Eine Herausforderung im Engineering besteht heute darin, dass Konstrukteure mit der Geschwindigkeit des technologischen Fortschritts – auch bezogen auf die eingesetzten Softwaretools – Schritt halten müssen. Wie Eplan seine Anwender dabei unterstützt, erklärt Tom Wolff im Interview.
Mit dem Engineering Standard bündelt Eplan sein Know-how aus der Praxis und stellt Standardisierungsvorlagen, Applikationsbeispiele, Best Practices und Industry Samples zum Download zur Verfügung.
(Bild: VCG)
Herr Wolff, Projekte im Maschinen- und Anlagenbau werden immer komplexer und auch der Funktionsumfang von Software nimmt stetig zu. Können Anwender überhaupt noch mithalten?
Es ist eine Herausforderung, tatsächlich – gerade aufgrund der Schnelllebigkeit im Bereich der Elektrotechnik: also Trends, neue Themen und Produkte, die wieder neue Anforderungen mit sich bringen. Am Ende muss das Engineering in der Eplan Software umgesetzt werden, mit der wir die Ingenieure und ihre Themen bestmöglich unterstützen. Ich denke, hier ist eine Kombination ganz wichtig, die nicht zu unterschätzen ist. Einerseits muss die Software immer auf dem Stand der Technik sein und bestmöglich bei der Elektrokonstruktion unterstützen. Des Weiteren müssen Artikeldaten, beispielsweise im Eplan Data Portal, bereit stehen für das Engineering-System, mit allen relevanten Informationen. Zudem spielt nach wie vor der Ausbildungsgedanke eine große Rolle, denn die Vorteile eines Consultings/Trainings sind einfach nicht zu unterschätzen, um diese Aufgabenstellungen bestmöglich zu meistern.
Wie unterstützt Eplan seine Anwender?
Wir unterstützen unsere Anwender gleich an mehreren Stellen. Für Subscription-Kunden etwa ist unsere Software ja permanent auf dem aktuellen Stand. Jedes Jahr gibt es eine neue Version der Eplan Plattform, mit Features und Functions, die aktuelle Trends oder auch Workflows unterstützen. Auch die standardisierten Artikel-Daten in unserem Eplan Data Portal mit Daten von mehr als 300 Herstellern unterstützen Konstrukteure – also der perfekte Dreiklang durch Software, Engineering-Daten und Services wie Consulting. Nicht zu vergessen: Wir haben den Eplan Engineering Standard neu etabliert.
Über Tom Wolff
(Bild: Eplan - Valéry Kloubert)
Tom Wolff, Enthusiast, Weltenbummler und Macher. Mit tiefem Wissen im Maschinenbau gestartet, reiste er um den Globus, um Projekte zu realisieren. In seiner Rolle als „Head of Engineering Standard“ verbindet er für Eplan seit 2020 Technik, Kreativität und Leadership.
Was steckt hinter dem Eplan Engineering Standard?
Mit dem Engineering Standard bündeln wir unser Know-how aus der Praxis, übernehmen Verantwortung und stellen den Anwendern Daten in Form von Standardisierungsvorlagen, Applikationsbeispielen, Best Practices und Industry Samples zum Download zur Verfügung. Damit unterstützen wir sie, so schnell wie möglich mit der höchstmöglichen Wertschöpfung zu starten und reduzieren die Komplexität. In Kombination mit dem Eplan Data Standard, den es ja schon ein paar Jahre gibt, schaffen wir so Mehrwerte für die User. Man startet also mit der ersten einfachen Standardisierung in Eplan.
Seit wann gibt es den Engineering Standard?
Wir sind ungefähr vor zwei Jahren mit ersten Ideen und Content gestartet und haben diese über die Eplan-Cloud veröffentlicht. Heute arbeiten wir mit einem stark wachsenden, internationalen Team aus der Praxis daran, die Inhalte global auszubauen.
Warum ist Ihnen der Standard so viel Aufwand wert?
