Suchen

Hannover Messe 2014

Festo präsentiert aktuelle Projekte aus dem Bionic Learning Network

Seite: 2/3

Firmen zum Thema

E-Motion-Spheres – Kollisionsfreies Bewegen autonomer Systeme im Raum

Kreuz und quer schweben acht weiße Kugeln über den Köpfen ihrer Betrachter, ehe aus den Zufallsbewegungen eine sortierte Formation entsteht. Plötzlich löst sich eine der Kugeln und die anderen folgen ihr wie Perlen an einer Schnur. Die perfekte Linie geht in eine geflogene Sinuskurve über, bis die Kugeln einen Kreis bilden. Diese Flugmanöver sind Teil einer aufwendigen Choreographie der diesjährigen Flugobjekte E-Motion-Spheres.

Mit den E-Motion-Spheres zeigt Festo, wie mehrere Objekte dank vielfältiger Vernetzung kollisionsfrei im dreidimensionalen Raum koordiniert werden. Zehn im Raum installierte Kameras erfassen die Kugeln über deren aktive Infrarotmarker (Infrarot-LEDs) und leiten die Positionsdaten an einen zentralen Leitrechner weiter. Die berechneten Aktionen werden an die Objekte zurückgesandt und dort dezentral umgesetzt. Auf dem Rechner liegen vorprogrammierte Pfade, die den Kugeln beim Formationsflug ihre Bahnen vorgeben. Dank zusätzlich hinterlegten Verhaltensmustern können sich die Kugeln aber ebenso autonom durch den Raum bewegen. Selbst in chaotischen Situationen kommt es zu keinen Zusammenstößen, da sie einander ausweichen. Die Kugeln lassen sich auch einzeln vom Menschen steuern und sind durch ihre Prozesssicherheit, den konsequenten Leichtbau und die nachgiebigen Propeller sicher und einfach zu bedienen.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 11 Bildern

Erkenntnisse aus den Arbeiten zum Bionic-Opter flossen in Konstruktion ein

In die Konstruktion der adaptiven Propeller flossen die Erkenntnisse aus den Arbeiten zum Bionic-Opter aus dem Jahr 2013 ein. Die Entwickler führten das Flügelprinzip der künstlichen Libelle weiter und übertrugen es auf die einzigartigen Antriebe der Kugeln. Die Antriebe sind adaptiv, sorgen für den gleichen effizienten Schub in Vorwärts- wie in Rückwärtsrichtung. Jede der acht Kugeln hat einen Durchmesser von 95 cm und ist mit Helium gefüllt. Da die Kugeln regelmäßig und autonom ihre Ladestationen ansteuern, können sie über mehrere Tage als Flugobjekt eingesetzt werden, ohne dass ein Mensch eingreifen muss.

Zur Funktionsüberwachung von kleinen Robotern oder Fahrzeugen

Mit der Installation E-Motion-Spheres und dem damit umgesetzten Indoor-GPS (Global Positioning System) diskutiert Festo Aspekte der Fabrik der Zukunft, wie die sichere und intuitive Mensch-Maschine-Interaktion oder das autonome und anpassungsfähige Verhalten von technischen Systemen, die jederzeit kontrollierte Eingriffe des Menschen zulassen und damit neue Perspektiven für den Arbeitsraum der Zukunft schaffen. Im Bereich der Logistik könnte das System zur Funktionsüberwachung von kleinen Robotern oder Fahrzeugen dienen. Auch eine Nutzung als Leitsystem ist denkbar – ob für Besucher auf Messen, in Museen oder bei großen Indoor-Veranstaltungen.

(ID:42629998)