Digitaler Produktpass
Mit der Asset Administration Shell zum digitalen Produktpass

Von Johannes Kalhoff und Anastasia Steinbrenner, Phoenix Contact GmbH & Co. KG, Blomberg 7 min Lesedauer

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Der Informationsbedarf von Anwendern, Wissenschaft und Regulatorik an das Engineering und die Verwendung von Produkten und Betriebsmitteln wächst. Dies stellt Hersteller und Betreiber von Produktionssystemen vor große Herausforderungen.

Der wachsende Informationsbedarf stellt die Hersteller und Betreiber von Produkten und Betriebsmitteln vor wachsende Aufgaben. (Bild:  Phoenix Contact)
Der wachsende Informationsbedarf stellt die Hersteller und Betreiber von Produkten und Betriebsmitteln vor wachsende Aufgaben.
(Bild: Phoenix Contact)

Informationen wie die Produktdaten, Deklaration von eingesetzten Materialien (zum Beispiel RoHS oder REAcH), Ausweisung des CO2-Footprints entlang der Wertschöpfungskette oder der Batterie-Passport erweisen sich als anspruchsvoll. Das gilt ebenfalls für die industriellen Bedürfnisse, diese Daten papierlos, automatisiert, kostengünstig und jederzeit international verfügbar bereitzustellen. Die beschriebenen Herausforderungen setzen ein umfassendes Verständnis sowie die Implementierung von Datenketten innerhalb der Unternehmen sowie über Unternehmensgrenzen hinweg voraus. Um Kosten zu reduzieren und eine weltweite Verwendung zu erreichen, erweist sich die automatisierte und interoperable Verfügbarmachung der Daten als ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Im breiten Konsens sehen Unternehmen, Komponentenhersteller, Maschinen- und Anlagenbauer sowie Verbände den digitalen Produktpass als industrielle, international nutzbare Antwort auf diese Anforderungen.

Datenstandards und einheitliche Austauschformate als Basis

Zur Realisierung einer nachhaltigen und klimaneutralen Wirtschaft und Gesellschaft stellen die Digitalisierung und Vernetzung entscheidende Aspekte dar. Der European Green Deal ist der Weg der EU in Richtung Kreislaufwirtschaft und Klimaneutralität. Er soll eine möglichst große Transparenz hinsichtlich der Lieferketten erzeugen. Der digitale Produktpass dient als Instrument zur Umsetzung des Green Deals. Er liefert kontinuierlich alle relevanten Informationen über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts. Der digitale Produktpass erfüllt damit die regulatorischen Rahmenbedingungen bezüglich der eingesetzten Materialien und chemischen Substanzen. Er gibt Informationen zu den verwendeten Batterien, Ersatzteilen, einer Reparatur sowie der fachgerechten Entsorgung.