Weiterbildung Hoher Bedarf an KI-Kompetenzen

Quelle: TÜV Rheinland 3 min Lesedauer

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Eine neue Weiterbildungsstudie des TÜV-Verbands zeigt Weiterbildungsdefizite. Vor allem für die die prozesssichere Implementierung von Künstlicher Intelligenz fehlen dem Fachpersonal fundierte Kenntnisse. Was Unternehmen tun können.

Vier von zehn Unternehmen (40 Prozent) sehen bereits, dass der Bedarf an KI-bezogenen Qualifikationen und Kompetenzen in ihrer Organisation wächst, zeigt die TÜV Weiterbildungsstudie 2026.(Bild:  © InfiniteFlow – stock.adobe.com)
Vier von zehn Unternehmen (40 Prozent) sehen bereits, dass der Bedarf an KI-bezogenen Qualifikationen und Kompetenzen in ihrer Organisation wächst, zeigt die TÜV Weiterbildungsstudie 2026.
(Bild: © InfiniteFlow – stock.adobe.com)

Unternehmen in Deutschland messen Weiterbildung eine hohe Bedeutung bei, steuern sie aber häufig nicht strategisch. Das zeigt die „TÜV Weiterbildungsstudie 2026“, für die 500 Entscheider aus Unternehmen befragt wurden. Zwar bieten drei von vier Unternehmen (75 Prozent) ihrer gesamten Belegschaft die Möglichkeit zur Teilnahme an Weiterbildungen, doch nur 29 Prozent verfügen über eine schriftlich fixierte Weiterbildungsstrategie.

Auch finanziell bleiben Weiterbildungen oft begrenzt: 65 Prozent der Arbeitgeber stellen pro Mitarbeiter im Jahr maximal 1.000 Euro für Qualifizierungen zur Verfügung. Gleichzeitig nennen die Befragten quer durch alle Branchen einen hohen Bedarf an zusätzlichen Qualifizierungen - insbesondere bei Führungskompetenzen, digitalen Grundlagen und Fachwissen.

Beschäftigte brauchen Orientierung: Welche KI-Anwendungen sind für ihren Arbeitsalltag relevant, wie lassen sie sich sicher und verantwortungsvoll nutzen und welche Kompetenzen werden in den nächsten Jahren unverzichtbar?

Andreas Ollhoff, Geschäftsführer der TÜV Rheinland Akademie

Gezielte KI-Weiterbildung statt Lernchaos

„Viele Unternehmen ermöglichen Weiterbildung, aber häufig fehlen klare Prioritäten, Lernpfade und Zeitbudgets – gerade bei einem dynamischen Thema wie Künstliche Intelligenz“, sagt Andreas Ollhoff, Geschäftsführer der TÜV Rheinland Akademie. „Beschäftigte brauchen Orientierung: Welche KI-Anwendungen sind für ihren Arbeitsalltag relevant, wie lassen sie sich sicher und verantwortungsvoll nutzen und welche Kompetenzen werden in den nächsten Jahren unverzichtbar?“

KI lässt Qualifikationsbedarf deutlich ansteigen

Der Einsatz generativer KI wie ChatGPT, Gemini oder Copilot hält in vielen Unternehmen Einzug, insbesondere in größeren Betrieben. Vier von zehn Unternehmen (40 Prozent) sehen bereits, dass der Bedarf an KI-bezogenen Qualifikationen und Kompetenzen in ihrer Organisation wächst.

Rund jedes zweite Unternehmen schätzt den Weiterbildungsbedarf im Bereich Künstliche Intelligenz insgesamt als hoch ein. Gefragt ist vor allem grundlegendes Know-how: Viele Unternehmen sehen den größten Bedarf zunächst beim Verständnis von KI-Grundlagen, typischen Einsatzfeldern und Grenzen der Technologie – erst danach folgen vertiefte fachliche Anwendungen. Gleichzeitig erwarten die Befragten Effizienzgewinne durch KI und gehen davon aus, dass Arbeitsabläufe, Entscheidungsprozesse und Tätigkeitsprofile sich spürbar verändern werden.

Sinnvolle und sichere Nutzung setzt voraus, dass Beschäftigte rechtliche, organisatorische und ethische Rahmenbedingungen von KI-Anwendungen kennen.

Isabell Czornik, Expertin für KI-Weiterbildungen bei der TÜV Rheinland Akademie

„In vielen Bereichen geht es aktuell weniger um komplexe Programmierkenntnisse, sondern darum, KI-Werkzeuge fundiert einschätzen und in bestehende Prozesse einbinden zu können", erklärt Isabell Czornik, Expertin für KI-Weiterbildungen bei der TÜV Rheinland Akademie. „Sinnvolle und sichere Nutzung setzt voraus, dass Beschäftigte rechtliche, organisatorische und ethische Rahmenbedingungen kennen – vom Datenschutz über Informationssicherheit bis hin zu Transparenzanforderungen."

Buchtipp

Das Fachbuch „Künstliche Intelligenz“ bietet eine fundierte Einführung in die Grundlagen der Künstlichen Intelligenz und der neuronalen Netze. Anhand von Beispielen aus der Unternehmenspraxis werden mögliche Einsatzgebiete aufgezeigt und Wege dargelegt, wie Unternehmen die Potenziale von KI erkennen und strategisch umsetzen können.
 

TÜV bietet umfangreiches Weiterbildungsangebot

Um Unternehmen und Beschäftigte beim Erwerb von KI-Kompetenzen zu unterstützen, bietet die TÜV Rheinland Akademie unter anderem:

  • Einführungsformate zu Grundlagen, Funktionsweisen und Anwendungsfeldern von KI,
  • Schulungen zum sicheren und verantwortungsvollen Einsatz generativer KI im Arbeitsalltag – etwa für Text-, Daten- und Bildanwendungen,
  • zielgruppenspezifische Trainings für Fach- und Führungskräfte in Bereichen wie Produktion, Qualitätsmanagement, Arbeitssicherheit oder Verwaltung.

Neben Präsenzseminaren kommen verstärkt Live-Online-Trainings, E-Learning-Module und Blended-Learning-Formate zum Einsatz, um Lernen besser mit dem Arbeitsalltag zu verbinden.

„Weiterbildung zu KI ist kein einmaliges Projekt“, betont die Expertin. „Beschäftigte brauchen die Möglichkeit, Neues schrittweise auszuprobieren, Erfahrungen zu reflektieren und ihr Wissen regelmäßig zu aktualisieren. Kontinuierliche Lernangebote, die sich an betrieblichen Anforderungen orientieren, sind dafür entscheidend.“

Über die TÜV Weiterbildungsstudie 2026

Für die TÜV Weiterbildungsstudie 2026 wurden 500 Entscheiderinnen und Entscheider aus Unternehmen in Deutschland zu Bedeutung, Ausgestaltung und Wirkung betrieblicher Weiterbildung befragt. Ein Schwerpunkt der Erhebung liegt auf digitalen Kompetenzen und Künstlicher Intelligenz.

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