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Zentrales Monitoring
Die Module der Software Incontrol umfassen Funktionen wie die Überwachung der Maschinenparameter, des Hydraulikdrucks und der Temperaturen an den Wicklungen der Pumpenmotoren. Darüber hinaus werden die Daten der Hauptantriebe permanent ausgelesen und zentral angezeigt. Ähnliches gilt für die beiden Diesel-Drehstromgeneratoren. Über die im Stromnetz verteilten Messfühler sieht der Schiffsführer auf einem einzigen Bediengerät, welche Verbraucher aktiv sind, aus welchem Stromerzeuger sie gespeist werden und welche Wege der Strom nimmt. Auch alle Schaltvorgänge auf dem Schiff werden entsprechend abgebildet –angefangen von der Positionsbeleuchtung über das Heben und Senken der Brücke bis hin zu den Bewegungen des Bordkrans.

Damit wird Incontrol auch unterschiedlichen Anwendungen und Anforderungen gerecht. Ist der Futura Carrier beispielsweise als Tanker projektiert, lässt sich das dafür erforderliche Cargo-Kontrollsystem schnell und problemlos an die Automation anbinden. Ähnliches gilt für das optionale Flottenmanagementsystem mit dem alle wichtigen Informationen zur Ferndiagnose und -wartung abgerufen werden können. Dazu Olaf Ratschow: „Incontrol bietet die volle Funktionalität für die Schifffahrt, ist aber wesentlich flexibler einsetzbar als bisherige Lösungen. Das bedeutet einen deutlich größeren Nutzen für den Betreiber“.
Redundanz über Glasfaserkabel
Steuerungen im Schiffsbetrieb werden so verteilt, dass die Länge der Kabel zu den Messfühlern möglichst kurz ist. Außerdem muss im Notfall eine Redundanz gewährleistet sein. Aus diesem Grund sind auf dem Futura Carrier zwei Steuerungen vom Typ MELSEC System Q installiert. Eine im Vorschiff für den Antrieb am Bug und das Energiemanagement der beiden Dieselgeneratoren, die zweite im hinteren Bereich für die Steuerung der Heckmotoren. Beide Systeme sind über Glasfaserkabel und das redundante Netzwerk MELSECNET/H von Mitsubishi Electric, das einen schnellen zyklischen Datenaustausch mit bis zu 25 Megabits pro Sekunde ermöglicht, miteinander verbunden.

Die Automatisierungslösung ist darauf ausgelegt, dass der Schiffsführer jederzeit über alle Betriebszustände informiert ist. Das Steuerhaus ist mit einem modernen, ergonomischen Einmannfahrstand ausgestattet, der dem neuesten Stand der Technik entspricht und gemäß aller relevanten Regeln und Vorschriften (LR, SUK, VDE-Richtlinien) eingerichtet ist. Zentrale Bedien- und Visualisierungseinheit ist ein robuster Industrie-PC aus der MicroClient-Familie der IPC1000-Serie mit der Visualisierungs-Software MX4 von Mitsubishi Electric. Auf dem Touchscreen-Gerät laufen alle Daten und Messsignale zusammen – von den Alarmgebern und den seriellen Schnittstellen über die Antriebsmotoren bis hin zu den beiden Bordnetzaggregaten. Auch im Steuerhaus ist aufgrund der Bediensicherheit eine Redundanz gefordert. Dafür steht zusätzlich ein kompaktes MAC-E300-Bediengerät von Mitsubishi Electric zur Verfügung, das alle sicherheitsrelevanten Funktionen abdeckt.
Fazit
Das Binnenschiff Futura Carrier ist so konstruiert, dass sowohl der Schiffskörper als auch die technischen Module unterschiedlichen Anforderungen wie Größe und Ladung angepasst werden können. Auch die neu entwickelte Automatisierungslösung Incontrol ist modular aufgebaut. Dies bietet Schiffsbauern und -betreibern im Vergleich zu bisherigen starren Lösungen einen deutlich größeren Nutzen – angefangen von der Planung und Projektierung in der Werft über das Nachrüsten von Komponenten bis hin zu Reparatur und Wartung. Da Incontrol alle für die Schifffahrt notwendigen Funktionen beinhaltet, ist diese Lösung nicht allein auf den Futura Carrier beschränkt, sondern auch für andere Schiffstypen geeignet.
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