Die Organisation für Automation und Maschinensicherheit, die aus dem ehemaligen Safetybus p Club hervorgegangen ist, feiert ihr 15-jähriges Jubiläum. Seit Beginn hat sie sich vor allem eins auf die Fahnen geschrieben, nämlich die Anlagen- und Maschinenautomatisierung sicherer zu machen. Elektrotechnik-Redakteurin Ines Näther hat sich über die aktuellen Entwicklungen kundig gemacht.

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Jochen Streib, Vorstandsvorsitzender der Safety Network International: „Grundlegend für alle Security-Maßnahmen ist, dass das Management Kapazität in den Abteilungen freigeben muss.“
Jochen Streib, Vorstandsvorsitzender der Safety Network International: „Grundlegend für alle Security-Maßnahmen ist, dass das Management Kapazität in den Abteilungen freigeben muss.“
(Bild: Safety Network International )

Herr Streib, 15 Jahre Safety Network International bedeutet gleichzeitig eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der Entwicklungsgeschichte von Safety in der Automatisierungswelt. Was waren die bedeutendsten Meilensteine?

Ganz zu Anfang waren Automatisierung und Safety grundsätzlich getrennt und Security war noch nicht erforderlich. Dann gab es zunächst Feldbusse und mit unserem Safetybus p im Jahr 1999 den ersten Feldbus für funktionale Sicherheit. Heute ist die Technologie der Feldbusse ethernetbasiert und Securitymaßnahmen sind unbedingt erforderlich. Für uns war in dieser Zeit vor allem die Standardisierung der Systeme Safetybus p und Safetynet p von wesentlicher Bedeutung.

2005 wurde Safetybus p zum SEMI-Standard. Um einen einheitlichen Standard für Feldbusse in der Branche zu schaffen, hatte die SEMI-Organisation eine umfassende Normenreihe entwickelt. Safetybus p war die erste sicherheitsrelevante SEMI-Norm für Sensorbustechnologie, die in diese Normenreihe aufgenommen wurde.

2010 wurde dann Safetyne tp internationaler Standard und innerhalb der IEC 61158 und IEC 61784-2 akzeptiert. Damit ist Safetynet p gleichzeitig offen gelegt und steht als Kommunikationslösung für Automatisierung und funktionale Sicherheit zur Verfügung.

Feldbus vs. Industrial Ethernet: Wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung von Safetynet p und Safetybus p?

Safetybus p hat schon lange einen festen Platz in den Applikationen gefunden und wird weiterhin in vielen Applikationen eingesetzt, auch in Neuapplikationen. Seit wenigen Jahren beobachten wir einen deutlichen Zuwachs bei Safetynet p, immer mehr Anwender nutzen damit die Vorteile der neuen Technologie, der ethernetbasierten Systeme. Und das wird so weitergehen – schließlich bringt Safetynet p viele Vorteile durch die Kombination von Safety und Automatisierung. Und auch das zukunftsweisende, dezentrale Konzept für modulare Maschinen wird diese Entwicklung beschleunigen.

Daneben wird Safetybus p noch viele Jahre in den Applikationen zu finden sein und für sichere Kommunikation sorgen. Der Anwender hat die Wahl, das beste System für seine Applikation zu verwenden, woran auch immer er „das beste System“ festmacht. Diese gesamte Entwicklung vollzieht sich dabei eher langsam, das liegt unter anderem an den langen Lebenszyklen der Maschinen und Anlagen.

Welche Vorteile hat der Anwender generell vom Umstieg auf eine Ethernet-basierte Kommunikation und worauf sollte er aus Ihrer Sicht bei einem Wechsel achten?

Die Technologiebasis Ethernet bietet grundsätzlich eine hohe Flexibilität bei der Gestaltung der Kommunikation: Über Kabel, per Funk oder optisch. Zudem besteht eine große Freiheit bei der Gestaltung des Netzwerks. Außerdem besteht die Möglichkeit, vorhandene Kommunikationsverbindungen mit zu nutzen. Dabei ist eine fundierte Planung notwendig, um die Verfügbarkeit zu gewährleisten. Dazu gehört auch eine bewusste Abtrennung (Segmentierung) – auch wenn zum Beispiel ein Office-Netz und ein Produktionsnetz einfach gekoppelt werden können. Eine gezielt geplante Trennung hilft, ungeplante Rückwirkungen zu vermeiden.

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