Ethernet-basierte Kommunikation in Biogasanlagen Nachahmenswert: ein Allgäuer Dorf produziert seine eigene Energie

Autor / Redakteur: Gerrit Boysen* / Dipl. -Ing. Ines Stotz

Wenn Daten über große Distanzen breitbandig auf Basis von Ethernet ausgetauscht werden sollen, muss eine Glasfaser-Vernetzung nicht die einzige Lösung sein. Als kostengünstige Alternative erweisen sich Kupferleitungen in Verbindung mit den neuen Ethernet-Extendern von Phoenix Contact. Aufgrund der einfachen Inbetriebnahme und vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten bieten sich die Geräte beispielsweise für den Einsatz in Biogasanlagen an.

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In Kombination mit dem Ethernet-Extender erweisen sich Kupferleitungen als günstige und zuverlässige Kommunikationsalternative in Biogasanlagen.
In Kombination mit dem Ethernet-Extender erweisen sich Kupferleitungen als günstige und zuverlässige Kommunikationsalternative in Biogasanlagen.
(Bilder: Phoenix Contact)

Das auf den Schaltschrankbau für Biogasanlagen spezialisierte Unternehmen Dieng Schaltanlagen zeigt sich vom Ethernet-Extender PSI-Modem-SHDSL/ETH begeistert. Denn neben der intuitiven Handhabung spricht die hohe Zuverlässigkeit für die Geräte. Am Beispiel von Wildpoldsried im bayrischen Landkreis Oberallgäu lässt sich verdeutlichen, wie die Ethernet-Extender im Biogas-Bereich genutzt werden können.

Das Dorf mit seinen rund 2500 Einwohnern setzt das um, was für die Bundesregierung eine Zukunftsvision ist: Der Ort hat sich vom Atomstrom losgesagt und produziert seine eigene Energie aus regenerativen Quellen. Durch einen vielfältigen Mix aus Photovoltaik, Solarthermie, Wasserkraft, Windenergie, Erdwärme, Biomasse und Biogas wird fast das Vierfache des eigenen Stromverbrauchs erzeugt und in das Netz eingespeist. Wegen der vorbildlichen ökologischen und ökonomischen Realisierung wurde Wildpoldsried daher sowohl regional als auch bayernweit und international ausgezeichnet. Es werden derzeit fünf Biogasanlagen betrieben.

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Eine der Anlagen gehört Landwirt Wendelin Einsiedler, einem Idealisten und Pionier auf dem Gebiet der ökologischen Energiegewinnung. Die Abwärme der beiden angeschlossenen Blockheizkraftwerke wird in das Nahwärmenetz des Orts eingeleitet, wo sie unter anderem öffentliche Gebäude wie das Rathaus, die Schule, den Pfarrhof oder das Feuerwehrhaus sowie 25 private Anwesen mit 54 Wohneinheiten und die Bäckerei beheizt.

Einfach handhabbare Kommunikationslösung

Die in Leutkirch ansässige Dieng Schaltanlagen hat die Schaltschränke für die Biogasanlage von Wendelin Einsiedler geliefert. Mehr als 250 Anlagen, welche das Unternehmen seit 1998 aufgebaut hat, unterstreichen die fachliche Kompetenz in diesem Bereich der regenerativen Energie. Dabei überzeugen die Lösungen von Dieng die Endanwender durch eine einfache Handhabung sowie eindeutige Visualisierung. „Es ist uns wichtig, dass unsere Kunden ihre Biogasanlage ohne langwierige Erklärungen verstehen und bedienen können“, stellt der Geschäftsführer Christian Dieng fest.

Für die Datenübertragung zwischen dem im Dorf befindlichen Blockheizkraftwerk und der Biogasanlage auf dem Hof von Wendelin Einsiedler, der 4,2 km entfernt liegt, kommt drei Anforderungen eine besondere Bedeutung zu:

Zum einen soll die Kommunikation zwischen den beiden Gewerken auf Ethernet basieren. Die Länge eines Ethernet-Kabels ist jedoch generell auf maximal 100 m spezifiziert, wohingegen mehr als vier km zu überbrücken sind. Darüber hinaus ist die Einbindung einer dritten Partei – beispielsweise eines Mobilfunkbetreibers – in der Übertragungskette zu vermeiden. Und schließlich muss das benötigte Kabel von jedem Elektriker ohne Spezialkenntnisse verlegbar und anschließbar sein.

Problemlos verlegbare Kupferleitung

Vor diesem Hintergrund haben sich Dieng und sein Kunde gegen eine Glasfaser-Leitung entschieden. Denn im Vergleich zu einer Kupferleitung erweist sich Glasfaser als teuer. Außerdem sind zur Installation der Kabel spezielle Werkzeuge notwendig. Ferner hatten die Mitarbeiter, die das Kabel verlegen sollten, wenig Erfahrung mit dem Medium. Wird die Glasfaser-Leitung später aus Versehen beschädigt, muss der Landwirt für die Reparatur einen Spezialisten anfordern. Nicht zu vergessen, dass die Konverter, die zur Umwandlung von Ethernet auf Glasfaser erforderlich sind, je nach verwendeter Glasfaser kostspielig sein können.

Diese Gründe führten dazu, dass sich die Verantwortlichen letztendlich für eine preiswertere Kupferleitung in Verbindung mit dem Ethernet-Extender PSI-Modem-SHDSL/ETH von Phoenix Contact ausgesprochen haben.

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