Unternehmensfinanzierung (Teil 2) Innenfinanzierung als Selbsthilfe in der Cash-Klemme
Sich komplett selbst finanzieren zu können, ist für die meisten Verantwortlichen in Unternehmen eine höchst angenehme Vorstellung. Allerdings ist die Innenfinanzierung eine komplexe Angelegenheit, und jeder Einzelfall verlangt eine individuelle Beurteilung.
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Bei der Innenfinanzierung wird kein Eigen- oder Fremdkapital von außen zugeführt, sondern bisher gebundenes Kapital in frei verfügbare liquide Mittel umgewandelt. Bedenkt man, dass der 17 Mrd. Euro großen Refinanzierungslücke in den Top-100-Unternehmen einer Studie zufolge rund 40 Mrd. Euro versteckte Bar-Reserven gegenüber stehen, wird die Dimension der versteckten Ressourcen deutlich.
Eine Möglichkeit der Innenfinanzierung ist das so genannte Cash- oder Liquiditäts-Management. Dabei werden täglich sämtliche Konten geräumt und auf ein zentrales Konto umgebucht. Einer gewissen Abhängigkeit von der zentralen Liquiditätsversorgung steht dann eine optimale Ausnutzung der liquiden Mittel gegenüber. Geringere zentrale Liquiditätsreserven sind eine weitere angenehme Folge. Zudem werden Währungsrisiken ausgeglichen und große Finanzierungen erleichtert. Besonders attraktiv ist die ortsunabhängige und sichere Verfügung über aktuelle Kontoinformationen. Und auch die Verwaltung wird entlastet. Diese Form der Innenfinanzierung kommt allerdings nur für größere Unternehmen in Frage, die verschiedene Betriebsstätten oder Niederlassungen betreiben.
Maßnahmenbündel stärkt die eigene Liquidität
Wer lieber sein Geld für sich arbeiten lässt, sei auf „working capital“-Optimierung verwiesen: Gelder werden möglichst lange einbehalten, um damit Renditen zu erwirtschaften. Mit Kunden werden Vorauszahlungen oder sehr kurze Zahlungsziele vereinbart; mit den Lieferanten einigt man sich dagegen auf möglichst lange Zahlungsziele. So entsteht ein gewisser Puffer, in dem die Gelder erst einmal im Unternehmen verbleiben. Hilfreich ist jedoch auch eine straffere Organisation des Mahnwesens. Denn mit der Zahlungsmoral steht es oft nicht zum Besten, und durch eine Reduzierung der Forderungen stehen dem Unternehmen wieder Mittel zur Verfügung. Eine weitere Option: Barzahlung bei Lieferung. In Ausnahmefällen können auch Investitionen in die Zukunft verschoben werden.
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