Im Interview: Industrie 4.0-Startup Cybus

Herr der Daten bleiben: Die Alternative zur klassischen Cloud

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Aber wie werden die Daten transportiert? Welche Hardware-Komponente setzen Sie ein?

Wir sind ein reines Softwareunternehmen. Die Connectware, die wir entwickeln, wird in der IT von Anlagenbetreibern installiert und bietet nach unten – also in Richtung Feldebene – einige Standardschnittstellen, z.B. Modbus TCP, OPC UA, MQTT, mit denen moderne Geräte kommunizieren können. Allerdings sind wir auch auf Gateway-Partner angewiesen, die viele Bus-Protokolle über eine Schnittstelle bündeln können. Dabei ist wichtig, dass sich das Hardware-Gateway mit unserer Connectware austauschen kann. Momentan arbeiten wir mit Anybus von HMS und Mica von Harting zusammen.

Spielt Open Computing bei Ihrer Plattform eine Rolle?

Ja, in der Tat. Unsere Plattform baut auf ein modulares Framework namens Docker auf. Dabei handelt es sich um eine Technologie, die es ermöglicht, skalierfähige und modulare Systeme einfach in verschiedene Umgebungen einzubinden.

Wo liegen die Vorteile von Cybus?

Viele Komponentenhersteller haben das Problem, dass sie nicht an die Daten ihrer Geräte herankommen und deshalb nicht die Services anbieten können, die sie gerne anbieten würden. Die Betreiber haben allerdings Angst, die Kontrolle über ihre Daten zu verlieren. Cybus stellt sich auf die Bedürfnisse von beiden Seiten ein. Der Anlagenhersteller kann eine Konfigurationsdatei erstellen, wo er auswählen kann, welche Datenpunkte er über die Schnittstelle seines Gerätes abrufen möchte. Der Betreiber kann dann einwilligen oder die Rechte modifizieren. So kommt ein Servicevertrag zustande. Damit können beide Seiten die Kontrolle über die Daten behalten und bestimmen, welche Daten tatsächlich nach außen verfügbar gemacht werden.

Was ist mit dem Thema Security?

Über Cybus verlassen die Daten verschlüsselt und signiert die Fabrik. Wir gehen auch noch einen Schritt weiter: Transparenz bedeutet nicht, dass der Betreiber alle Daten sehen darf oder kann, die zum Komponentenhersteller gehen. Er sieht wohl, welche Datenpunkte es sind, aber nicht zwangsläufig die Werte. Denn viele Gerätehersteller wünschen sich, dass die Daten ihrer Geräte bereits im Gerät verschlüsselt und verschlüsselt übertragen werden. Wir bieten hierfür einen Datentreuhänderservice an. Wir stellen auf Basis des bestehenden Servicevertrags zwischen dem Datenlieferanten und dem Datenkonsumenten sicher, dass nur die tatsächlich vereinbarten Daten übertragen werden. So können wir die Verschlüsselungsthematik und gleichzeitig die Kontrollfunktion für den Betreiber abdecken. Damit bieten wir eine Alternative zu Cloud-Anbietern, indem wir die Schnittstelle, die sonst die Cloud bieten würde, einfach an den Ort des Geschehens verlagern. Wir schließen dabei nicht aus, dass das System nicht trotzdem in der Cloud laufen kann. Wir distanzieren uns aber von dem klassischen Cloudansatz. Denn die Unternehmen haben begriffen, dass die Daten das Gold der Zukunft sind. Sie gehen sehr vorsichtig damit um. Deshalb ist das Misstrauen gegenüber klassischen Cloudanbietern auch durchaus berechtigt.

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