Dehnungssensoren sind eine intelligente Alternative zur Kraftmessung, besonders bei großen Kräften. Sie sind deutlich leichter in Maschinen und Anlagen zu integrieren und von Blechbearbeitung bis Thermopressen vielseitig einsetzbar. Wo bringen diese Kraftmesser den größten Nutzen?
Dehnungssensoren können in vielen Fällen eine intelligente Alternative zur konventionellen Kraftmessung sein.
Kräfte misst man mit einem Kraftsensor – ist doch klar. Oder? Tatsächlich ist das nicht so offensichtlich, wie es auf den ersten Blick scheint. Denn Dehnungssensoren können in vielen Fällen eine intelligente Alternative zur konventionellen Kraftmessung sein. Gerade bei großen Kräften sind sie oft die kosteneffizientere und leichter integrierbare Alternative.
Kraftmessung mit Kraftsensoren
Kraftmessung ist in vielen industriellen Anwendungen eine gängige Methode, um Maschinen und Anlagen zu überwachen. Kraftsensoren messen den Pressdruck in der Blechbearbeitung, die Belastung der Lager an Förderanlagen, die Kräfte zwischen Walzen und vieles mehr. Für zahlreiche Anwendungen sind Kraftsensoren die richtige Lösung. Bei höheren Kräften ab 10.000 Newton, die auch größere und teurere Kraftsensoren erfordern, können aber Dehnungssensoren aus verschiedenen Gründen die bessere Wahl sein (welche dies sind, lesen Sie unten im Abschnitt „Vorteile Dehnungsmessung gegenüber Kraftmessung“).
Im Gegensatz zu Kraftsensoren, die man direkt in den Kraftfluss installieren muss, sind Dehnungssensoren einfach an das beanspruchten Maschinenteil montiert. Ein Dehnungssensor ermittelt also nicht die direkt einwirkende Kraft, sondern erfasst die Verformungen, die bei der Belastung einer Maschinenstruktur auftreten. Dabei misst er die Dehnung zwischen den Aufschraubflächen. Aus dieser Dehnung kann die Kraft abgeleitet werden, da die beiden Größen proportional zueinander sind.
Bei großen Kräften verschaffen die kompakten und schnell installierten Dehnungssensoren Anwendern enorme Vorteile. Die aufschraubbaren Dehnungssensoren von Baumer z.B. sind einfach zu montieren und können kleinste Dehnungen im Mikrometerbereich abgreifen. Sie werden mit Standardschrauben fest auf dem Bauteil fixiert und sind nach der Installation sofort einsatzbereit.
Anwendung sind kaum Grenzen gesetzt
Wo können Dehnungssensoren wie der DST53/76 von Baumer konventionelle Kraftsensoren ersetzen oder Kraftmessung erst ermöglichen? Die Anwendungsmöglichkeiten gehen weit über den Werkzeugmaschinen- und Anlagenbau hinaus und erstrecken sich über zahlreiche Branchen und Applikationsbereiche. Dehnungssensoren liefern beispielsweise bei der Regelung der Haltekraft, der Prozessüberwachung oder der Blechdickenmessung schnell aussagekräftige Messergebnisse. Dank der miniaturisierten Bauform ermöglicht der Baumer DST20 die Messung von großen Kräften selbst bei limitierten Platzverhältnissen.
Auf einen Blick
Smarte Dehnungssensoren – digital oder analog
Dehnungssensoren von Baumer liefern nicht nur präzise Messdaten, sondern sind aufgrund der IO-Link Schnittstelle sehr flexibel einsetzbar und bieten weiteren anwenderfreundlichen Zusatznutzen:
Steuerungsanbindung digital direkt über IO-Link oder mit analogen Ausgängen möglich
Das Messsignal kann optimal auf die Messaufgabe skaliert werden
Bestmögliche Maschinenperformance durch Zusatzfunktionen wie Maximalwertspeicher, Sample & Hold, Filter oder Signal-Komparatoren
Einfache Inbetriebnahme und Parametrierung mit der intuitiv zu bedienenden PC-basierten Software Baumer Sensor Suite
Auslesbare Zusatzdaten ermöglichen schnelle Diagnose und Zustandsüberwachungen.
Nachfolgend einige Beispiele, bei denen mit Dehnungssensoren von Baumer Kräfte smart und präzise gemessen werden:
Biegeprozesse können mit Dehnungssensoren überwacht und zu Qualitätszwecken protokolliert werden
Stanzkräfte überwachen, um frühzeitig eine Abnutzung der Form- und Stanzwerkzeuge zu erkennen, beliebte Anwendungen sind Thermopressen oder Stanz- und Prägemaschinen
In Fügeprozessen überwachen Dehnungssensoren kontinuierlich die Kraft, damit die erstellte Verbindung die hohen Anforderungen an Stabilität und Langlebigkeit erfüllt
Die Anpresskraft etwa an Schweißzangen für Roboter beim Aluminiumschweißen.
