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Variabel und schnell einsetzbare Messtechnik

Um aussagekräftige Messergebnisse zu erhalten, diese zu speichern und schließlich dreidimensionales Kartenmaterial zu erzeugen, musste ein entsprechendes Messgerät inklusive Mess- und Steuerungssoftware mit dem Elektrodensystem gekoppelt werden. Dabei entschied man sich im IGZ für die Zusammenarbeit mit dem Mess- und Prüftechnik-Unternehmen Delphin Technology, das seinen Sitz in Bergisch Gladbach hat. Überzeugt haben unter anderem die flexiblen Entwicklungskapazitäten eines Mittelständlers. „Im Gegensatz zu vielen geophysikalischen Messgeräten basiert die von Delphin eingesetzte Technik nicht auf einer spezifischen Insellösung, sondern auf dem Markt etablierten standardisierten Seriengeräten des gehobenen Industriestandards“, beurteilt Dr. Rühlmann.


Zu den Basisprodukten von Delphin zählen zum einen die Hardware TopMessage und zum anderen die Software ProfiSignal, die beide hier für die komplette Anwendungsentwicklung verwendet wurden. „Die variabel einsetzbare Hard- und Firmwarestruktur sowie die Softwareoberfläche lassen sich optimal an unseren Anwendungszweck anpassen, wobei wir individuelle Mess- und Ergebnisberichte erhalten können“, so der Projektleiter. Zudem können zukünftige technische Weiterentwicklungen auch in die Fortentwicklung des Geophilus übernommen werden: „Ein wichtiger Pluspunkt ist die Ausbaufähigkeit, weil damit eine problemlose Integration weiterer Sensoren in das Messsystem möglich ist.“

Neben der Ausbaufähigkeit haben die Berliner weitere Anforderungen an das Messsystem: Es muss robust sein – Wind, Wetter und Erschütterungen überstehen, autark arbeiten und die gemessenen Daten per WLAN übertragen können. Zudem müssen die geografischen Koordinaten mittels GPS erfasst und zeitgleich zu allen an einem Messpunkt erhobenen Messwerten aufgezeichnet werden können – und das alles in einer kompakten Größe. Sogar der Export in Google Earth ist möglich und sorgt so für eine komfortable Darstellung. Ebenso entscheidend war auch die Messgeschwindigkeit, um einerseits die Ergebnisse während der Aufzeichnung gleich sehen zu können und andererseits, um schnellere Ergebnisse bei der Kartierung zu erhalten.
Kartierung für die Landwirtschaft und mehr
Die Kartierung erfolgt einmalig. Der Landwirt profitiert nachfolgend jährlich von den digitalen Bodenkarten, da das einzelne Feld nun nicht mehr einheitlich bewirtschaftet, sondern auf Grundlage der Geophilus-Bodenkarten in kleinräumige, so genannte Managementzonen eingeteilt wird. Diese kleinen Einheiten werden dann quasi individuell bewirtschaftet – die Hinterlegung der Bodenkarten auf dem Bordcomputer moderner Landmaschinen mit GPS-Kopplung und die elektronische Ansteuerung der Arbeitsaggregate ermöglichen dies. „Im Ergebnis dieser teilflächenspezifischen Bewirtschaftung, dem precision farming, wird also ein optimaler Kompromiss angestrebt zwischen qualitativ und quantitativ hochwertigen Erträgen, minimierter Umweltkontamination, Nachhaltigkeit der Bewirtschaftung und Betriebsgewinn“, fasst Dr. Rühlmann zusammen.
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