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Automatica 2018 Mensch-Roboter-Interaktion gewinnt an Bedeutung

| Redakteur: Katharina Juschkat

Modernste Technologien machen es möglich, dass mehr und mehr Roboter in unseren Alltag einziehen. Die Automatica beleuchtet dieses Jahr unter anderem den Trend Service-Roboter und die dafür nötige Mensch-Roboter-Interaktion.

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Der Care-o-Bot 4 kann Feedback in Form von Gesten, Licht- und Tonsignalen geben und multimodal bedient werden.
Der Care-o-Bot 4 kann Feedback in Form von Gesten, Licht- und Tonsignalen geben und multimodal bedient werden.
(Bild: Unity Robotics )

Serviceroboter ziehen mehr und mehr in unseren Alltag ein. Neue Sensoren, Displays und künstliche Intelligenz sorgen dafür, dass die künstlichen Helfer in immer weiteren Einsatzgebieten eingesetzt werden. Auf der Automatica vom 19. bis 22. Juni können Besucher die neusten Robotik-Lösungen von flexiblen, kollaborativen Robotern bis hin zu intelligenten Lagersystemen und humanoiden Robotern anschauen. Dabei bleibt der Mensch im Vordergrund: Der Roboter soll unterstützen und für Kosteneinsparungen sorgen.

Autonomer Roboter im Supermarkt

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Der CEO des Robotikherstellers PAL Robotics, Francesco Ferro, erklärt, welche Fortschritte in den letzten Jahren erreicht wurden: „Als wir im Jahr 2004 unseren ersten zweibeinigen Roboter bauten, benötigten wir mindestens fünf Techniker, um ihn einzusetzen. Heute kann ein Kunde den Roboter alleine einschalten und ihn steuern. In Zukunft werden wir nur noch mit dem Roboter sprechen müssen und dieser erledigt dann die ihm gestellte Aufgabe.“

Die Roboter des spanischen Unternehmens werden bereits zur Unterhaltung und im Gesundheitswesen eingesetzt. Das Unternehmen betreibt seit 18 Monaten ein Pilotprojekt im Einzelhandel. Dabei bewegt sich ein Roboter selbstständig durch die Gänge voller Kunden, um täglich eine vollständige 3D-Bestandsaufnahme zu erstellen. „Die Daten sind von unschätzbarem Wert, um optimale Entscheidungen treffen zu können“, erläutert Ferro.

Roboter bedient eigenständig Kunden

Einzelhändler nutzen anpassungsfähige mobile Roboter auch, um Kunden im Geschäft den Weg zu weisen und mit Informationen zu versorgen. Der Care-o-Bot 4 kann Feedback in Form von Gesten, Licht- und Tonsignalen geben und multimodal bedient werden. Der Roboter wird von Unity Robotics, einem Spin-Off des Fraunhofer IPA, vermarktet. Der Roboter ist bereits im Saturn-Markt in Ingolstadt im Einsatz. Dort hilft er Kunden, Produkte zu finden oder ruft einen Mitarbeiter herbei, wenn menschliche Unterstützung erforderlich ist.

Im Arbeitsprogramm Horizont 2020 (H2020) der Europäischen Kommission wird die MRI als eine der vier Kerntechnologien der Robotik definiert. Dafür werden im Zeitraum von 2018 bis 2020 Mittel in Höhe von 66 Millionen Euro bereitgestellt. „Die MRI gilt als Schlüsseltechnologie sowohl für die Industrie- als auch die Servicerobotik“, sagt Martin Hägele, Leiter der Abteilung Roboter- und Assistenzsysteme am Fraunhofer IPA. „Roboter sind sowohl von Dienstleistungsunternehmen als auch von Endverbrauchern einsetzbar, insbesondere in Landwirtschaft und Logistik, im Gesundheitswesen, im Sicherheitssektor sowie im Einzelhandel.“ Bei allen Anwendungen arbeiten Roboter ohne Schutzzaun – weshalb sie in der Alltagsumgebung besondere Sicherheitsstandards erfüllen müssen sowie sicher und intuitiv bedient werden müssen.

Künstliche Intelligenz sorgt für Interaktion

Unabdingbar für die Mensch-Roboter-Interaktion ist künstliche Intelligenz, Maschine-Learning-Modelle und Sensoren. Deshalb entwickelt das Institut für Kognitive Systeme der TU München eine künstliche Haut, die auf Nähe reagiert. Ziel sind Maschinen, die nicht nur sensibel genug sind, um einen potenziell schädlichen Kontakt zu vermeiden, sondern sich sogar lediglich mit einer Feder dirigieren lassen.

„Eine besonders spannende Aufgabe ist es, den Prozess zu vereinfachen, Robotern diverse Aufgaben beizubringen“, sagt Samuel Bouchard, CEO von Robotiq. „Wir nutzen momentan noch sehr einfache Anweisungen. Dafür ist viel Fachwissen erforderlich. Lässt sich bei Robotern jedoch ein höheres Abstraktionsniveau erreichen, gestaltet sich die Zusammenarbeit viel einfacher. Die Herausforderung besteht darin, die verschiedenen Komponenten mit mehr Intelligenz auszustatten.“ Das Ziel von Robotiq ist es, anderen Unternehmen zu zeigen, wie sie Roboter selbst installieren und somit unter anderem dem Fachkräftemangel entgegenwirken können. „Das eigentliche Ziel ist eine nahtlose Zusammenarbeit“, sagt Bouchard.

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