Sicherheitszuhaltung Geschlossen, aber nicht verriegelt

Redakteur: Reinhard Kluger

Bei den neuesten Generationen von Sicherheitszuhaltungen schafft die integrierte Elektronik die Voraussetzung zur Realisierung zusätzlicher Funktionen. Dafür gibt es inzwischen zahlreiche Beispiele. Das aktuellste: Für einen Hersteller von Laserbearbeitungsanlagen hat die Schmersal Gruppe eine Variante des AZM 200 entwickelt, die auch die Schutztürstellung „Geschlossen, aber nicht verriegelt“ sicher erkennt.

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Schmersal entwickelte ein neues Schaltgerät im Dialog mit dem Maschinenbauer. Dieser stellt Anlagen her, die mit dem Laser u.a. Kfz- Innenraumkomponenten aus Kunststoff schneiden, schweißen oder veredeln. In der Betriebsart „Einrichtbetrieb“ betritt ein Servicetechniker durch eine Schutztür den Gefahrenbereich der Anlage, um den (feststehenden) Laser bzw. den Roboter, der die Bauteile zuführt, zu justieren. Dabei muss ausgeschlossen werden, dass der Pilot-Laserstrahl im Fehlerfall nach außen dringt, weil er durch ein Metallteil umgelenkt wird. Deshalb ist es erforderlich, dass der Mitarbeiter die Schutztür hinter sich schließt. Zugleich muss sichergestellt sein, dass keine zweite Person den Gefahrenbereich betritt bzw. dass beim Öffnen der Schutztür die Anlage abgeschaltet wird.

Sicherheitszuhaltung modifiziert

Um diese Anforderungen zu erfüllen, wurde bei früheren Maschinengenerationen zusätzlich zur Sicherheitszuhaltung ein Sicherheitssensor angebracht, der die Schutztürposition „Geschlossen und nicht verriegelt“ abfragt. Die Konstrukteure des Maschinenbauers suchten nach einem einfacheren, integrierten Weg der Absicherung. Die Ingenieure im Application Center von Schmersal konnten diese Aufgabe durch die Modifikation der Sicherheitszuhaltung AZM 200 lösen.

Das Sicherheits-Schaltgerät, dessen Basisversion der Maschinenbauer seit einigen Jahren zur Absicherung von Schutztüren für begehbare Gefahrenbereiche einsetzt, bietet u. a. den Vorteil, dass man keinen zweiten, prinzipverschiedenen Sicherheitsschalter benötigt. Zudem ist kein zusätzlicher Türgriff erforderlich, weil alle Funktionen in zwei kompakten Baueinheiten zusammengefasst sind.

Targets separat auswerten

Bei der Normalversion des AZM 200 wird über jeweils einen berührungslosen CSS-Sensor die Position der Türstellung und des Betätigers abgefragt. Nur wenn beide Targets erkannt sind, werden die beiden Sicherheitsausgänge freigeschaltet. Bei der neuen Variante mit der Bezeichnung AZM 200 D werden die beiden Targets separat ausgewertet, und jedem Target sind zwei Sicherheitsausgänge zugeordnet.

Im Einrichtbetrieb wird nur das Tür-Target abgefragt, so dass die Anlage bei angelehnter Tür eingerichtet werden kann. Im Normalbetrieb hingegen werden beide Targets – Türerkennung und -betätigung – ausgewertet. Durch diese Modifikation lassen sich zwei Sicherheitsfunktionen mit einem einzigen Sicherheits-Schaltgerät realisieren.

Separater Drücker entfällt

Der praktische Nutzen für den Anwender der Laser-Anlagen besteht darin, dass der Service-Monteur jederzeit den Gefahrenbereich verlassen kann, weil die Tür nicht verriegelt ist. Zugleich kann sich kein zweiter Monteur Zugang in den Gefahrenbereich verschaffen: Wenn er die Tür öffnet, geht die Laseranlage sofort in den sicheren Zustand. Damit sind alle Sicherheitsanforderungen erfüllt, und der Maschinenbauer kann auf weitere Komponenten wie z.B. einen separaten Drücker verzichten: Das vereinfacht die Montage, senkt Kosten und sieht auch einfach gut aus.

SPS/ IPC/DRIVES 2011 Halle 9, Stand 460

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