VDE-Studie

Elektroingenieure nach wie vor Gewinner auf dem Arbeitsmarkt

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Welche Arbeitsbedingungen sich junge Elektroingenieure wünschen

Elektroingenieure wünschen sich heute in erster Linie eine berufliche Tätigkeit, mit der sie sich identifizieren können. Sie wollen das Gefühl haben, etwas bewegen zu können und Neues zu lernen (mehr als 50 Prozent empfinden das als „sehr wichtig“). Weder die Möglichkeit des digital vernetzten Arbeitens noch Reisemöglichkeiten gelten als so erstrebenswert wie eine kollegiale, persönliche Arbeitsatmosphäre (8 und 9 Prozent zu 66 Prozent Zustimmung).

Ein wichtiger Wunsch der Young Professionals ist zudem, dass der Arbeitgeber eine langfristige Perspektive bietet. Ein überdurchschnittliches Gehalt und Internationalität werden als angenehm empfunden, haben aber keine Priorität. Hierarchien werden durchaus akzeptiert.

Das Gleichgewicht von Arbeit und Privatleben (Work-Life-Balance) spielt bei Männern und vor allem bei Frauen zwar eine wichtige Rolle, aber die Trennung von Geschäftlichem und Privatem ist in der gegenwärtigen Generation von Berufseinsteigern generell kein mehrheitlicher Wunsch mehr. Weder bei Frauen noch bei Männern.

Wechselbereitschaft hoch

Gut die Hälfte aller Young Professionals trägt sich mit dem Gedanken, in den kommenden drei bis fünf Jahren den Arbeitgeber oder den Tätigkeitsbereich zu wechseln: F&E, Projektierung und Engineering sind dabei die beliebtesten Tätigkeitsbereiche, in die es Wechselbereite zieht. Gut ein Viertel der Befragten möchte sogar die Branche wechseln. Die Bereitschaft, über Wechsel nachzudenken, ist bei Frauen um rund fünf Prozentpunkte geringer ist als bei Männern.

Für die meisten Wechselinteressierten sind Unternehmen mit 100 Beschäftigten und mehr dabei attraktiver als kleine Unternehmen. Nur wer bereits in einem kleinen Unternehmen arbeitet, hat auch eine höhere Neigung, wieder ein kleines Unternehmen zu wählen.

Zwei Drittel aller Young Professionals, die in Hochschulen beschäftigt sind, nutzen die Zeit für die Promotion und streben danach eine Karriere in einem Unternehmen an. Nur jeder Siebte möchte nach der Promotion an der Hochschule bleiben und strebt eine wissenschaftliche Karriere an.

Fast 40 Prozent haben bereits ernsthaft über Selbstständigkeit nachgedacht. Fünf Prozent haben ihre Selbstständigkeit sogar bereits durchgeplant und 13 Prozent halten es für wahrscheinlich, dass sie in den nächsten drei bis fünf Jahren ihre Absicht realisieren werden.

Dabei ist der Anteil der Frauen, die allgemein oder konkret darüber nachdenken, Unternehmerinnen zu werden, nur halb so groß ist wie bei Männern.

Acht von zehn möchten ins Ausland

Die Studie belegt ein hohes Interesse der Young Professionals, für eine kurze Zeit auch im Ausland berufliche Verantwortung zu übernehmen: 60 Prozent haben Interesse daran, für einen Zeitraum von bis zu drei Jahren ins europäische Ausland zu gehen, 23 Prozent könnten sich einen längeren Aufenthalt vorstellen.

Sieben von zehn würden gerne ein Arbeitsangebot in den USA annehmen. Asien ist für rund 50 Prozent der Befragten interessant. Die Bereitschaft ist dabei durchgängig dann am größten, wenn während des Studiums bereits Semester oder Praktika im Ausland absolviert wurden.

Beruflicher Anteil von Frauen in den Unternehmen

In den Unternehmen und Institutionen, in denen junge Ingenieure und Ingenieurinnen beschäftigt sind, liegt der Anteil der Frauen mit MINT-Ausbildung bei durchschnittlich 13 Prozent: In Hochschulen und Forschungsinstituten sind es 18 Prozent, in Unternehmen elf Prozent Bei den Führungskräften sind Frauen mit einem Anteil von knapp acht Prozent vertreten.

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