Neue Ethernet-basierte Steuerungsgeneration Generationenwechsel bei JetWeb – vernetzt, kompakt und skalierbar
Die Steuerungstechnologie JetWeb steht für Ethernet-basierte Automatisierungstechnik. Deren Einführung Anfang dieses Jahrtausends war der Beginn der Ethernet-Revolution weltweit. Doch JetWeb steht nicht nur für Ethernet. Die Programmierung mit der Sprache JetSym STX und die nahtlose Integration der Antriebstechnik bis hin zur Bahnsteuerung sind mindestens ebenso von Bedeutung. Jetzt kommt die zweite Generation von JetWeb an den Markt — vernetzter, kompakter und leistungsfähiger.
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„Jetzt ist es um Klassen leichter, ein Automatisierungsprojekt zu realisieren“, erklärt Jens Peter Tomaschko, Produktmanager bei Jetter. Was er meint, begann bereits auf der Hannover-Messe 1999, wo der mittelständische Steuerungshersteller verkündete, in Zukunft auf Standard-Ethernet zu setzen — und damit eine Menge Aufmerksamkeit in der gesamten Branche erregte. „Danach folgte eine langjährige Diskussion, was alles damit nicht geht, doch wir haben uns seit dem erfolgreich darauf konzentriert alle Applikationen auf Standard-Ethernet aufzubauen“, sagt Vorstand Martin Jetter.

So hat das Ludwigsburger Unternehmen in den letzten zehn Jahren die vollständige technologische Basis dafür entwickelt: „Wir sind nun komplett bei unserem Jetweb-Konzept angekommen und haben unsere ursprüngliche Philosophie verwirklicht.“ Mit JX3 präsentiert Jetter nun die nächste Generation an Steuerungen und Erweiterungsmodulen, die sich durch ihre Skalierbarkeit, Modularität und komfortable Handhabung auszeichnen. Alle drei Steuerungen haben exakt dieselbe Bauform und werden mit derselben Programmiersprache programmiert. Zudem sind eine Vielzahl von Erweiterungsmodulen für digitale und analoge Signalverarbeitung sowie für die Verarbeitung von Temperatursignalen ebenso ein Teil des Automatisierungssystems.
Hochsprachennahe Programmierung mit STX
Eine Eigenschaft zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Konzept: Die Integration aller Automatisierungsfunktionen in ein System mit nur einer Programmiersprache. Dabei erfolgt die Programmierung der Steuerungssysteme von Jetter mit der auf Strukturiertem Text basierenden Sprache JetSym STX.
Der Strukturierte Text bietet Funktionen einer Hochsprache und eignet sich somit sehr gut für den steigenden Bedarf an Software für Prozessbeschreibung und Datenverwaltung. So soll sich in der Steuerungstechnik immer mehr die Erkenntnis durchsetzen, dass ausschließlich Hochsprachen dazu in der Lage sind die modernen Anforderungen an die Steuerungs- und Antriebstechnik zu erfüllen. Schon vor Jahren haben sich die Ludwigsburger entschieden, ihre bereits in den achtziger Jahren entwickelte Klartext-Hochsprache mit Multitasking in Richtung Strukturierter Text weiter zu entwickeln.
Drei Steuerungen — eine Technologie
Die Steuerungen JetControl 340, 350 und 360 haben exakt dieselbe Baugröße bei einer Modulbreite von 50 mm, die passenden Erweiterungsmodule weisen jeweils eine Breite von 25 mm auf. Ergänzt wird die Familie durch zwei Busköpfe, für eine weitere Dezentralisierung. Für die Anbindung an Ethernet-Netzwerke steht ein Ethernet-Buskopf mit einem 2-Port-Switch zur Verfügung. Dadurch ist sowohl der Aufbau von sternförmigen Netzwerkstrukturen, als auch die Verkettung zu einem Liniennetz möglich. Die IP-Adressvergabe erfolgt statisch über einen Dipschalter auf der Backplane oder dynamisch, etwa über DHCP. Das Modul ermöglicht synchrone Kommunikation über Ethernet zwischen Steuerungen der JetControl-Familie und der dezentralen E/A-Station.
Das Einsteigermodell JetControl 340 ist die kostenoptimierte Einstiegslösung mit dem sich bis zu drei Achsen steuern lassen. Das leistungsstärkere JetControl-350 kann bis zu acht Achsen ansteuern. Die High-End-Steuerung JetControl 360 schließlich bietet eine integrierte Bahnsteuerung für bis zu 24 Achsen. Alle Systeme haben keine Summenbegrenzung bei den digitalen EAs.
Skalierbarkeit bei Soft- und Hardware

