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Baumüller Künftiges Umsatzfeld ist eindeutig der Export

| Autor / Redakteur: Reinhard Kluger / Reinhard Kluger

Kundenspezifische Lösungen effektiv entwickeln, kombiniert mit Komponenten als Basisgeschäft. Norbert Scholz, Geschäftsführer bei Baumüller, erklärt, warum das funktioniert: Schlankes Produkt-Portfolio, ohne dass es an den nützlichen Features mangelt.

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Norbert Scholz, Geschäftsführung Vertrieb, Baumüller Nürnberg: „Im Zusammenspiel mit dem Anlagenlieferanten konzipieren wir Lösungen.“
Norbert Scholz, Geschäftsführung Vertrieb, Baumüller Nürnberg: „Im Zusammenspiel mit dem Anlagenlieferanten konzipieren wir Lösungen.“
( Archiv: Vogel Business Media )

Baumüller: Wer den Namen hört, denkt gleich an Druckmaschinen. Das nämlich ist die Branche, in der sich der Nürnberger Antriebshersteller heimisch fühlt. „Da kennen wir uns aus“, sagt Norbert Scholz voller Stolz. Gelassen sieht der Geschäftsführer Vertrieb und Technik bei der Baumüller Nürnberg GmbH in die Zukunft. Mag mancher mit Blick auf die drei großen deutschen Druckmaschinenbauer eher Krise und magere Zuwachsraten assoziieren, Norbert Scholz ist sich sicher: „Die Druckindustrie bleibt unsere Branche. Hier werden wir nicht aussteigen, nur weil die Zuwachsraten gerade mal nicht so üppig sind, wie woanders. Die großen deutschen Druckmaschinenhersteller werden bald wieder gewohnte Steigerungsraten im Umsatz und Auftragseingang haben.“

Der langjährig international agierende Antriebsspezialist aus Nürnberg bietet für diesen Bereich interessante Systemlösungen, aber auch entsprechende Komponenten. Eine Technologie, die man weiter ausbauen will. Gibt es doch nicht nur die europäischen Hersteller von Druckmaschinen, sondern auch zahlreiche in Asien, zum Beispiel in China. „Das sind Maschinenbauer, die zwar im Niedrigpreissegment angesiedelt sind, die aber dennoch interessante Produkte haben“, weiß Norbert Scholz. „Mit denen sind wir zur Zeit im Gespräch.“

Statt über Krise, spricht er als Geschäftsführer Vertrieb dann auch lieber über erfreuliche Zahlen. Umsatzzahlen beim Auftrageingang eben. Da hat man in Nürnberg das Niveau von 2008 wieder erreicht und die konjunkturelle Delle überwunden. „Für uns ist die Krise vorbei“, befindet Norbert Scholz klipp und klar. Jetzt heiße es, die Lieferzeiten wieder zu verkürzen. Das sei die eigentliche Herausforderung, der müsse man sich stellen. Und Baumüller setzt vehement auf kürzere Lieferzeiten, auch und gerade für Komponenten aus dem Bereich der Standard-Produkte.

Fokus liegt auf Kunststoffmaschinen

Neben den klassischen Druckmaschinen hat Baumüller weitere Anwendungsfelder auf der Agenda. Dabei liegt für Norbert Scholz der Fokus eindeutig auf Kunststoffmaschinen. „Das ist ein Markt, wo wir unsere Lösungskompetenz weiter ausbauen werden, hier haben wir die passenden guten Produkte“, sagt Scholz. Die Servopumpe sei solch ein Produkt, stelle sie doch die Vorteile zwischen einer vollelektrischen und einer hydraulischen Maschine heraus. Und kann sie doch wesentlich zur Energieeffizienz einer Kunststoffmaschine beitragen: „Das ist eine Technologie, wo wir gutes Potenzial aufweisen und dementsprechend gute Produkte anbieten.“

Schnelle Maschinen kennzeichnen die Textilindustrie, ein Markt, auf dem Baumüller sich traditionell ebenfalls gut positioniert sieht. „Hier benötigt man schnelle, dynamische und hochsynchrone Antriebe mit den entsprechenden Reglern“, sagt Norbert Scholz: „Und die haben wir.“ Nicht nur schnell sein müssen Antriebe, sondern auch flexibel. Ein Attribut, das gerade bei Textilmaschinen zählt. Erwartet man dazu noch hohe Zuwachsraten, kann ein Hersteller von elektrischen Antrieben an diesem Markt einfach nicht vorbei. So auch Baumüller. Man sei auch bei Verpackungsmaschinen gut aufgestellt und werde am künftigen Wachstum partizipieren. Scholz: „In beiden Branchen sind wir gut positioniert!“

Bleibt noch die Robotertechnik. Hier denkt Baumüller besonders an Linearroboter und an Knickarmroboter. Wer die Servomotoren für letztere liefern will, muss nach neuestem Stand der Technik fertigen können. Das gehe nur vollautomatisiert, betont Norbert Scholz, und weist darauf hin, dass man bei Baumüller eine entsprechende Fertigungslinie habe, um dies realisieren zu können.

Unterschiedliche Aufgaben erfüllen

Wenn Roboter in Anlagen werkeln, arbeiten sie kaum noch Stand-alone, sondern sie sind in Automatisierungslösungen eingebunden. Das ist das Geschäft der Baumüller-Anlagen-Systemtechnik, nämlich kundenspezifische Systemlösungen zu entwickeln. Lösungen, bei der Steuerungstechnik und Antriebstechnik ausgeklügelt zusammenarbeiten. Meist sind es Linearroboter, einige von ihnen haben am Linearsystem zusätzlich einen Knickarmkopf. „Im Zusammenspiel mit dem Anlagenlieferanten konzipieren wir solche Lösungen“, sagt Norbert Scholz.

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