Dipl. Ing. Ernest Spirig Kabel-Crimp-Verbindungen veredeln

Autor / Redakteur: Ernest Spirig / Ines Stotz

Die zunehmende Elektronifizierung der Automobile bewirkt eine Inflation an den Umwelteinflüssen ausgesetzten Draht-Crimp-Verbindungen. Auch nur eine einzige gelockerte Crimpverbindung kann sehr hohe Folgekosten zur Fehlerbehebung verursachen. Abhilfe verspricht Spirig mit dem Veredeln der Kabel-Crimp-Verbindungen durch Auffüllen eventueller Kapillaren mit Hilfe von Lot. Schleuniger Kabel -Be- und -Verarbeitung hat bereits die SPIRFLAME Hochgeschwindigkeits-Löttechnik auf seinen Schleuniger Kabelautomaten integriert.

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Existierende Kabel-Crimp-Verbindungen werden massenweise auf Kabelverarbeitungsautomaten verschiedener Hersteller, einige dieser Automatenhersteller stammen auch aus der Schweiz, in die zig-millionen gehenden Stückzahlen fabriziert. Die heute verfügbare Fabrikationstechnik der Crimp-Verbindungen ist qualitativ sehr hoch.

Bei diesen hohen Stückzahlen stellen die statistischen Ausreißer beim Anwender, also dem Automobilhersteller, bereits Probleme. Diese wirken sich vermehrt aus, da diese hochentwickelte Crimptechnologie vermehrt in Billiglohnländer verlegt wird und dort potentiell einer technologisch geringeren Nachhaltigkeit ausgesetzt wird.

Die entstehenden Zuverlässigkeitsprobleme sind:

- Ein im Winter eingesetztes Fahrzeug ist den korrosiven Einflüssen von salzhaltigen Sprühnebeln ausgesetzt. Diese langzeit-korrosiven Spuren können bei ungeschützten Crimps in die eigentlich immer vorhandenen Kapillaren zwischen Crimphülse und den verpressten Drahtseelen eindringen.

Die Kalt-Warm-Zyklen der Crimpumgebung unterstützen das Eindringen dieser Verunreinigungen in existierende Kapillaren. Nach außen offene Hohlräume „atmen“ und können nach genügend langer Einwirkzeit (Monate bis Jahre) die Qualität und Zuverlässigkeit der elektrischen Crimpverbindung zwischen Draht und Kontaktteil durch Korrosion negativ beeinflussen.

- Kabelbäume für Automobile sind eine recht sperrige und gewichtige Angelegenheit. Einbaufertige Kabelbäume können bis und über 50 kg aufweisen. Wer dann je die manuelle Einlegearbeit in Fahrzeugkarosserien gesehen hat, der kennt wie häufig mit recht recht massiven Zerr- und Zugkäften diese sperrigen Gebilde „gezähmt“ werden.

Auch nur eine einzige gelockerte Crimpverbindung kann im späteren Test unglaubliche Folgekosten (Zeit, Verzögerungen) zur Fehlerbehebung verursachen. Dem Autor sind „korrekturresistente“ Fälle bekannt geworden, bei denen ganze Rohkarosserien samt Kabelbaum aus den Fertigungslinie endgültig ausgeschleust werden mussten.

Das Beloten der Crimps erhöht die Abzugsfestigkeit der Crimp-Drahtverbindung um mindestens 200 Prozent bis typisch 300 Prozent und bedeutet für den Verarbeiter eine echte Verbesserung.

Historie zur Belotung von Crimpverbindungen