Weitere Beispiele für den Einsatz von Dehnungssensoren:
Zur Werkzeugüberwachung lassen sich die aufgezeichneten Messdaten eines Dehnungssensors nutzen, um die Abnutzungen von Komponenten zu erkennen oder Maximalbelastungen auszulesen
In Haltevorrichtungen überwachen Dehnungssensoren die Kraft, mit der das Material fixiert wird. Somit kann es mit maximaler Geschwindigkeit bewegt werden, ohne dass es verrutscht oder Abdrücke darauf entstehen.
Die Lastüberwachung können Dehnungssensoren übernehmen, etwa an führerlosen Gabelstaplern, wo sie anzeigen, ob sich die Ladung während der Fahrt ändert.
Buchtipp
Die Sensortechnik ist eine Schlüsseltechnologie für das Messen, Steuern und Regeln von mechatronischen Systemen in der Automatisierung. Das Buch „Industriesensorik“ beschreibt anwendungsbezogene Fehleranalysen von Messsystemen, Sensoren und Sensorsystemen, jeweils ergänzt durch vollständig durchgerechnete Anwendungsbeispiele. Techniker und Ingenieure finden hierin Ideen und Lösungsansätze für ihre tägliche Arbeit.
Durch Überwachung der Bauteilbelastung vermeiden Dehnungssensoren frühzeitige Ausfälle wegen Überbeanspruchung von Maschinenkomponenten
Den Pressdruck messen, etwa in Wurst-Abfüllmaschinen. Mit Hilfe von Dehnungssensoren werden die Verschlussclips exakt so stark verpresst, dass sie dichthalten, aber die Wursthaut nicht verletzen
Für die Schwingungsdämpfung, etwa bei großen Autobetonpumpen, liefern robuste Dehnungssensoren das Basissignal
Bei der automatischen Blechdickenmessung werden mit den hochempfindlichen Dehnungssensoren Abweichungen der Blechdicke detektiert und kompensiert. Die Sensoren erkennen exakt den Touch-Down-Punkt, also den Moment, wenn der Werkzeugstempel das Blech berührt und die Biegekraft ansteigt. Das stellt jederzeit die höchstmögliche Winkelgenauigkeit des Werkstückes sicher.
Vorteile der Dehnungsmessung gegenüber Kraftmessung
Dehnungssensoren können bei höheren Kraftbereichen und großen Konstruktionen die bessere Wahl sein als Kraftsensoren. Als wichtigste Vorteile haben sich im Praxisalltag diese Punkte herausgestellt:
Keine aufwändige Bauteilanpassung: Bei der direkten Kraftmessung muss der Sensor dort sitzen, wo die Kraft einwirkt. Um den Sensor zu integrieren, muss das Bauteil daher aufwendig angepasst werden. Ein aufschraubbarer Dehnungssensor dagegen lässt sich deutlich einfacher integrieren und ist schneller einsatzbereit. Warum? Die Kraft wird nicht direkt im Kraftfluss gemessen, sondern aus der Oberflächendehnung des beanspruchten Maschinenteils ermittelt. Der Dehnungssensor wird einfach ohne weiteren Umbau auf der Oberfläche des entsprechenden Bauteils im Kraftnebenfluss aufgeschraubt
Schneller einsatzbereit: Weil ein Dehnungssensor einfach an der passenden Stelle aufgeschraubt wird, ist er schneller einsatzbereit als ein Kraftsensor, der immer Konstruktionsaufwand erfordert.
Ein einziger Sensor für unterschiedliche Bereiche: Dehnungssensoren decken aufgrund des Messprinzips mit nur einem Sensor unterschiedliche Kraftbereiche ab. Man kann – anders als bei Kraftsensoren – mit dem gleichen Dehnungssensor die Presskraft bei kleinen und großen Pressen messen, obwohl die Kräfte der verschiedenen Pressen deutlich variieren
Geringere Kosten bei gleicher Leistung: Die Messwerte von Baumer Dehnungssensoren sind so genau wie die von Kraftsensoren. Zugleich können die Kosten von Dehnungssensoren je nach Größe des entsprechenden Kraftsensors deutlich geringer ausfallen. Ab Messwerten von 20 kN wird der Sensorkörper des Kraftsensors grösser als ein Dehnungssensor. Bei beispielsweise 400 kN ist das mechanische Teil um ein mehrfaches teurer als ein Dehnungssensor. Dehnungssensoren sind aufgrund des geringeren Materialaufwands darum auch ressourcenschonender
Langlebig: Baumer Dehnungssensoren sind wie Kraftsensoren dauerfest
Einfache Funktionstests möglich: Bei bestehenden Maschinen oder neuen Projekten können einfach erste Funktionstests durchgeführt werden für die spätere Serienintegration.
* Stefan Brönnimann ist Business Unit Leiter Kraft-/Dehnungssensoren bei Baumer
(ID:49194051)
Stand: 08.12.2025
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