Phoenix Contact

Mit MES in der Kunststofffertigung wirtschaftlich produzieren

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Diese Vorgehensweise führte noch in der Pilotphase zu einer hohen Akzeptanz von Hydra und damit zu einem Datenbestand, der die Realität wirklichkeitsgetreu abbildet. Nur so lassen sich größtmögliche Vorteile aus dem MES ziehen, indem zielgenaue Aktivitäten abgeleitet werden. Aufgrund ihrer Modularität wurde die Software in nachvollziehbaren Schritten eingeführt. Über die Maschinendatenerfassung MDE, die Auftragsdatenerfassung ADE mit Anbindung an SAP und den Produktionsleitstand HLS zur detaillierten Produktionsplanung ist das Bedienpersonal stufenweise mit den Möglichkeiten des Systems vertraut gemacht worden.

Das Ergebnis: Verbesserung der Produktivität

Der Einsatz des MES resultierte nach kurzer Zeit in einer deutlich höheren Transparenz der Prozesse in der Kunststofffertigung und damit in einer nachweislich verbesserten Produktivität. Auf Basis der maschinenbezogenen Stillstands-Erfassung und der sich daraus ergebenden Produktionsstatistiken wurden beispielsweise Maßnahmen zur Optimierung der Maschinen- und Werkzeugverfügbarkeit ergriffen. Durch die intelligente Nutzung des Hydra-Leitstands in Kombination mit dem WRM-Modul kann nun ein für drei Werktage fixierter Produktionsplan umgesetzt werden. So ist sichergestellt, dass aufgrund der frühzeitigen Information der zuliefernden Werkstätten zu Produktionsbeginn alle benötigten Ressourcen an der Maschine vorhanden sind.

Organisatorische und technische Störungen werden durch die im MES zur Verfügung stehenden Daten erkannt, untersucht und minimiert. Die Stammdatenqualität im führenden ERP-System ist durch die Einführung optimiert worden, weil Hydra in dieser Hinsicht mit detaillierten Kontrollmöglichkeiten unterstützt. Wichtige Informationen zu einzelnen Artikeln, Fertigungsaufträgen, Arbeitsplätzen (Maschinen) und Werkzeugen werden über einen langen Zeitraum gespeichert. Auf der Grundlage der im System gebildeten Kenngrößen können die Verantwortlichen heute gezielt in den Prozess eingreifen und Verbesserungsmaßnahmen vornehmen, was in der Vergangenheit nicht mit einem solchen Detaillierungsgrad möglich war. Ferner lassen sich die Kosten verursachergerecht ermitteln und reduzieren. „Insgesamt hat uns die Einführung des MES in allen Belangen nach vorn gebracht, denn so können wir die Preise der gefertigten Komponenten international wettbewerbsfähig halten“, erklärt Jens Fischer.

Das aktuelle Projekt: Einführung von WRM in der Betriebstechnik

Aktuell arbeitet das MES-Team des unternehmenseigenen Maschinenbaus an der Implementierung des WRM-Moduls zum Werkzeug- und Ressourcen-Management in der Betriebstechnik, wobei der Fokus auf dem Wartungskalender liegt. Nachdem sich im Bereich der Werkzeug-Instandhaltung bereits deutliche Verbesserungen bei der Planung und Realisierung von Werkzeug-Umbauten und –Wartungen für den Kunststoffspritzguss ergeben haben, soll die vorbeugende Maschinen-Instandhaltung nun stärker mit der Produktionsplanung gekoppelt werden.

Der WRM-Wartungskalender ersetzt die bisher manuell geführten Excel-Listen. Hier lassen sich die geplanten Maschinenwartungen zeit-, betriebszeit- oder taktorientiert mit frei konfigurierbaren Warnstufen einstellen. Aufgrund der dreistufigen Alarmierung in Form einer Ampel können sich die Mitarbeiter der Betriebstechnik gezielt auf den anstehenden Service-Einsatz vorbereiten und ihn gemeinsam mit der Produktionsplanung auf der Maschine einlasten. Erfolgte Wartungen werden am Maschinen-Terminal quittiert und bei Bedarf kommentiert. Ihre Dokumentation in der Ressourcen-Historie erlaubt spätere Auswertungen oder dient als Tätigkeitsnachweis. Zwecks automatischer Erzeugung von Instandhaltungsaufträgen ist ferner ein Abgleich der Daten mit SAP geplant.

Das Fazit: Schnelle Entscheidungshilfe

Die Transparenz der Produktionsdaten, die das MES Hydra bietet, wird von den Mitarbeitern der Werkstätten und des Produktionsmanagements als Unterstützung zur Optimierung ihrer Arbeitsabläufe wahrgenommen. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind Kennzahlen auf Knopfdruck, detaillierte Übersichten und schnelle Entscheidungshilfen ein Schlüssel zum Erfolg sowie eine gute Vorbereitung auf zukünftige Veränderungen. Phoenix Contact wird den Einsatz des Systems daher weiter ausbauen und Innovationen in diesem Bereich bedarfsgerecht umsetzen.

Harm Hübert, Leiter der MES-Teams im Maschinenbau von Phoenix Contact, Blomberg

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