Engineering

Kein Bruch in Sicht

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Heterogene Landschaften durchgängig gestalten

Einer für alle, Manfred Kraemer ist kein Freund solcher Forderungen. MES-Daten über OPC UA anzukoppeln, darin sieht er schon Möglichkeiten. Aber große Datenmengen und isosynchrone Daten über einen Weg laufen zu lassen, wobei die Daten dem gleichen Mechanismus unterliegen sollen, dazu hat er eine Meinung: „Das halte ich für nicht sinnvoll.“

Ethernet, das klingt auf den ersten Blick nach Einheitlichkeit. Doch der Schein trügt, betont Norbert Sasse. „Jedes Unternehmen hat seine eigene Echtzeit entwickelt, mit unterschiedlichen Ausprägungen. Für ihn stellt sich deshalb die Frage, wie man mit dem Thema umgeht, heterogene Landschaften durchgängig zu gestalten. OPC UA habe da schon Fortschritte gebracht. Sasse: „Da sind wir einen großen Schritt weiter, als wir noch vor 10 Jahren waren.“

Und auch Josef Papenfort sieht OPC UA als Standard an, ein Standard, der sich künftig noch weiter verbreiten und entwickeln wird. Papenfort: „Das wird echtzeitiger werden, aber ich glaube nicht, dass man damit jemals ein digitales IO wird ansteuern können.“

Kontinuierlich in die Zukunft mit Industrie 4.0

Wie könnte Engineering im Jahr 2020 oder 2030 aussehen. Für Norbert Sasse wird sich die von Industrie 4.0 ausgerufene Standardisierungswelle weiter fortsetzen. Dabei wird aber viel von dem, was wir heute schon haben, bestehen bleiben. Software und Steuerungen werden leistungsfähiger werden, der Anwender wird mit mehr Funktionalitäten in der Steuerung konfrontiert, Web-Technologien dringen weiter vor, ebenso wie Cloud-basierte Anwendungen. Sasse: „Es wird einiges bestehen bleiben, aber sich auch einiges verändern.“

Dass sich bis 2020 nicht allzu viel ändert, das vermutet Holger Meyer. Der Trend geht in Richtung einfaches Handhaben der Tools. Mit dem Trend zu Web-Techniken wird wohl jede Steuerung einen Webserver haben. Das wird bei den Anwendern den Wunsch fördern, die Steuerung über ein Tablet zu programmieren. IT-Techniken werden immer mehr in die Steuerung integriert werden. Die Folge: „All das müsse die Engineering-Software unterstützen.“

Engineering wird immer virtueller

Für Hans Egermeier ist die Zukunft des Engineerings offener, schneller und standardisierter. „Wir werden nicht mehr so viel Zeit haben, Maschinen zu bauen.“ Die Folge davon ist, dass Engineering virtueller werde, mehr simuliert werde. Man müsse lernen mit komplexer Technik besser umzugehen. Aber, so ist sich Hans Egermeier sicher: „Es wird eine kontinuierliche Entwicklung sein, einen großen Bruch wird es nicht geben.“

Den Trend zu mechatronischen Einheiten sieht Manfred Kraemer künftig kommen, mit der Folge, dass Engineering-Tools diese Verfahren unterstützen, das heißt, sie müssen für solche Produktionsfunktionen programmierbar sein. Die Durchgängigkeit und Integration verschiedener Disziplinen werde mehr und mehr eine wichtige Rolle spielen. Und: Die Integration und Übertragbarkeit von Daten sei wichtig. Manfred Kraemer erklärt: „Eine Anlage von Grund auf immer wieder neu zu erstellen, nur um den einen goldenen Henkel herzustellen, das wird sich der Maschinenbauer künftig nicht mehr leisten können.

Die Tool-Landschaft wird sich verändern

Engineering müsse künftig effektiver ablaufen, müsse zudem auch qualitativ hochwertiger sein. Für Josef Papenfort gehören dazu die entsprechenden Tools. Mit der IEC 61131 sei man gut gerüstet, ebenso mit objektorientiertem Engineering. Dennoch werde sich die Tool-Landschaft verändern. Für ihn sind das die Funktionen Simulation, virtuelle Inbetriebnahme und das Testen von Software. Papenfort: „Da können wir noch einiges tun, aber ich glaube, die Basis für effektives Engineering ist geschaffen.“

(ID:42984831)