40-Stunden-Woche?
Warum schlechte Produktivität ein Führungsproblem ist – und kein Zeitproblem

Von Christian Conrad, Christian Conrad Culture Development 6 min Lesedauer

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Anstatt die Stundenanzahl zu diskutieren, sollte auf die Energie, mit der gearbeitet wird, geschaut werden. Denn mit viel Energie lässt sich auch in wenig Zeit Erstaunliches leisten. Dies setzt jedoch voraus, dass sich Mitarbeiter mit ihrem Arbeitgeber emotional verbunden fühlen. Dazu braucht es Verbindung, Sinn, Wertschätzung und ein förderndes Umfeld.

Produktivität ist keine Frage der Dauer, sondern der Begeisterung der Mitarbeiter. Die Gestaltung von Energiequellen ist daher die wichtigste Aufgabe der Führungskräfte eines Unternehmens. (Bild: ©  Nuthawut - stock.adobe.com)
Produktivität ist keine Frage der Dauer, sondern der Begeisterung der Mitarbeiter. Die Gestaltung von Energiequellen ist daher die wichtigste Aufgabe der Führungskräfte eines Unternehmens.
(Bild: © Nuthawut - stock.adobe.com)

In der aktuellen Debatte um die Zukunft der Arbeit wird eines deutlich: Wir diskutieren zu eindimensional. Es geht fast ausschließlich um die Anzahl der Stunden, die Menschen arbeiten sollen. Viertagewoche oder 42-Stunden-Woche? Mehr Flexibilität oder Rückkehr zu alten Strukturen? Die Diskussion bleibt in der Zeitschablone gefangen. Was dabei völlig untergeht, ist die Frage nach der Qualität von Arbeit oder anders gesagt: nach der Energie, mit der gearbeitet wird. Denn nicht die Arbeitszeit ist der entscheidende Engpass, sondern das Engagement.

Engagement statt Präsenzpflicht

Wenn ich viel Energie habe, aber wenig Zeit, bin ich in der Lage, Erstaunliches zu leisten. Habe ich hingegen viel Zeit, aber wenig Energie, bleibt der Output bescheiden. Dieses Prinzip gilt nicht nur für Einzelpersonen, sondern für ganze Organisationen. Und es erklärt, warum das Thema „Engagement“ so entscheidend für die Zukunftsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandorts ist.