EtherCAT kann über große Distanzen vernetzen

Ein gemeinsamer Datenbus für Messtechnik und Automation

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Weshalb macht sich imc für EtherCAT stark und warum glauben Sie, dass EtherCAT der Standard für schnelle, verteile Messtechnik wird?

Dr.-Ing. Franz Hillenbrand, imc Messsysteme GmbH, Berlin, Gesellschafter und zugleich Entwicklungsleiter Systeme (Archiv: Vogel Business Media)

Hillenbrand: imc und ADDITIVE sind überzeugt, dass EtherCAT die Anforderungen an einen gemeinsamen Datenbus für die Messtechnik und Automatisierung perfekt erfüllt. EtherCAT verfügt über eine hohe Bandbreite und die Vernetzung kann über große Distanzen und unterschiedliche Topologien erfolgen. Man kann eine eventuell vorhandene Ethernet-Verkabelung nutzen. Die Datenübertragung ist deterministisch und präzise synchronisiert. Konfiguration und Datentransfer können gleichzeitig erfolgen. Nicht zuletzt lassen sich neben der Automatisierung und Messtechnik auch beliebige weitere Subsysteme, wie z.B. Versuchsdatenbanken oder Betriebsdatenerfassung über Gateways integrieren.

In welcher Form realisiert imc seine EtherCAT-Messgeräte

Metzger: Zur Erfassung der analogen Signale stehen bei imc Module mit EtherCat-Slave - Interface zur Verfügung. Je nach Anwendung können Messgrößen spezifische oder universelle Module eingesetzt werden.

Bei anderen Anforderungen bilden intelligente Messsysteme mit eigener Datenwandlung und Speicherung vollständig im Netzwerk integrierte Subsysteme. Die Möglichkeiten dieser aktiven EtherCAT-Slave Subsysteme liegen weit über denen eines reinen Datensammlers. Dank skalierbarer Rechenleistung erlaubt sie eine intelligente Vorverarbeitung, Verdichtung, Bewertung und Speicherung von Messdaten mit hoher Bandbreite und Dynamik. Das EtherCAT-Netz oder der Master werden nur mit den zur Automatisierung notwendigen Daten belastet. Das Messsystem wird somit zur konfigurierbaren Datenquelle.

Für flexible Erweiterungen kann man das Messsystem mit einem EtherCAT-Master ausrüsten werden. Mittels dieser Konfiguration kann der Anwender die gleichen Modultypen einsetzen wie das übrige EtherCAT und gleichzeitig die Vorteile des intelligenten Messsystems nutzen.

Wo liegen die Einsatzschwerpunkte der EtherCAT Messgeräte?

Hillenbrand: Bei verteilten Messaufgaben, bei denen es auf die schnelle, synchrone Erfassung von Messgrößen geht. Wir glauben aber auch, dass die Welt der Prüfstandsmesstechnik sich bei der Erfassung schneller Kanäle in Richtung EtherCAT bewegen wird. Hier haben wir bei Prüfständen für die Fahrzeugtechnik, bei der wir sehr gut etabliert sind, bisher nur positive Signale von unseren Kunden erhalten. Was uns hier besonders motiviert ist, dass nahezu alle Prüfstandskunden diesen Weg mitgehen möchten. Zumindest in Europa sind diese Kunden meist die Vorreiter, was Innovationen auf diesem Gebiet betrifft. Häufig folgen Bereiche außerhalb dieses Segments in einem weiteren Schritt.

Gibt es bei imc/ADD bereits realisierte Projekte und wie sind die Erfahrungen?

Metzger: Ja! Zusammen mit einem deutschen Automatisierer haben wir die ersten Schritte beim Einsatz unserer EtherCAT-Module bereits 2008 gemacht. Es handelte sich um einen Prüfstandsbau für Verbrennungsmotoren für einen großen deutschen Premiumhersteller. Die Erfahrungen beim Einsatz dieser Technologie, wo neben der Messung schnell veränderlicher Größen auch eine gleichzeitige, schnelle und komplexe Regelung erforderlich war, sind außerordentlich positiv. Hier hat sich unser Ansatz als voll praxistauglich bestätigt.

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