Frequenzumrichter

Hydraulische Liftantriebe: Anforderungen und aktuelle Lösungen mit Frequenzumrichtern

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Lediglich ein Sensor erforderlich

Weitere Vorteile des neuen Konzepts: Das System benötigt lediglich einen Sensor zur Erfassung der Öl-Temperatur. Auf der Grundlage des Messwertes werden alle negativen Effekte auf den Fahrkomfort, die im Zusammenhang mit einer schwankenden Öltemperatur auftreten, ausgeglichen. Der Temperatursensor ist einfach zu installieren und relativ langlebig, was die Zuverlässigkeit des Systems erhöht.

Anders als in bisher üblichen Lösungen mit Frequenzumrichtern ist über diesen Sensor hinaus kein zusätzlicher Drucksensor oder Durchflussmesser notwendig. Die Ansteuerung des Ventils übernimmt die Aufzugssteuerung direkt, wobei anfällige und nur mit erheblichem Zeitaufwand einzustellende elektronische Ventilregelungen nicht benötigt werden. Damit lässt sich auch ein bestehendes Regelventil relativ einfach durch ein neues EV4 ersetzen. Bestehende mechanische Ventile von Blain können als vollgültiges EV4 nachgerüstet und mit einem L1000H kombiniert werden. Aggregat und Steuerung lassen sich weiternutzen.

Leistungsfähige Hardware senkt Anlaufstrom

Kern der Lösung ist der speziell für Anwendungen in Hydraulik-Liften entwickelte Frequenzumrichter L1000H: Er gewährleistet völlig unabhängig von der Beladung und der Öl-Temperatur eine genaue Geschwindigkeit, einen hohen Fahrkomfort und eine genaue Bündigkeit bei der Einfahrt in die Haltestelle. Unterschiede in Fahrtdauer, Wegcharakteristik oder Haltegenauigkeit sind – bei Volllast ebenso wenig wie bei geringerer Beladung – deshalb in der Praxis kaum wahrnehmbar.

Durch den Frequenzumrichter wird der Anlaufstrom gegenüber dem direkten Betrieb am Netz deutlich gesenkt. Dadurch bietet sich diese Lösung auch für die normalen Hausanschlüsse in Wohngebäuden an, die hohe Anlaufströme oft nicht zulassen.

Einen Ölbypass gibt es nicht

Die jeweilige Pumpengeschwindigkeit wird in der Praxis stets so geregelt, dass das System nur den gerade benötigten Ölfluss bereitstellt. Die Folge: Einen Ölbypass gibt es nicht. Das Hydraulik-Öl wird nicht heiß, wodurch es sich für mehr Fahrten und ohne einen gesonderten Ölkühler nutzen lässt.

Ein bekannter Nachteil von Umrichtern in Hydraulik-Anlagen ist, dass ein dort verbauter Frequenzumrichter auch im Stillstand Energie verbraucht. Aber auch für diese Aufgabe gibt es eine entsprechende Lösung: Man kann den Umrichter nach einer bestimmten Ruhezeit einfach ab- und bei Bedarf wieder zuschalten. Nach dem Einschalten ist das System in weniger als zwei Sekunden fahrbereit. Die Wartezeit ist also minimal. Insgesamt lassen sich durch den kombinierten Einsatz des Steuerventils EV4 mit dem Frequenzumrichter L1000H bis zu 50 Prozent Energie einsparen. Das bedeutet unter dem Strich: geringere Betriebskosten, aber auch einen wesentlichen Beitrag zu umweltfreundlichen Gebäuden. [klu]

Literaturhinweis:

[1] A.T. Almeida: Energy Efficiency of Elevators and Escalators, 4th European Lift Congress, 2010

* * Carsten Schreiter, Produktmanager Drives, Yaskawa

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