VDE-Studie

Elektroingenieure nach wie vor Gewinner auf dem Arbeitsmarkt

| Autor / Redakteur: David Franz / Sariana Kunze

VDE-Studie: Elektroingenieure benötigen wenig Bewerbungen fürden Berufsstart
VDE-Studie: Elektroingenieure benötigen wenig Bewerbungen fürden Berufsstart (Bild: Gerd Altmann_Shapes_AllSilhouettes.com_pixelio.de)

Weniger als fünf Bewerbungen, drei Vorstellungsgespräche und zwei Angebote: Keine andere Berufsgruppe blickt so positiv in die Zukunft wie junge Elektroingenieure. Sechs von zehn Befragten der VDE-Studie „Young Professionals“ sind sich sicher, eine deutlich bessere Perspektive zu haben als Juristen oder Betriebswirte.

Im Vergleich zu ihren Kommilitonen aus wirtschaftswissenschaftlichen oder juristischen Studiengängen fühlen sich Ingenieure der Elektro- und Informationstechnik deutlich besser gestellt. Neun von zehn Young Professionals beschreiben ihren Beruf als intellektuell herausfordernd, spannend und gesellschaftlich nützlich.

Für 80 Prozent der Befragten gewährleiste er Arbeitsplatzsicherheit und eine hohe Arbeitszufriedenheit (83 Prozent). Auch was die Entwicklungsmöglichkeiten und den Gestaltungsspielraum angehen, sehen sie sich Juristen und Wirtschaftswissenschaftlern gegenüber deutlich im Vorteil.

Der Trend ist eindeutig: Zwei von drei Hochschulabsolventen der Elektro- oder Informationstechnik benötigten weniger als fünf Bewerbungsschreiben. Im Durchschnitt stellten sie sich bei drei Arbeitgebern vor und wählten dann unter zwei Angeboten aus. Obwohl sie erst zwei bis drei Jahre ihrem Beruf nachgehen, haben 12 Prozent bereits Personalverantwortung.

28 Prozent erwarten, dass sie innerhalb der nächsten drei Jahre in eine entsprechende Position aufsteigen werden. Allerdings bemängeln 68 Prozent, dass Juristen und Wirtschaftswissenschaftlern mehr gesellschaftliche Anerkennung zuteil wird. Und das trotz der gesellschaftlichen Nützlichkeit, die knapp 90 Prozent der Befragten ihrem Beruf zuschreiben. Zudem empfinden sie ihre Gehälter als geringer als bei den beiden anderen Berufsgruppen.

Dabei lag das Anfangsgehalt der Befragten bei durchschnittlich 37.600 Euro. Frauen erhielten im Schnitt zehn Prozent weniger als Männer, FH-Abgänger zwölf Prozent weniger als Uni-Abgänger. In kleinen Unternehmen lag das Anfangsgehalt zehn Prozent niedriger als in Großunternehmen und Studienabgänger ohne Auslandserfahrung mussten mit 12 Prozent weniger Vorlieb nehmen. Allerdings verdienen die Elektroingenieure nach durchschnittlich zweieinhalb Jahren Berufstätigkeit im Mittel bereits 21 Prozent mehr als zu Beginn.

Familie wichtiger als Karriere

Familie und Privatleben sind für 90 Prozent der Young Professionals wichtiger als die Karriere. Zwar sind sie sich darüber im Klaren, dass eine Karriere nur möglich ist, wenn Abstriche beim Privatleben gemacht werden. Aber sie sehen sich beim Thema „Work-Life- Balance“ anderen Berufsgruppen gegenüber klar im Vorteil: Jeder zweite Young Professional ist überzeugt, dass seine Arbeitszeiten geregelter sind und dass Familie und Beruf besser miteinander zu vereinbaren sind als bei Akademikern mit juristischer oder wirtschaftswissenschaftlicher Ausbildung.

Trotzdem ist für drei Viertel aller Befragten der Beruf des Ingenieurs gelegentlich auch durch ständige Verfügbarkeit, häufige Überstunden oder Wochenendarbeit geprägt.

Ergänzendes zum Thema
 
Methodik

Teilzeitarbeit oder gar das Aussetzen für mehrere Jahre sind für die meisten keine Option. Für über 80 Prozent der befragten Frauen sind Auszeiten „einfach nicht machbar“. Fast 90 Prozent aller Befragten sind dennoch davon überzeugt, Familie und Beruf letztlich doch miteinander in Einklang bringen zu können.

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