Die Steuerungen sind durch die identische Bauform und die Softwarekompatibilität optimal skalierbar. Baut ein Maschinenbauer, innerhalb eines Maschinentyps, Maschinen unterschiedlicher Ausbaustufen und Größe, dann kann er problemlos zwischen diesen drei Steuerungen migrieren. Bei der Hardwareplanung müssen also praktisch keine Veränderungen vorgenommen werden. Alle drei Steuerungen lassen sich mit derselben Software und Programmiersprache programmieren.
Vernetzte Angelegenheit

Zentrales Kommunikationsmedium ist Ethernet-TCP/IP. Die Steuerungen und der Ethernet-Busknoten haben mit ihrem integrierten Switch jeweils zwei Ethernet-Ports. Damit lassen sich Linientopologien aufbauen. Zudem bietet der zweite Port die Möglichkeit die Steuerung zur Laufzeit zu programmieren und zu diagnostizieren während sie sich im Steuerungsnetzwerk befindet. Zusätzlich verfügen sie über eine serielle und eine CAN-Schnittstelle. Ein SD-Karten-Slot ist bei den Steuerungen JetControl 350 und 360 Standard und bei JetControl 340 optional vorhanden. Mit Hilfe der SD-Karte können Daten ausgetauscht und Software aktualisiert werden.
Erweiterungsmodule für alle Fälle

Das JX3-System bietet diverse digitale Ein- und Ausgangsmodule. Für die Prozess- und Messtechnik sind verschiedene analoge und Temperaturmodule verfügbar. Weitere Module, beispielsweise ein Zähler, sind aktuell in Entwicklung. An einen Buskopf, CAN oder Ethernet, lassen sich jeweils acht Erweiterungsmodule anschließen, mittels eines Spannungsversorgungs-Moduls sogar bis zu sechzehn Module. So können E/A-Stationen mit bis zu 256 digitalen Ein- und Ausgangskanälen gebildet werden.
Vielfältige Diagnosemöglichkeiten
Das JX3-System verfügt über viele Diagnosemöglichkeiten: So lassen sich etwa die Kommunikation zur Steuerung und zum Buskopf, die Betriebssystem-/Firmwareversion, Anzahl und Status der angeschlossenen Module, Versorgungs-, Sensor- und Aktorspannungen sowie das elektronische Typenschild überwachen.
Damit hat der Anwender umfangreiche Diagnosemöglichkeiten, die er auch mittels Fernwartung dezentral vornehmen kann. Die Vernetzung mit Ethernet schafft einen durchgängigen Zugriff auf alle Steuerungen und Busknoten im Netzwerk.
Hochsprachennahe Programmierung

Das kann die auf Strukturiertem Text basierende Sprache JetSym STX:
- Syntax des Strukturierten Texts (ST), bei gleichzeitiger Berücksichtigung anderer Hochsprachen,
- flexible Softwareerstellung mit mehr Möglichkeiten gegenüber der klassischen Steuerungsprogrammierung,
- optimale Unterstützung der Prozessprogrammierung,
- ablauforientiert mit Multitasking,
- Programmupdates zur Laufzeit,
- strukturierte Fehler- und Ausnahmebehandlung,
- String-Befehle,
- Arithmetik-Befehle,
- Dateibefehle,
- modulares Programm-Design,
- Eventhandling,
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