Industrie- und Servicerobotik

Mit Bildverarbeitung schauen Roboter genau hin

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Robotik-Anwendungsbeispiele: Griff-in-die-Kiste-System

In der Industrierobotik nutzt das Fraunhofer IPA Bildverarbeitung bspw. für das Griff-in-die-Kiste-System, das das automatisierte Vereinzeln von ungeordnet vorliegenden Werkstücken ermöglicht. Die über eine Lizenz erhältliche Software bp3 erkennt die Objektlage und kann die besten Greifpunkte sowie die Entnahme und damit die kollisionsfreie Bahn des Roboters berechnen. Damit dies schnell und zuverlässig funktioniert, werden 3D-Sensoren über der Roboterzelle oder ggf. an den Greifern genutzt. Sie erzeugen eine Punktwolke des Kisteninhalts und die Software gleicht diese mit eingelernten CAD-Daten der Werkstücke ab. Je nach Greifpunkten und möglicher Weiterverarbeitung des Werkstücks passt die Software auch die Roboterbahn für die Ablage an.

In der Servicerobotik haben die Experten u.a. Technologien für die Warenlager- und Einzelhandelslogistik entwickelt. Hier wurden die Einsatzpotenziale eines mobilen Roboters analysiert, der das Ladenbild überprüft. Dabei inspiziert eine mobile Roboterplattform, die mit entsprechender Kamera- und 3D-Sensorik ausgestattet ist, die Warenregale und prüft, ob sich die ausgestellten Waren am vorgesehenen Platz befinden und ob im Regal leere Kartons zu entfernen sind. Bereits ohne spezielle Optimierungen können ein Großteil des Warensortiments, darunter über 90 Prozent der Waren ab einer Größe von z.B. Puddingpulvertüten und größer, sicher erkannt und falsch platzierte Waren zügig identifiziert werden. Zudem wurde der Versuchsaufbau eines Kommissionier-Roboters für den Einzelhandel und komplexe Warenlager entwickelt. Dafür haben die Experten ein Versuchslager mit Einzelhandelswarenregalen eingerichtet, in denen verschiedenste Produkte stehen. Aufgabe des Roboters ist es, sich gemäß einer Kundenbestellung frei durch das Lager zu bewegen und die gewünschten Produkte in ein Paket zu kommissionieren.

Dies sind nur einige Beispiele für die Möglichkeiten, die die Bildverarbeitung Robotersystemen eröffnet. Für den Einsatz der Technologien in der Service- wie auch in der Industrierobotik steht das Fraunhofer IPA interessierten Unternehmen als unabhängiger Technologieberater und -entwickler jederzeit gerne zur Verfügung.

Ps: Helfer in der Praxis: Hat Ihnen ein Roboter schon mal beim Einkaufen geholfen? Nicht? Dann sollten Sie zu Saturn in Ingolstadt gehen, seit ein paar Monaten begleitet Serviceroboter Paul des Fraunhofer IPA die Kunden zum gewünschten Produkt.

* Richard Bormann, Projektleiter Haushalts- und Assistenzrobotik; Dr.-Ing. Werner Kraus, Gruppenleiter Handhabung und Intralogistik; Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

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