Autonomes Fahren

Maschinen könnten lernen, menschliches Verhalten zu imitieren

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Regeln müssen aus dem menschlichen Verhalten abgeleitet werden

Probanden saßen am Steuer eines virtuellen PKWs, der in einem Vorstadt-Setting auf Hindernisse zufuhr. Eine Kollision war unausweichlich.
Probanden saßen am Steuer eines virtuellen PKWs, der in einem Vorstadt-Setting auf Hindernisse zufuhr. Eine Kollision war unausweichlich.
(Bild: Universität Osnabrück)

Die Osnabrücker Wissenschaftler erklären diesen grundlegenden Unterschied wie folgt: Algorithmen können entweder durch Regeln beschrieben werden oder durch statistische Modelle, die mehrere Faktoren miteinander in Bezug setzen können. Gesetze, zum Beispiel, sind regelbasiert. Menschliches Verhalten und moderne künstliche intelligente Systeme nutzen im Gegensatz dazu eher komplexes statistisches Abwägen. Dieses Abwägen erlaubt es beiden – dem Menschen und den modernen künstlichen Intelligenzen – auch neue Situationen bewerten zu können, denen sie bisher nicht ausgesetzt waren.

In der wissenschaftlichen Arbeit von Sütfeld wurde nun eine solche dem menschlichen Verhalten ähnliche Methodik zur Beschreibung der Daten genutzt. „Deshalb müssen die Regeln nicht abstrakt am Schreibtisch durch einen Menschen formuliert, sondern aus dem menschlichen Verhalten abgeleitet und gelernt werden. So stellt sich die Frage, ob man diese nun gelernten und konzeptualisierten Regeln nicht auch als moralischen Aspekt in Maschinen nutzen sollte“, erklärt Sütfeld.

„Nun, da wir jetzt wissen, wie wir moralische Entscheidungen in die Maschinen implementieren können, bleiben uns trotzdem noch zwei moralische Dilemmata“, sagt Peter König, weiterer Autor dieser Veröffentlichung, und fügt hinzu: „Erstens müssen wir uns über den Einfluss von moralischen Werten auf die Richtlinien für maschinelles Verhalten entscheiden. Zweitens müssen wir uns überlegen, ob wir es wollen, dass Maschinen sich so menschlich verhalten sollen.“

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