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Ersatzteile kommen aus dem "3D-Drucker"

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Nichts desto trotz gibt es physikalische Grenzen

Größere Geräte und mehrere Laser. Doch wie weit kann es die Technologie tatsächlich schaffen? „Bezüglich der Laser und vor allem der nötigen Abkühlzeiten gibt es physikalische Grenzen. Dennoch arbeiten wir daran, uns dem maximal Machbaren möglichst weit anzunähern“, sagt Ursus Krüger. „Die Geräte werden in Zukunft noch größer werden und mehrere Laser gleichzeitig einsetzen können. Das wird den ganzen Vorgang deutlich beschleunigen, so dass sich auch die Produktion sehr großer Teile lohnen kann.

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Die besten Anwendungschancen des Additive Manufacturing sieht Krüger vor allem im Servicebereich. Bei großen Industrieanlagen kostet jede Minute Ausfallzeit viel Geld. Geht also etwas kaputt, müssen die nötigen Ersatzteile so schnell wie möglich zum Einsatzort transportiert werden. „Stellen Sie sich vor, ein Kunde von Gasturbinen müsste einfach nur beim nächstgelegenen lokalen Siemens-Service ein Ersatzteil bestellen. Der lokale Dienstleister bräuchte nur das Datenpaket abzurufen und würde das Teil vor Ort in einer eigenen Laser-Anlage herstellen“, sagt Krüger. „Keine Transportkosten für Ersatzteile aus einer weit entfernten Zentrale. Minimale Ausfallzeit während der Produktion des Teils. Keine umfangreiche Lagerhaltung von Ersatzteilen beim lokalen Service, weil nur die digitalen Blaupausen gespeichert werden müssen. Auf diese Weise könnte Siemens über seine lokalen Service-Stellen einen weltweiten Kundenkreis kostengünstig und umweltschonend mit Ersatzteilen versorgen.“

Ersatzteile on demand produzieren

Ersatzteile beliebiger Größe „on demand“ und weltweit abrufbar, ohne dafür eine eigene Produktionsstraße einrichten zu müssen – nur eine Laserschmelzanlage, bedient von ein bis zwei Technikern. Regelmäßige Service-Updates mit neuen Blaupausen für beliebig viele Teile, per E-Mail aus der Zentrale. Das klingt noch nach Zukunftsmusik. Doch sobald die Geräte die nötige Größe und Schnelligkeit erreicht haben, drängen sich solche Anwendungsbeispiele förmlich auf. Und die globalen Anstrengungen – ob bei Unternehmen wie Siemens und Boeing, Geräteherstellern wie EOS oder neu entstehenden Forschungsnetzwerken wie dem NNMI – lassen auf eine rasche Entwicklung hoffen.

Doch bei aller Euphorie tun sich auch neue Herausforderungen auf. „Gerade der Datenschutz wird in den kommenden Jahrzehnten im Bereich des Additive Manufacturing einen großen Stellenwert bekommen“, glaubt Ursus Krüger. „Die firmeneigenen Datenpakete – elektronische Blaupausen – müssen vor Raubkopierern geschützt werden.“ Denn wenn jedes erdenkliche Bauteil von jeder ausreichend großen Anlage hergestellt werden kann, braucht ein professioneller Fälscher nur noch eines: die Daten.

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