Wir wollen damit einen Mehrwert für unsere Kunden liefern und zugleich „Enabler“ bzw. Partner sein. Dafür liefern wir ihm ready-to-use-Beispiele und erste, einfache Standardisierungen als Vorlage – mit vorgedachten Lösungen für den schnellen Einstieg. Auch mit unseren Kunden sind wir direkt im Wissensaustausch, was mich persönlich sehr begeistert. Wir freuen uns über das Engagement von Kundenseite und wertschätzen diese Art von Zusammenarbeit enorm.
Wie ist die Idee eigentlich entstanden?
Wir haben immer wieder – sei es durch Kontakte zu Kunden, zum Consulting, Support oder Vertrieb - die Frage nach Beispielen gehört. Und natürlich gab es auch immer ein Demo-Projekt, das mit der Software ausgeliefert wird. Aber oft sind klassische Demo-Projekte wie die eierlegende Wollmilchsau, um damit eine große Zielgruppe zu erreichen bzw. die Softwarefunktionen verfügbar zu machen. Wir wollten mit dem Engineering Standard einfach mehr: mehr Daten, praxisgerechte Aufgabenstellungen, Impulse liefern und konkrete Lösungen anbieten. Zugleich aber auch den Eintritt in das Eplan System bestmöglich unterstützen, einfache Standardisierungen fördern und anfallende initiale Aufwände minimieren.
Stand: 08.12.2025
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Unser Ziel ist es, den Anwendern einfach noch mehr zu bieten als die bereits etablierten Lösungen und Services. Das ist wirklich unsere Maxime: Mehrwerte schaffen, so dass jeder Kunde ab der ersten Sekunde der Projektierung die Eplan Journey genießt und auf dem gesamten Weg optimal unterstützt wird.
Wo findet der Anwender die Informationen aus dem Engineering Standard?
Aktuell finden die Anwender das noch in unserer Cloud unter www.eplan.com als Webpräsenz. Geplant ist jedoch eine sukzessive Erleichterung des Zugriffs: In der kommenden Eplan Plattform 2024 ist schon ein Button in der Bedienoberfläche integriert, der den User dahinführt, wo die Daten gedownloadet werden können. Perspektivisch wollen wir das immer mehr verschmelzen lassen, sodass der User die Beispieldaten direkt aus seiner Engineering-Umgebung heraus nutzen kann.
Und welche Informationen findet er aktuell?
Einfach gesagt: Eplan Projekte mit begleitenden Daten! Aktuell gibt es dazu verschiedene Arten von Content. Zum einen bieten wir dem interessierten Anwender Standardisierungsvorlagen. Das ist eine entscheidende Hilfe: Wenn er ein neues Projekt beginnt, braucht es zunächst eine Projektvorlage. Meist muss man sich diese erst selbst erarbeiten nach den eigenen Anforderungen. Genau das liefern wir ihm: Ein Basisprojekt sozusagen, basierend auf den einschlägigen Normen (wie IEC oder NFPA) und den Eplan typischen Einstellungen. Etwa 80 Prozent der Standards sind damit schon vorgedacht - als Empfehlung - sodass der User sofort starten kann. Auswählen, herunterladen, starten ist die Devise! So beginnt der Anwender im Grunde seine erste einfache Standardisierung. Wenn der Konstrukteur mag, kann er diese Empfehlung in eigene Projekte übernehmen und transferieren.
In der höchsten Stufe bieten wir auch ganze Industrie-Beispiele, die typische Aufgabenstellungen aus verschiedenen Branchen spiegeln. Der große Vorteil hier ist, dass so auch über den eigenen Tellerrand hinausgeschaut werden kann. Muss ein Konstrukteur im Maschinenbau beispielsweise eine komplexe Aufgabenstellung umsetzen, dann hilft es, sich hier schon Beispiele anzuschauen. Wie tickt die Branche? Was muss ich beachten? Wie könnte hier konstruiert werden? Gibt es relevante Normen oder ähnliches? Diese Fragen lassen sich anhand der Industry Samples mit Impulsen durch die konkreten Beispiele schnell beantworten.
