Unternehmensfinanzierung (Teil 4) Intelligente Akquisitionsfinanzierung erlaubt größere Wachstumssprünge
Akquisitionen oder Übernahmen betreffen nicht nur Großunternehmen wie Porsche, die Deutsche Bank oder Strabag, sondern gerade auch Mittelständler. Oft stellt sich die Frage der Unternehmensnachfolge, zugleich ist im Zuge der Finanzkrise und sinkender Kaufpreise für Firmen die Akquisitionsfinanzierung aktuell. Und auch bereits zugekaufte Unternehmen müssen finanziell durch die Krise geführt werden. Neuen Restriktion der Banken bei der Kreditvergabe steht ein breites Spektrum an alternativen Finanzierungsinstrumenten gegenüber.
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Grundsätzlich kann die Übernahme eines Unternehmens durch Erwerb der Vermögensgegenstände oder von Geschäftsanteilen erfolgen – Letzteres ist als Rechtskauf klassifiziert. Gängige Fälle sind: Nachfolgeregelung, Unternehmenserwerb oder Management-Buy-In/-Buy-Out. Beim Management-Buy-In wechselt ein externer Manager, beim Management-Buy-Out ein leitender Mitarbeiter in die Geschäftsführung oder Gesellschafterrolle. Eine Akquisition ermöglicht zudem anorganisches Wachstum, schnelle Expansion, Eintritt in neue Märkte, Eroberung neuer Kundengruppen, Nutzung von Größenvorteilen, Erschließung innovativer Technologien und Errichtung von Wettbewerbsbarrieren. Für alle Anlässe existieren individuelle Dienstleistungsangebote: M&A-Beratung, Vermittlung von Beteiligungskapital, strukturiertes Fremdkapital oder Mezzanine und betriebswirtschaftliche Beratung.
Erfolgt die Übernahme in Form einer Corporate-Finanzierungsstruktur, steht der Kredit in der Bilanz des kaufenden Unternehmens. Der Prüfaufwand ist in der Regel gering und die Zinsen günstig. Der Aufnahme von Fremdkapital sind jedoch Grenzen gesetzt – und zwar in Form der Höhe des Eigenkapitals.
Möglicher Hebeleffekt schon die Liquidität des Akquisiteurs
Hat das Zielunternehmen einen hohen freien Cash-Flow, mit dem die Verbindlichkeiten auch bei schlechter Geschäftslage getilgt werden können, kann der Erwerber einen so genannten Leveraged-Buy-Out vollziehen. Der Leverage- oder Hebeleffekt ermöglicht, mit geringem Eigenkapitaleinsatz, also liquiditätsschonend neue Firmen zu akquirieren. Die Hebelwirkung tritt ein, wenn der Fremdkapitalzins niedriger als die Rendite der Investition ist. Günstige Zinskonditionen und deren steuerliche Abzugsfähigkeit begünstigen diesen Effekt. Die Rückführung des Fremdkapitals wird über einen relativ kurzen Zeitraum angestrebt. Oft fungieren die Darlehensnehmer hier als rechtlich und wirtschaftlich selbständige Einzweckgesellschaften (NewCos), die ausschließlich für den Zeitraum und Zweck der Akquisition gegründet werden. Die Zinsen und Tilgungen erbringt der Darlehensnehmer im Regelfall aus dem Cash Flow des akquirierten Unternehmens und der NewCo. Die Risiken der Finanzierung werden auf alle Teilnehmer gleichmäßig verteilt. Deshalb spricht man oft auch von einer „strukturierten Finanzierung“. Im Vergleich zur Corporate-Struktur ist der Zinssatz höher; allerdings ist auch ein höherer Verschuldungsgrad möglich.
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