Fachmesse Die SPS 2024 zwischen Ungewissheit und Hoffnung

Von Sandro Kipar 2 min Lesedauer

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In turbulenten Zeiten hat sich die Branche der Automatisierer in Nürnberg getroffen. Auch wenn bei vielen Ausstellern die wirtschaftliche Stimmung gedrückt ist, überwiegt der Optimismus.

Mehr als 50.000 Fachbesucher waren auf der SPS 2024 in Nürnberg.(Bild:  Mesago Messe Frankfurt GmbH / Arturo Rivas Gonzalez)
Mehr als 50.000 Fachbesucher waren auf der SPS 2024 in Nürnberg.
(Bild: Mesago Messe Frankfurt GmbH / Arturo Rivas Gonzalez)

Eine Woche voller guter Gespräche und Produktankündigungen geht zu Ende. Die 33. Ausgabe der SPS in Nürnberg konnte laut den Veranstaltern 51.300 Besucher in die Messehallen locken. Damit konnte die SPS den positiven Trend der Besucherzahlen weiter fortführen: 2023 waren es noch 50.000 Besucher. Lediglich bei den Ausstellern mussten die Veranstalter wenige Abstriche machen. Mit 1.114 Ausstellern wurde die Zahl vom vergangenen Jahr (1.299 Aussteller) knapp verfehlt.

Bei den Ausstellern selbst fiel das Zwischenfazit am zweiten Messetag gemischt aus. Während viele von guten Fachgesprächen und spannenden Projekten berichteten, vermissten einige den gewohnten Besucherandrang an ihren Ständen. Die gegenwärtige wirtschaftliche Lage hat einen Einfluss auf die Unternehmen, da Budgets für große Automatisierungsprojekte oft fehlen. Viele sind zurückhaltend in ihren Investitionen.

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Das sei aber laut einem Gesprächspartner immer noch Jammern auf hohem Niveau. Immer wieder ist auf den Messeständen zu hören, dass das Jahr 2024 für viele Unternehmen gut gestartet ist. Der Dämpfer kam erst im zweiten Halbjahr. Die Unsicherheit der politischen Entwicklungen in Deutschland bleibt jedoch ein großes Thema. Fragen zu der zukünftigen Wirtschaftspolitik und den potenziellen Auswirkungen der bevorstehenden Neuwahlen im Februar 2025 beschäftigen die Branche. Zudem wurde der Einfluss der USA und die mögliche Veränderung der Geschäftslage unter der Präsidentschaft von Donald Trump thematisiert. Bisher waren die Geschäfte mit den Vereinigten Staaten ein wichtiger Treiber für die Industrie.

„Wir müssen uns endlich zusammenreißen“

Ein genaues Stimmungsbild aus den Messehallen ist bei so viel Ungewissheit schwierig zu erfassen. Ein Geschäftsführer hebt hervor, dass die Unternehmen selbst aktiv werden müssen: „Wir müssen uns endlich zusammenreißen und nicht einfach darauf warten, dass die Politik uns rettet.“ Auch Jessica Bethune, Vice President Industrial and Process Automation DACH bei Schneider Electric, betonte: „Für die aktuellen Herausforderungen braucht es nicht unbedingt neue Erfindungen. Vieles ist schon da. Es hapert lediglich an der Umsetzung.“ Ähnlich sieht es auch Rainer Brehm, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Automation: „Nur wenn wir schnellstmöglich die vorhandenen Effizienzpotenziale durch Automation nutzen und digitale, vernetzte Lösungen wie Industrie 4.0 skalieren und Factory-X gemeinsam vorantreiben, schaffen wir positive Impulse für die Konjunktur.“ Bei Factory-X handelt es sich um ein digitales Ökosystem, mit dem Unternehmen mit ihren Daten arbeiten und handeln können, dabei aber nie die Souveränität darüber verlieren. Von der Politik fordert Brehm eine Effizienzwende. Die Unternehmen brauchen wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen und Planungssicherheit.

Für Planungssicherheit haben zumindest die Veranstalter der SPS schon vor dem Beginn der Fachmesse gesorgt: Der jährliche Termin des Branchentreffs kehrt zu seinem ursprünglichen Platz im Kalender zurück und findet im kommenden Jahr vom 25. bis 27. November in Nürnberg statt.

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