Ethernet-basierte Kommunikation in Biogasanlagen

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Keine IT-Kenntnisse erforderlich

Beim Einsatz in Biogasanlagen bietet das Modem einige Vorteile. So lässt sich die Datenübertragung weiterhin über das dem Endanwender vertraute klassische Kupferkabel realisieren. Das Verlegen der Leitungen und Anschließen der Adernpaare kann jeder Elektriker übernehmen.

Zudem sind die Geräte von Phoenix Contact einfach in der Handhabung. Obwohl Ethernet-Datenpakete weitergeleitet werden, muss der Anwender den Ethernet-Extender nicht mit einer IP-Adresse konfigurieren, da er als einfacher Medienkonverter arbeitet. Das bedeutet, dass die Ethernet-Daten auf der einen Seite der Strecke moduliert, über das Kupferkabel übertragen und anschließend auf der anderen Streckenseite wieder demoduliert werden. Auf diese Weise lassen sich abhängig vom Querschnitt des Kabels Entfernungen bis 20 km überbrücken.

Für die Inbetriebnahme des Modems wird also kein IT-Fachmann benötigt. Darüber hinaus ermitteln die Geräte automatisch untereinander die maximal auf der Kupferleitung mögliche Datenrate. Bei einer Punkt-zu-Punkt-Verbindung über ein einfaches Kupferadernpaar lassen sich somit Datenraten bis 15 MBit/s umsetzen.

Übersichtliche Vor-Ort-Diagnose

Alle Ethernet-Extender von Phoenix Contact unterstützen den Anschluss von zwei Kupferadernpaaren. Deshalb lässt sich die Punkt-zu-Punkt-Verbindung problemlos in eine Linienstruktur erweitern. Im Vier-Draht-Betrieb kann alternativ eine Redundanz-Strecke aufgebaut oder die Datenrate bei Bedarf auf bis zu 30 MBit/s verdoppelt werden.

Für die Biogasanlage ist die hohe Datenrate jedoch erst einmal sekundär. Wichtiger waren Wendelin Einsiedler und Dieng die einfache Diagnose-Möglichkeit sowie die zuverlässige Kommunikation. LEDs, die sich auf der Gerätefront befinden, zeigen beispielsweise den aktuellen Status des Ethernet-Extenders an. Vor Ort können die Mitarbeiter auf den ersten Blick erkennen, ob die Daten auf der jeweiligen Kupferstrecke übertragen werden oder ein Fehler aufgetreten ist.

Ein Modulationsverfahren, das dem Konzept beim privaten DSL-Anschluss ähnelt, sorgt hier für einen störungsfreien Datenaustausch selbst unter erschwerten elektromagnetischen Bedingungen. Das PSI-Modem von Phoenix Contact arbeitet allerdings mit einer als SHDSL bezeichneten Variante. Im Gegensatz zum DSL-Anschluss ermöglicht SHDSL eine symmetrische Datenübertragungsrate in beide Richtungen, was für industrielle Anwendungen optimal ist.

Kupfer + Ethernet-Extender – kostengünstige und zuverlässige Alternative

Die einfache Inbetriebnahme und hohe Zuverlässigkeit haben Christian Dieng davon überzeugt, das PSI-Modem auch in anderen Biogasanlagen zu verwenden: „Ich bin sehr zufrieden, dass weder meine Mitarbeiter noch die Endanwender viel Zeit investieren müssen, um das Gerät in Betrieb zu nehmen.“ Glasfaser ist also nicht die einzige Lösung, wenn eine schnelle Ethernet-Kommunikation über mehrere Kilometer realisiert werden soll. Christian Dieng: „Vorhandene Kupferleitungen in Kombination mit den neuen Ethernet-Extendern von Phoenix Contact haben sich für uns als gute und günstige Alternative erwiesen.“

* Gerrit Boysen, M. Eng, Produktmarketing Communication Interfaces, Phoenix Contact Electronics, Bad Pyrmont

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