Netzverteilung

Mit NESSY kein Schwanken in der Spannung mehr

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Strangregler geeignet für die ländlichen Netze

NESSY ist auch als Strangregler oder Spannungslängsregler verwendbar und regelt Asymmetrien aus. „Der Einsatz eines Spannungslängsreglers ist vor allem dort vorteilhaft, wo sich die installierte Leistung von EE-Anlagen sehr ungleichmäßig auf die Abgänge eines Niederspannungsnetzes verteilt. Eine Regelung der Sammelschienenspannung und damit gleichmäßige Spannungsreglung aller Abgänge durch einen regelbaren Ortsnetztransformator würde dafür eventuell nicht ausreichend sein“, heißt es in der Verteilnetzstudie. Vor allem in ländlichen und vorstädtischen Netzen mit großen Einspeisern ist die gezielte Regelung des betroffenen Strangs daher effektiver und kostengünstiger.

Der Einsatz von NESSY für existierende Ortsnetztransformatoren hält die Netzspannung dauerhaft innerhalb des Toleranzbands von ±10 %. Die Werte für Spannung und Strom werden auf der Verbraucherseite gemessen und durch eine SPS erfasst. Mithilfe einer Steuerung werden wartungsfreie Halbleiterbauelemente (Triacs) als Stellglieder angesteuert. Die Steuerung ist reaktionsschnell und erreicht eine Regelgeschwindigkeit von 150 ms pro Stufe. Der Wirkungsgrad ist > 99 %.

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Je nach Spannungsabweichung werden ein bis sechs Transformatoren zugeschaltet (Spannungserhöhung bei Unterspannung) oder gegengeschaltet (Spannungsabsenkung bei Überspannung). Der Regelbereich liegt zum Beispiel bei ±10 % in ± 4 x 2,5 %-Stufen. Die Spannungsstufen sind wählbar. Die Regelung bezieht Spannungswerte von der Sammelschiene, nach der die Stufen ermittelt werden.

NESSY ist in unterschiedlichen Leistungsvarianten von 50 kVA bis 200 kVA verfügbar. Das Stabilisierungssystem erfordert keinen Netz­umbau, ist einfach installierbar und sofort verfügbar.

In vielen Ortsnetzen ist die komplette Erneuerung des Ortsnetztrafos unwirtschaftlich. Oft sind kleine dezentrale Spannungsregler sinnvoller, um beispielsweise nur einzelne Netzstränge zu stabilisieren. Während Ortsnetztrafos immer alle drei Phasen regeln, kann es in einem Industrienetz mit einer sehr unterschiedlichen Lastenverteilung sinnvoller sein, gezielt einzelne Phasen zu regeln. Eine solche Spannungsoptimierung ist wirtschaftlicher und erhöht als eine Art elektrotechnische Firewall die Betriebssicherheit und die Anlagenverfügbarkeit. Eine geregelte Spannung stabilisiert außerdem sensible Antriebe und Prozesse.

Bei einer Einstellung des Toleranzbandes von beispielsweise ± 5 % erweitert sich der Regelbereich mit ± 10 % auf ± 15 % der Nennspannung UN. Das frei einstellbare Toleranzband und eine verringerte Versorgungsspannung ermöglicht es einem Industrieunternehmen, Energie- und Kostenoptimierungen zu erreichen.

* *Martin Ortgies ist freier Fachjournalist

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 Martin Ortgies

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Technikjournalist