Suchen

Steuerung Industrie 4.0 aus dem Koffer

| Redakteur: Katharina Juschkat

Um im Studium schon auf die kommenden Herausforderungen der Automatisierungswelt vorbereitet zu sein, hat Bosch Rexroth Studenten mit sogenannten Industrie-4.0-Koffer ausgestattet, mit denen sie die Vernetzung von Industrie und IT ausprobieren können.

Firmen zum Thema

Kofferübergabe an der FHWS (v.l.): Prof. Peter Meyer (Dekan Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen), Prof. Bastian Engelmann (Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen), Dr. Ralf Koeppe (Bosch Rexroth) und Prof. Jürgen Hartmann (Vize-Präsident der FHWS) umringt von Studenten.
Kofferübergabe an der FHWS (v.l.): Prof. Peter Meyer (Dekan Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen), Prof. Bastian Engelmann (Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen), Dr. Ralf Koeppe (Bosch Rexroth) und Prof. Jürgen Hartmann (Vize-Präsident der FHWS) umringt von Studenten.
(Bild: Bosch Rexroth)

In der Praxis lernt man bekanntermaßen am Besten – das können jetzt auch die Studenten der FH Würzburg-Schweinfurt testen, die von Bosch Rexroth sechs Industrie-4.0-Koffer bekommen haben. Die Koffer sind von Rexroth speziell dafür entwickelt und sollen helfen, das Thema Automatisierungstechnik näherzubringen. Prof. Bastian Engelmann erklärt: „Die Koffer enthalten alle wesentlichen Hard- und Softwarekomponenten, mit denen unsere Studenten die Schritte für die Vernetzung von Produktionseinrichtungen nachvollziehen können.“

Vernetzung von Automatisierung und IT ausprobieren

Die I-4.0-Koffer werden künftig für die Bachelor-Vorlesung „Vernetzte Produktion“ und die Master-Vorlesung „Advanced Manufacturing“ zum Einsatz kommen. Jeder Koffer enthält eine Steuerung Indra Control XM – ausgestattet mit Open Core Interface für die direkte Programmierung in Hochsprachen – eine Linearachse mit Motor, einen Servoregler Indra Drive, einen Internet-Router sowie einen Raspberry Pi als Kleincomputer, auf dem beispielsweise ein Webserver laufen kann.

Als zusätzliche Softwarekomponenten bieten die I-4.0-Koffer für die FH auch das IoT-Gateway von Bosch Rexroth, das zu Übungszwecken die Daten der Linearachse verarbeiten und an übergeordnete IT-Systeme oder eine Cloud-Plattform weiterleiten kann.

„Mehr braucht es nicht, um die wichtigsten Techniken bei der Vernetzung von Automatisierung und IT in Grundzügen ausprobieren zu können“ erläutert Dr. Ralf Koeppe, der Technische Leiter der Business Unit Automation and Electrification Solutions bei Bosch Rexroth. „Studierende können sich so anschaulich ein praxisnahes Basiswissen zu Industrie 4.0 aneignen. Der Schritt zur Arbeit an der realen Applikation fällt damit später leichter.“

Idee der Koffer entstand auf Hackathon

Mit den I-4.0-Koffern können die Studenten ausprobieren, wie und zu welchem Zweck sich Automatisierung und IT-Systeme vernetzen lassen: Die Visualisierung des Datenflusses von der Sensorebene bis zu cloudbasierten Diensten oder die Steuerung der Linearachse mittels selbst programmierter App auf einem Smart Device sind zum Beispiel zwei Möglichkeiten.

Die Idee zu den I-4.0-Koffern entstand auf der Bosch Connected World 2017. Zum Programm dieser jährlichen Konferenz rund um das Internet of Things gehört auch die Bosch Connected Experience, ein Hackathon. Die Aufgabe eines teilnehmenden Teams um Prof. Engelmann bestand darin, die mit Antriebs- und Steuerungstechnik von Bosch Rexroth ausgestatteten I-4.0-fähigen Demo-Koffer für den Einsatz in der Lehre zu optimieren. Innerhalb von zwei Tagen wurden diese so adaptiert, dass die für die Ausbildung wesentlichen Komponenten in dem handlichen Koffer Platz fanden und sich einfacher handhaben ließen. Anstelle einer komplexen Programmiersprache kommt beispielsweise eine grafische Programmierung mittels Webbrowser zum Einsatz.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 45059666)