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Netzverteilung Mit NESSY kein Schwanken in der Spannung mehr

Autor / Redakteur: Martin Ortgies / Karin Pfeiffer

Bis 2020 wird laut RWTH Aachen jedes vierte ländliche Netz Probleme mit Spannungsbandverletzungen haben und so IT-Systeme, Industriesteuerungen und Maschinen gefährden. NESSY kann die Netzspannung innerhalb des Toleranzbandes von ± 10 % halten.

Durch den Einsatz von NESSY für existierende Ortsnetztransformatoren wird die Netzspannung dauerhaft innerhalb des Toleranzbands von ±10 % gehalten.
Durch den Einsatz von NESSY für existierende Ortsnetztransformatoren wird die Netzspannung dauerhaft innerhalb des Toleranzbands von ±10 % gehalten.
(Bilder: Ruhstrat)

Maximal ± 10 % darf das Spannungsband in Niederspannungsnetzen gegenüber der Nennspannung abweichen (EN 50160). Gleichzeitig dürfen dezentrale Energieerzeuger (EE) während des Einspeisevorgangs die Spannung lediglich um 3 % anheben laut BDEW. Das Befolgen beider Normen schafft Probleme bei der Einhaltung des Spannungsbandes im Verteilnetz. Mit steigenden EE-Anteilen nehmen die Spannungsschwankungen deutlich zu. Die RWTH Aachen kam 2012 zu dem Ergebnis, dass bis 2020 rund ein Viertel der ländlichen Netze Probleme mit Spannungsbandverletzungen haben werden. Das wiederum kann zum Ausfall von IT-Systemen, Industriesteuerungen oder Maschinen und Schäden an ihnen führen. „So reagieren elektronische Steuerungen in höchstem Maße sensibel auf Spannungsschwankungen, auch wenn sich diese nur innerhalb eines Bruchteils von Sekunden abspielen“, heißt es im Forum Netztechnik / Netzbetrieb im VDE. Dies hat auch rechtliche Auswirkungen: Laut Bundesgerichtshof haften Netzbetreiber nach dem Produkthaftungsgesetz für Überspannungsschäden (BGH, 25.02.2014 - VI ZR 144/13). Der Umfang der Spannungsschwankungen in Niederspannungsnetzen ist wegen fehlender Messeinrichtungen allerdings oft gar nicht bekannt.

Der EE-Zubau führt zu einem grundlegenden Umbau der Verteilnetze. Die Verteilnetzstudie des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) hat nochmals bestätigt, dass durch den Einsatz intelligenter Technologien wie regelbare Ortsnetztransformatoren (rONT) und Niederspannungsregelsysteme / Spannungslängsregler der Netzausbau in der Niederspannung nahezu vollständig vermieden werden kann. Bei diesen Systemen wird die Spannung lokal gemessen, verarbeitet und selbstständig eine Regelung durchgeführt.

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Ortsnetztransformatoren: Mit NESSY regelbar

Das Netzspannungsstabilisierungssystem (NESSY) oder der regelbare Ortsnetztransformator (rONT) sind gleichermaßen wirksam, haben aber unterschiedliche Stärken und Einsatzbereiche. NESSY ist eine Entwicklung von Ruhstrat, einem Spezialisten für Spannungsoptimierungssysteme und Transformatoren für den Nieder- und Mittelspannungsbereich. Das Unternehmen aus Bovenden entwickelt moderne Anlagen zum Schutz vor Spannungseinbrüchen und zur Spannungsstabilisierung.

NESSY basiert auf einer mikrocontrollerbasierten Steuerung und ist eine Weiterentwicklung der etablierten Strangregler-/Spannungslängsregler-Technik. Mit NESSY können auch existierende Ortsnetztransformatoren nachgerüstet werden. Diese ONT werden damit „regelbar“ gemacht. Hier hat NESSY Ruhstrat zufolge einen Kostenvorteil, weil die vorhandenen Transformatoren nicht ersetzt werden müssen. NESSY ist sowohl für Öl- als auch für Gießharztransformatoren einsetzbar. Das ist vor allem für Industrienetze oder Einkaufszentren mit eigener Mittelspannungseinspeisung relevant. Diese setzen häufig Gießharztransformatoren ein, die durch rONT nicht ausgetauscht werden können.

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 Martin Ortgies

Martin Ortgies

Technikjournalist