Motorschutz

Modularer Systembaukasten für eine wirtschaftliche Elektrotechnik

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Vereinheitlichtes Zubehör erleichtert Handling

Ein weiteres wichtiges Entwicklungsziel des Sirius-Systembaukastens war, dass das Zubehör für Applikationen bis 40 A vereinheitlicht wurde. Das spart in der Praxis nicht nur Zeit bei Planung und Umsetzung, sondern auch Platz im Vorratslager. Auch die Monteure vor Ort müssen jetzt nur noch eine Größe dabeihaben.

Der Aspekt der Platzersparnis in Verbindung mit hoher Zuverlässigkeit ist auch im Kranbau ein permanent präsentes Thema. So setzt zum Beispiel die Liebherr-Werk Biberach GmbH, die jährlich mehr als 500 Baukrane herstellt, in einem neuen Schnelleinsatzkran die neue Schützgeneration von Siemens ein. Das Biberacher Unternehmen entschied sich auch deshalb für den Systembaukasten, weil es diesen mit Federzuganschlusstechnik gibt, und zwar sowohl für den Steuer- als auch für den Hauptstromkreis mit Leitungsquerschnitten von bis zu 10 mm2. Neben der damit möglichen schnelleren Verkabelung schätzen die Liebherr-Konstrukteure und -Entwickler vor allem die extrem hohe Langzeit- und Rüttelfestigkeit dieser Anschlusstechnik. Denn vor allem Wackelkontakte sind bei Kranen oft nur mit erheblichem Aufwand zu finden; da bewährt sich, dass die Federzuganschlusstechnik bekannt ist für ihre bessere Kontaktqualität.

Komplette Verbraucherabzweige „stecken“

Der modulare Aufbau des Sirius-Systembaukastens von Siemens ist für die Verantwortlichen bei Liebherr ebenfalls ein echtes Highlight. Über eine ausgeklügelte Stecktechnik lassen sich komplette Verbraucherabzweige schnell aufbauen. Diesen Vorteil schätzt man auch bei Combitherm, wo Schütz und Leistungsschalter für den Motorschutz mithilfe von Verbindungsbausteinen zusammengefügt und auf eine Hutschiene geschnappt werden. Damit spart man sich einen Kabelkanal im Schaltschrank. Bei Bedarf kann unten sogar ein zusätzliches Überlastrelais aufgesteckt werden. Komplette Abzweige lassen sich auf die gleiche Weise nicht nur mit den Schützen Sirius 3RT2, sondern auch mit den Halbleiterschaltgeräten Sirius 3RF und den Sanftstartern Sirius 3RW zusammenstellen.

Selbstverständlich lassen sich auch Wendestarter und Stern-Dreieck-Starter entsprechend schnell konfektionieren. Einfach wird es dadurch, dass nun die 3-Phasen-Sammelschienen für die Leistungsschalter für den Motorschutz der Baugrößen S00 und S0 gleich sind. Diese Überbrückungskontakte plus eine Einspeisung lassen sich einfach stecken und anschrauben. Damit kann man auf das sonst übliche aufwändige und teure Sammelschienensystem verzichten.

Die Signaltechnik lässt sich leicht über sogenannte Funktionsmodule für den Anbau an Schütze und zur Anbindung an die Steuerung realisieren. Diese werden von vorne aufgesteckt und über Flachkabel miteinander verbunden. Die notwendige Schaltverzögerung bzw. die sichere Schaltfolge wird bei Wende- bzw. Stern-Dreieck-Startern von den Funktionsbausteinen übernommen. Diese gibt es für die übliche Parallelverdrahtung, aber auch für den Anschluss an AS-Interface und IO-Link. Dadurch ist eine Diagnose bis auf die Schützebene möglich – nicht nur für Liebherr ein großer Vorteil.

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