Retrofit Innovation Day 2026 „KI muss direkt im Herzschlag der Maschine arbeiten"

Von Ute Drescher 3 min Lesedauer

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Beim Retrofit Innovation Day 2026 in Würzburg zeigt Dr. Andreas de Jonge, wie Inline Edge AI den industriellen Retrofit revolutioniert. Im Interview erklärt er, warum KI-Projekte meist nicht am Modell scheitern – und wie Entscheider ihre Bestandsanlagen ohne große Umbauten intelligent machen können.

"Der Engpass ist selten die KI selbst, sondern die Frage, wo Intelligenz sinnvoll in bestehende Prozesse integriert werden kann. Wenn KI nur ‚neben' der Maschine arbeitet, bleibt der Nutzen begrenzt", sagt Dr. Andreas de Jonge, CEO der de Jonge GmbH. (Bild:  de Jonge)
"Der Engpass ist selten die KI selbst, sondern die Frage, wo Intelligenz sinnvoll in bestehende Prozesse integriert werden kann. Wenn KI nur ‚neben' der Maschine arbeitet, bleibt der Nutzen begrenzt", sagt Dr. Andreas de Jonge, CEO der de Jonge GmbH.
(Bild: de Jonge)

Herr Dr. de Jonge, „The Machine's Heartbeat" ist der Titel ihres Vortrags auf dem Retrofit Innovation Day – poetisch für ein technisches Thema. Was verbirgt sich dahinter?

Dr. Andreas de Jonge: Jede Maschine hat ihren eigenen Rhythmus – Signale, Zyklen, Ereignisse. Diesen „Herzschlag" zu verstehen und direkt dort anzusetzen, ist der Schlüssel für erfolgreichen Retrofit mit künstlicher Intelligenz (KI). Wir sprechen hier von Inline Edge AI, die unmittelbar im Datenfluss zwischen Sensor und Maschine agiert. Das ist ein fundamentaler Unterschied zu klassischen Ansätzen, bei denen KI nur „neben" der Maschine läuft.

Sie sagen, Retrofit-Initiativen scheitern selten am KI-Modell selbst. Woran dann?

An den praktischen Hürden: Integration, Verfügbarkeit und Risiko im laufenden Betrieb. Der Engpass ist die Schnittstelle, nicht das Modell. Viele Unternehmen haben brillante KI-Lösungen entwickelt, die dann an Datenzugang, Latenz oder der klassischen IT/OT-Trennung scheitern. Oder sie erfordern so umfangreiche Umbauten, dass der Business Case nicht mehr stimmt. Genau hier setzt unser Ansatz an: KI als transparentes Inline-Modul im Signalfluss – ohne große IT-Rollouts, ohne Eingriffe in die Steuerungsarchitektur.

Wie funktioniert das konkret in der Praxis?

Nehmen Sie eine 20 Jahre alte Produktionsanlage. Mit einer kompakten FPGA-basierten Inline-Lösung können wir KI-gestützte Qualitätsinspektion oder Anomalieerkennung direkt in den bestehenden Datenpfad integrieren. Die KI liefert klare Outputs – OK/NOK-Entscheidungen, Events, Features – die sofort in bestehende Prozesse passen. Das System ist echtzeitfähig, deterministisch und robust. Der Clou: Die Umstellung erfolgt in Wochen, nicht in Jahren.

Wirtschaftliche Lösungen für eine effiziente Industrie

Wie Unternehmen mit politischen und regulatorischen Anforderungen Schritt halten

Retrofit Innovation Day

Unternehmen stehen unter stetigem Druck, Betriebskosten zu senken und zugleich effizient und nachhaltig zu agieren. Retrofit ermöglicht die Modernisierung bestehender Maschinen und Anlagen zu einem Bruchteil der Kosten einer Neuanschaffung. Der Retrofit Innovation Day beleuchtet die entscheidenden Vorteile von Retrofit-Lösungen in der modernen Industrie.

Was nehmen die Teilnehmer Ihres Vortrags konkret mit?

Eine Entscheider-Checkliste für wirtschaftlichen und risikoarmen Retrofit mit KI. Sie lernen, wo Inline-KI den größten Hebel liefert: bei der OEE-Steigerung, Ausschussreduzierung und Stillstandsvermeidung. Ich zeige Architekturprinzipien, damit KI nicht „Demo bleibt", sondern stabil, wartbar und skalierbar läuft. Und ganz wichtig: einen klaren Praxispfad vom Proof-of-Value bis zum Rollout. Retrofit wird damit vom technischen Experiment zum kalkulierbaren Business Case.

Wir freuen uns auf Ihren Vortrag beim Retrofit Innovation Day, Herr Dr. de Jonge. Vielen Dank für das Gespräch!

Dr. Andreas de Jonge spricht am 26. März 2026 beim Retrofit Innovation Day im Vogel Convention Center Würzburg zum Thema „The Machine's Heartbeat – Wie Inline Edge AI das industrielle Retrofit neu definiert".

Dr. Andreas de Jonge

Dr. Andreas de Jonge ist Gründer und Geschäftsführer der de Jonge GmbH, einem Unternehmen, das sich auf industrielle Edge-KI und FPGA-basierte Inline-Systeme spezialisiert hat. Er promovierte im Schnittfeld von Physik, Neurowissenschaften und datengetriebener Modellierung und beschäftigt sich seit über einem Jahrzehnt mit lernenden Systemen, kognitiven Architekturen und der Übertragung biologischer Prinzipien in technische Anwendungen. Dr. de Jonge hat erfolgreiche KI-Lösungen in den Bereichen Industrie, erneuerbare Energien, Medizintechnik und bildbasierte Qualitätskontrolle entwickelt. Seine Schwerpunkte liegen auf TinyML, hardwareoptimierter KI, FPGA-Systemdesign und deterministischen, energieeffizienten Echtzeitarchitekturen. Er berät europäische Organisationen, Verbände und Unternehmen zu sicherer KI-Integration, Taxonomie und strategischen Fragen der industriellen Digitalisierung. Mit der de Jonge GmbH, verfolgt er die Vision, Brownfield-Maschinen weltweit ohne Umbauten zu intelligenten, vernetzten und entscheidungsfähigen Systemen zu machen.

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