MICA und Sensorik

Mini-PC lässt Sensoren, SPS & Co. miteinander sprechen

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Klärt MICA also endlich die Standardisierungs-Fragen für die Industrie?

MICA ist eher so etwas wie eine Standardisierungs-Plattform mit einer Offenheit für alle Systeme, die eine Gemeinsamkeit haben: Sie sind häufig hoch zu den Internettechnologien oder untereinander inkompatibel. Und das bringt MICA nun zusammen. Wir bauen gerade ein Modul, das mit EtherCAT, EtherNet/IP und Profinet drei weit verbreitete Protokolle spricht. Ich muss der Hardware-Büchse, salopp formuliert, nur sagen, welches Protokoll es gerade sprechen soll. Ich kann mir also eine Maschine kaufen, die EtherCat spricht und ein paar Jahre später die MICA an eine neue Profinet-Maschine klemmen – und dieselbe Anwendung läuft weiter. An ihr ändert sich nichts.

Wie sieht das ganz praktisch aus?

Profinet ist ja nur ein Beispiel, es gibt ja unheimlich viele verschiedene Protokolle. Letztlich kann man die alle einbinden, indem man sie der MICA über eine relativ einfache Hardware-Erweiterung mit einem kleinen Software-Container beibringt. Dieses modulare Konzept für Hardware und Apps ist ja der Kern-Ansatz der MICA, auf der sich programmieren lässt, was man haben möchte: auch in puncto Auswertung, Visualisierung – und eben mit den entsprechenden Standards. Dadurch lassen sich Sensoren, SPS & Co. in heterogenen Produktionslandschaften zusammenführen. Über die MICA können sie miteinander sprechen.

Und was muss der Anwender machen, um der MICA die Kommunikation mit jeder SPS beizubringen?

Da hab ich mehrere Optionen: Die weit verbreiteten Protokolle wie ProfiNet, Ethernet IP und EtherCAT etwa lassen sich einfach als fertige Software-Container auf die MICA laden. Bei den älteren oder exotischeren Protokollen gibt es mehrere Möglichkeiten: Entweder der Anwender hat das Know-how selber und baut sich die Platine für dieses Protokoll. Es gibt ja durchaus noch Anlagen, die ein proprietäres Protokoll sprechen, dass nur dieser Anlagenbauer kann. Oder wir oder ein Automatisierer übernehmen diese Dienstleistung für ihn.

Technisch sind damit also heterogene Maschinenparks und ihre Sensoren verbunden – und funktionell?

Mit der MICA lassen sich alte Anlagen auch funktionell mit Sensorik nachrüsten und neue so bauen, dass weitere Fähigkeiten auch später immer noch angedockt werden können. Derzeit handelt es sich ja meist noch um einen relativ eng definierten Regelkreis. Man hat einen Sensor und eine SPS, ein bestimmter Aspekt wie etwa die Temperatur wird abgefragt und geregelt. Ist es beispielsweise zu heiß, wird die Anlage abgeschaltet.

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