Nachgefragt: 3 Experten zum Thema Packaging

Flexibilität und Sicherheit sind das A und O in der Verpackungstechnik

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Die Anbieter von Verpackungsmaschinen müssen also eine zunehmende Zahl von Forderungen ‚unter einen Hut bringen‘ – um etwa auch der enormen Variantenvielfalt gerecht zu werden. Wie lässt sich das lösen? Und wie findet man dabei ein Gleichgewicht zwischen Leistung und Preis?

Roland Schricker, Industriemanager Verpackungstechnik bei Leuze Electronic
Roland Schricker, Industriemanager Verpackungstechnik bei Leuze Electronic
( Leuze Electronic)

Roland Schricker: Neue Maschinenkonzepte zum Beispiel mit automatischen Formatumstellungen werden den Einsatz von IO-Link forcieren. Somit ist gerade im Sensorbereich IO-Link ein Schwerpunkt. Durch den Lückenschluss, die Kommunikation auf den „letzten Meter“ zum Sensor auszudehnen werden sich zunehmend Anwendungen automatisieren lassen, für die heute noch manuelle Einstellarbeiten notwendig sind. Ein großer Vorteil ist dabei, dass die Maschinen bedienerunabhängiger werden und reproduzierbare Einstellwerte haben. Abrufbare Speicherwerte, wie beispielsweise bei unseren Kontrastsensoren, tragen durch die erzielbare Zeitersparnis dazu bei, wirtschaftliche Lösungen zu schaffen – vor allem, wenn man wirklich die Gesamtkosten im Auge hat. Auch bei unseren messenden Lichtvorhängen nutzen wir IO-Link heute bereits erfolgreich.

Dr. Peter Velling, Produktmanager Power-Drive-System bei Lenord+Bauer
Dr. Peter Velling, Produktmanager Power-Drive-System bei Lenord+Bauer
( Lenord+Bauer)

Dr. Peter Velling: Automatisierung ist kein Selbstzweck. Neue Technologien müssen sich am Ende über eine Effizienzsteigerung bezahlt machen. Die große Herausforderung von Industrie 4.0 ist für uns der Mangel an einheitlichen Industriestandards.

Ein Lösungsansatz hierfür ist unser Power-Drive-System, mit dem wir manuelle Zustellachsen automatisieren. Wir müssen diverse Feldbussysteme anbieten, um sie in unterschiedliche Anlagensteuerungen integrieren zu können. Gleichzeitig dürfen wir die Marktpreise nicht überschreiten. Daher verwenden wir steckbare Feldbusmodule, die flexibel austauschbar sind. Auf diese Weise erreichen wir eine hohe Variantenvielfalt zu einem konkurrenzfähigen Preis.

Als Trend lässt sich daraus die Verwendung von Baugruppen sowie ein professionelles Gleichteile- und Komponenten-Management ableiten.

Steffen Hönlinger, Leiter Marketing bei K.A. Schmersal
Steffen Hönlinger, Leiter Marketing bei K.A. Schmersal
( Schmersal)

Steffen Hönlinger: Hier gibt es – wiederum aus Sicht der Maschinensicherheit – zahlreiche Lösungen, aus denen die Verpackungsmaschinenbauer auswählen können. Das Spektrum reicht von neuen Baureihen elektromechanischer und elektronischer Sicherheits-Schaltgeräte über besonders flexibel einsetzbare optoelektronische Schutzeinrichtungen bis zu Systemlösungen, die eine durchgängige Kommunikation von der Feldebene über die sicherheitsgerichtete Steuerung bis zur Maschinensteuerung sicherstellen.

Beim Thema Kosten setzt sich immer stärker die Lebensdauerbetrachtung durch. Wenn der Maschinenbauer einige Euro mehr in ein intelligentes System der Maschinensicherheit investiert, das sich optimal in die Arbeitsabläufe einfügt und damit Taktzeiten verkürzt oder Stillstandszeiten minimiert, hat sich diese geringe Mehrinvestition in sehr kurzer Zeit amortisiert.

Ein weiterer Trend, der sich aus der zunehmenden Komplexität ergibt, ist der Wunsch nach kompetenter Beratung. Unsere Safety Consultants werden immer häufiger in die Entwicklung von Maschine eingebunden, oder sie beraten den Anwender bei der sicherheitstechnischen Optimierung vorhandener Maschinen. Und dies weltweit.

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