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Generation Burnout – Mit Vollgas vor die Wand

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Arbeit bis zum Anschlag und darüber hinaus

Die Krux ist, dass sich die Möglichkeiten der persönlichen Entwicklung sich mit der Zunahme von Komplexität in unserer Welt des 21. Jahrhunderts potenzieren. Das ist faszinierend und gefährlich zugleich. Es öffnet uns eine Menge Türen, denn nie zuvor waren Information so leicht zugänglich, war Kommunikation so einfach und waren Entfernungen so kurz. Und diesem Raum füllen wir nur zu gern mit engagierter Arbeit aus – oft bis zum Anschlag und darüber hinaus.

Signale wahrnehmen

Es wird Zeit, eben wieder auf den inneren Takt zu hören, achtsam auf die Signale zu achten. Denn die gibt es: Ständiges Rotieren im Job, gepaart mit Erschöpfung, Schlafstörungen, leichter Reizbarkeit und körperlichen Symptomen, die individuell so verschieden sein können, dass sie eben in keine medizinische Klassifizierung hinein passen.

Wie kann die Prophylaxe aussehen? Hier sind einige Fragen, die Sie sich stellen könnten:

  • Haben Sie ständig das Gefühl, mit Ihren Aufgaben nicht fertig zu werden und fühlen Sie sich häufig überfordert?
  • Fühlen Sie sich oft „neben der Bahn“ und meinen, eher getrieben zu sein, als dass Sie Dinge wirklich steuern?
  • Sind Sie zeitlich und gedanklich sehr stark auf Ihre Aufgaben fokussiert und haben Sie wenig Zeit auszuspannen?
  • Verspüren Sie oft eine innere Unruhe, sind Sie häufiger gereizt oder sogar aggressiv?
  • Zeigen sich bei Ihnen körperliche Symptome wie die oben genannten oder sind Sie in letzter Zeit häufiger krank als gewöhnlich?
  • Treten Ihre realen, gelebten sozialen Kontakte in Ihrem Privatleben hinter Ihren Job zurück? Und empfinden Sie Ihre sozialen Kontakte als unterstützend und wertschätzend?
  • Und wenn ich Sie fragen würde, wie viel Sie sich tatsächlich körperlich bewegen und wie viel Sport Sie tatsächlich treiben, fiele es Ihnen dann schwer, eine ehrliche Antwort zu geben?
  • Wenn Sie einmal darüber nachdenken würden, wann Sie sich zuletzt so richtig wohl gefühlt haben und den Eindruck hatten, mit sich selbst im Reinen zu sein und in Ihrem Leben mindestens ebensoviel Energie zu gewinnen, wie Sie aufwenden, müssten Sie dann lange nachdenken?

Wenn Sie sich bei der Beantwortung dieser Fragen ganz gut wiedererkennen, dann könnte es vielleicht hilfreich sein, etwas zu ändern – vorausgesetzt Sie wollen sich und Ihrer Gesundheit etwas Gutes tun.

Dabei kann es nicht darum gehen, Belastungen grundsätzlich zu vermeiden. Herausforderungen zu meistern sind ja das Salz in der Suppe unseres Lebens. Es geht vielmehr und die Frage, wie Sie mit Belastungen stressfreier umgehen können.

Auswege

Selbstachtsamkeit ist eine wichtige Voraussetzung für physische und psychische Gesundheit. Zu Selbstachtsamkeit gehört neben der Fähigkeit Grenzen zu erkennen, auch den Mut diese zu setzen. Sich selbst und anderen. Entspannung und Bewegung sind wichtige Phasen, um Stress abzubauen. Daneben ist soziale Vernetzung ein wichtiger Faktor für eine ausgeglichene Lebensweise. Wohlgemerkt: Damit sind nicht virtuelle Netzwerke wie Twitter, Facebook und Co. gemeint, sondern reale Kontakte im wirklichen Leben. Von Angesicht zu Angesicht.

Letztlich geht es immer wieder darum, was Aaron Antonowsky in seinem Entwurf der Salutogenese beschrieben hat: Die Frage ist nicht, wie wir Symptome kurieren können, sondern die Frage ist, wie wir unser Leben - zu dem auch unsere Arbeit gehört - so gestalten, dass wir Belastungen als handhabbar, verstehbar und sinnvoll begreifen können. Dann gelingt es uns nämlich, ein inneres Gleichgewicht zu erhalten. Das bedeutet: Kontrolle herstellen, irritierende Komplexität reduzieren, Multitasking zurückfahren, Orientierung zurückzugewinnen und vor allem, die Sinnhaftigkeit unseres Tun noch im Auge haben.

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