Baumüller

Künftiges Umsatzfeld ist eindeutig der Export

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So zahlreich die Branchen sind, die Baumüller bedient, so unterschiedlich sind auch die dort zu erfüllenden Automatisierungsaufgaben. Bei aller Differenzierung, ein Thema eint sie alle: Energieeffizienz heißt das Schlagwort. Ob Transporttechnik, Logistik oder Fördertechnik, die hier aufgestellten Maschinen müssen künftig kräftig Energie sparen. Das führt zu Energiesparmotoren, zu Antrieben mit geringerer Leistung und geschickten Kombinationen von Getriebe und Servomotor, auch zu Umrichtern mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Themen, an denen Baumüller dran ist, für die man Produkte hat. Für den Antriebsspezialisten bedeutet das, ein Produkt-Spektrum vom Standard-Umrichter bis zum Highlevel-Antrieb abzudecken – und das mit einer geringen Produktvielfalt. Für Norbert Scholz stellt sich damit als eigentliche Aufgabe, dass man wirklich kundenspezifische Lösungen bietet, und zwar solche mit der dementsprechenden Kostenstruktur. „Wir entwickeln gerade ein entsprechendes System, das uns am Markt die Möglichkeiten gibt, diese neue Herausforderung anzunehmen. Wir wollen die Produktvielfalt verschlanken, ohne dabei aber dem Kunden weniger an Features zu bieten.“ Lösen will Baumüller diesen Spagat mit pfiffiger Software. Von preisgünstigen Komponenten bis zu High-End-Systemen will man alles abdecken, indem man die Regler- oder Branchensoftware entsprechend anders parametriert – angepasst an den Bedarf, den der Kunde auch tatsächlich benötigt. Ob dies nun ein Baukasten ist, oder eher eine Plattform, darauf will Norbert Scholz sich nicht festlegen: „Einmal ist es ein Baukasten, wenn man von der Reglerhardware oder Leistungsteilhardware ausgeht. Zum anderen handelt es sich um eine Plattform, wenn man von der Firmware-Software kommt.“

Elektrische Antriebstechnik ohne Safety geht nicht. Bis zur Sicherheitsstufe SIL 3 und PLe hat Baumüller ein komplettes zertifiziertes Programm vorzuweisen: von der sicheren Steuerung bis zum sicheren Geber deckt man alles ab. Wobei man auf den sicheren Resolver besonders stolz ist. „Ein Produkt, von dem es ähnliche kaum auf dem Markt gibt“, sagt Norbert Scholz.

50 Prozent des Umsatzes im Ausland

Wer wie Norbert Scholz in der Geschäftsführung die Bereiche Vertrieb und Technik verantwortet, muss sich fragen lassen, wo er die künftigen Umsatzfelder sieht. „Eindeutig ist das der Export“, sagt er. Bei Baumüller liegt der direkte Exportanteil derzeit bei 40 Prozent vom Umsatz. Künftig wollen wir deutlich über 50 Prozent des Umsatzes im Ausland machen bei gleichzeitigem Gesamtwachstum. Im Vordergrund stehen dabei die BRIC-Staaten.“ So hat Baumüller eine Tochtergesellschaft in China für den Service und Vertrieb. Geplant sei auch die Produktion in Asien, einfach um die Marktnähe zu bekommen, die man brauche. Für Brasilien überdenke man gerade den Aufbau einer eigenen Gesellschaft, derzeit arbeite man dort mit Handelsvertretern. In Russland setze man vorerst auf Dienstleistungen und Reparaturen, um den dortigen Marktzugang auszubauen.

Warum Baumüller seit Jahren erfolgreich am Markt agiert und dies auch weiterhin sein will, erklärt Norbert Scholz: „Kundenspezifische Lösungen effektiv entwickeln, ist das Geheimnis.“ Baumüller projektiert und baut komplette Systeme, angefangen mit dem Engineering der Lösung über das Liefern der Komponenten, bis hin zur Montage und Inbetriebnahme der Maschinen und Anlagen weltweit.

Weil Baumüller nicht der Lieferant von Massenprodukten ist, liegen auch die Ausgaben für Forschung und Entwicklung höher. Rund 10 Prozent des Umsatzes geben die Nürnberger dafür aus. Derzeit arbeiten sie an der Weiterentwicklung des modularisierten Anreihreglers der Serie 5000, der kundenspezifisch anpassbar ist.

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