Welche Industrie-Beispiele gibt es im Moment?
Derzeit gibt es zum Beispiel ein Projekt aus dem Bereich Building Automation – hier geht es um Heizung, Lüftung, Klima. Dort erhält man ein durchengineertes Projekt mit einer typischen Vorplanung nach VDI. Integriert sind auch Schaltpläne in Eplan Electric P8 inklusive digitalem Zwilling eines 3D-Schaltschranks in Pro Panel. Das kann man sich alles anschauen und auf dieser Basis das eigene Projekt erstellen. Und zur diesjährigen SPS in Nürnberg wollen wir ein Industrie-Beispiel für das Thema Energy launchen – ein viel diskutiertes Thema derzeit. Konkret geht es um ein Projekt im Bereich Mittelspannung, also eine reale Trafostation.
Woher stammen die Daten für die Industrie-Beispiele?
Die Daten stammen zu 100 Prozent aus der Praxis, da ist nichts von uns erfunden. Die Impulse für die Umsetzung von solchen Projekten entstehen im engen Kontakt mit Experten aus den jeweiligen Bereichen, die ebenfalls aktiv dort mitwirken. Unser Anspruch ist, dass man das Projekt theoretisch sofort umsetzen könnte – also einfach starten, Artikel bestellen, ins Rittal Innovation Center übergeben und den Schaltschrank zum Beispiel fertigen lassen.
Am meisten profitieren sicher Neukunden von diesem Service, oder?
Absolut – neue User profitieren, weil sie schnell produktiv mit der Software arbeiten können. Aber selbst Bestandskunden, die durch alle Eplan Versionen mit uns gegangen sind, profitieren. Schließlich lernt man nie aus. Auch wenn sie sich ihre Standardisierungsvorlagen vielleicht selbst hart erarbeitet haben, so finden sie häufig in diesen Beispielen doch einen guten Tipp.
Apropos Neukunden – wo startet die Unterstützung von Eplan?
Bei unserem Installationsleitfaden „Guided Installation“. Denn die Software, also die Eplan Plattform, muss installiert werden. Und auch hier haben wir uns die Frage gestellt, wie wir hier unsere Kunden unterstützen können. Schließlich haben wir einen Installations-Leitfaden entwickelt, der zeigt, wie die Implementierung idealerweise funktioniert. Er holt den User am Anfang ab, hilft mit den ersten Schritten im Rahmen der Installation und zeigt den einfachen Weg auf, damit im Nachgang kein Stress entsteht und zum Beispiel die große Korrektur startet. Auch dieser Guide basiert auf dem Know-how aus dem gesamten Professional Service, also aus Consulting, Support und Training. Zusätzlich unterstützen dort auch Teams aus dem Bereich der Softwareentwicklung und Qualitätssicherung.
Abschließend interessiert mich noch, wie das Feedback ist?
Da unser Team im Professional Service angesiedelt ist, reden wir viel mit Kunden, aber auch internen Kollegen, und das Feedback ist durchweg positiv, auch international. Auch hören wir, dass Anwender sich an neue Aufgabenstellungen oder Branchen trauen, weil sie jetzt verstehen, wie diese nun gelöst werden bzw. wie in bisher fremden Branchen gearbeitet wird. Das heißt, sie sehen, welche Planung, welche Arbeitsweise, welche Strukturierung, welche normativen Vorgaben eine Aufgabenstellung oder Branche verlangt und können mitgehen. Letztlich ist es ein Engineering-Projekt bzw. Schaltplan, in dem ein Anwender direkt nachvollziehen kann, auch durch Begleitdokumente oder Daten, wie er es mit Eplan umsetzen kann. So eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten.
Vielen Dank für das Gespräch!
Das Thema im Podcast
Eplan auf der SPS Smart Production Solutions 2023: Halle 3C, Stand 301.