Halbjahresbilanz Fachkräftemangel trotz Jobabbau – VDMA fordert Reformen am Arbeitsmarkt

Quelle: VDMA 1 min Lesedauer

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Obwohl es ermutigende Signale in der Wirtschaft und am Arbeitsmarkt gibt, entspannt sich die Situation in der Industrie nicht. Der VDMA sieht die Politik in der Pflicht.

Die Zahl der Beschäftigten im Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland ist weiter rückläufig. (Bild: ©  Stockfotos-MG - stock.adobe.com)
Die Zahl der Beschäftigten im Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland ist weiter rückläufig.
(Bild: © Stockfotos-MG - stock.adobe.com)

Im deutschen Maschinen- und Anlagenbau hat sich der Beschäftigungsabbau im ersten Halbjahr 2025 fortgesetzt. Laut VDMA waren zum 30. Juni 2025 rund 1,01 Millionen Menschen in Betrieben mit mehr als 50 Mitarbeitenden beschäftigt – zwei Prozent weniger als im Vorjahr. Zwar zeigen aktuelle Konjunkturzahlen leichte Entspannungstendenzen, doch eine Trendwende ist nicht in Sicht. „Unsere Branche steht unter erheblichem Druck. Insbesondere die hohe weltweite Unsicherheit und die damit verbundene Investitionszurückhaltung, aber auch der Strukturwandel und der globale Wettbewerbsdruck stellen die Unternehmen zunehmend vor Herausforderungen“, so VDMA-Chefvolkswirt Johannes Gernandt. Besonders kleinere und sehr große Unternehmen denken aktuell über eine Aufstockung ihrer Belegschaften nach, doch der Beschäftigungssaldo bleibt negativ.

Trotz sinkender Zahlen bleibt der Fachkräftemangel eine zentrale Herausforderung, heißt es weiter. Laut Ifo-Institut sind 23 Prozent der Unternehmen weiterhin durch fehlendes Personal in ihrer Produktion eingeschränkt. Zudem wird in den kommenden zehn Jahren mehr als ein Viertel der Belegschaft in Rente gehen. Der VDMA fordert daher ein höheres Renteneintrittsalter, schnellere Anerkennungsverfahren für ausländische Fachkräfte und die Aufhebung des Zeitarbeitsverbots.

Auch der Strukturwandel drängt: Digitalisierung, KI und neue Absatzmärkte etwa in den ASEAN-Staaten oder Lateinamerika sollen Zukunftschancen eröffnen. Gleichzeitig mahnt der Verband Reformen am Arbeitsmarkt an. „Die drängendste politische Aufgabe ist es, die Sozialabgaben zu senken. Wir benötigen ein wettbewerbsfähiges Niveau, maximal 40 Prozent, um Beschäftigung anzureizen. Jeder Prozentpunkt darüber macht den Standort unattraktiver und gefährdet Arbeitsplätze“, sagt VDMA-Experte Fabian Seus. Politik und Industrie müssten jetzt gemeinsam handeln, um den Standort Deutschland zu sichern.

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