MICA und Sensorik

Mini-PC lässt Sensoren, SPS & Co. miteinander sprechen

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Und das reicht nicht mehr?

Für diesen Mechanismus ist das auch super. Interessant wird das Ganze aber, wenn ich verschiedene Parameter koppeln kann, beispielsweise Strom- und Temperatursensor, die beide an verschiedenen SPS hängen und unterschiedliche Aufgaben erledigen. Auf diese Weise kann ich nützliche Zusammenhänge herstellen. Ein anderes Beispiel: Druckluftüberwachung. Da ließen sich mit IO-Link-Sensoren Druck- und Durchflussmengen messen und bei einem Druckluftleck Alarm schlagen.

Und ich bekomme ein ganzheitlicheres Blick auf meine Anlage. Das, was der Maschinenführer früher dank seiner Erfahrung im Bauch hatte, der vielleicht einfach nur sein Ohr anlegen musste, um intuitiv zu wissen, dass er mit der nächsten Wartung nicht mehr warten kann. Predictive Maintenance ist da nur ein Stichwort. Monitoring ein anderes. Ich kann meine Anlage 365 Tage rund um die Uhr überwachen. Prozessleitsysteme sind für viele kleinere Anlagen zu aufwendig und teuer. Mit MICA kann ich über den dezentralen Ansatz Auffälligkeiten in Zusammenhang bringen.

MICA hilft, über die Sensoren mehr über die Anlage zu lernen, anhand der an den Sensoren generierten Daten mehr Möglichkeiten auszuschöpfen. Auch für die Prozesse.

Könnten Sie noch ein paar dieser Anwendungen skizzieren, die die Kombination von MICA und Sensorik ermöglicht?

Die Möglichkeiten sind wirklich fast unbegrenzt. Qualitätssicherung gehört etwa dazu, weil sich auch die Daten der optischen Identifikation mit der Herstellung zusammenführen lassen. Nachverfolgbarkeit: Wenn ein Walzwerk den Alublock an den Hersteller weitergibt, kann der elektronisch von den in der Produktion sensorisch erfassten Qualitätsdaten begleitet werden. Später lässt sich genau sagen, welcher Alublock im Automobil verarbeitet wurde.

Ein anderes Stichwort ist Arbeitssicherheit, ich kann beispielsweise in der Galvanik die Messdaten der Raumluft mit der Dauer des Arbeitseinsatzes oder einem anderen Parameter verbinden – und so gesundheitliche Vorsorge treffen.

Klingt wirklich nach Vielfalt...

...Noch eine ganz andere Schiene: In unserer eigenen Fertigung bei HARTING haben wir einen Stromsensor, um den elektrischen Strom einer Pumpe zu überwachen, mit RFID-Sensorik für Werkzeugerkennung verknüpft. Jetzt können wir die Werkzeugerkennung mit der Dauer des Stromverbrauchs in Zusammenhang bringen und daraus Aussagen über den Prozess machen.

Zum Beispiel?

Ist die Transportschnecke in der Kunststoffspritzgussmaschine verschlissen? Oder ist sie gerade dabei, zu verschleißen? Letztlich geht es darum, bestehende Strukturen zu nutzen und auf möglichst einfache Weise zu erweitern.

Richtung Internet der Dinge?

Ja, dank der Sensorik lässt sich der IoT-Gedanke Schritt für Schritt realisieren. Wir produzieren bei HARTING beispielsweise teilweise noch ganz klassisch Steckverbinder. Die werden auch optisch inspiziert. Was wir dabei im Nachgang feststellen, lässt sich genau mit den Produktionsdaten der Maschine vergleichen. Und wir können diese Daten mit denen der Nachbarmaschine abgleichen. Weichen sie ab? Die MICA hört also an den SPS zu und gibt die Infos weiter. Auf diese Weise lässt sich auch der Aluminiumblock in seinem Prozess verfolgen. Das Walzwerk schiebt die Daten in die Cloud, der Automobilhersteller holt sie sich dort raus. MICA ist ein gutes Gateway dafür.

MICA hört also zu. Und die Maschinen reden miteinander?

Genau, das ist in dieser Konsequenz denkbar. Dank der zwei Übersetzer an jeder Seite der MICA und der Cloud können die Maschinen dann miteinander reden. Das ist der klassische Cloud-basierte IoT-Ansatz. Egal wie unterschiedlich SPS und Sensorik ist. MICA hängt sich dazwischen und macht die Heterogenität und bunte Typen- und Protokoll-Vielfalt handhabbar.

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