Welchen Mehrwert Automatisierungslösungen schaffen, hängt oft vom großen Durchbruch im Kleinen ab. Ein Beispiel sind Fahrzeuge, Maschinen und Roboter, die autonom agieren sollen. Sie müssen häufig räumlich „sehen“ können. Die Produktstudie eines neuen 3D-Sensors zeigt, wie bestehende Grenzen überwunden und so ganz neue Anwendungen möglich werden.
Blick ins Innere: Die Produktstudie R3000 von Pepperl+Fuchs kombiniert die Pulse Ranging Technology (PRT) mit einem mikroelektromechanisch bewegten Spiegel. Damit wird eine hochgradig robuste Lösung erreicht.
(Bild: Pepperl+ Fuchs)
Die Echtzeit-Erfassung von Objekten und Umgebungen in drei Dimensionen gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben der Sensorik und Automatisierungstechnik. Stereokameras können menschliches Sehen simulieren, sie sind aber auf eine ausreichende und möglichst schattenfreie Ausleuchtung des Sichtfeldes angewiesen. Rotierende LiDAR-Sensoren sind mit ihrem bewegten Strahl von den Lichtverhältnissen zwar unabhängig, benötigen aber eine ebenso aufwendige wie empfindliche Mechanik und sind daher relativ teuer.
Warum eine umfassende 3D-Bildgebung so wichtig ist
Pepperl+Fuchs hat mit der Produktstudie R3000 die Tür zum umfassenden Einsatz einer hochauflösenden 3D-Detektion aufgestoßen.
(Bild: Pepperl+Fuchs)
Eine alltagstaugliche und kostengünstige Technologie für diese Aufgabe hätte nicht nur das Potenzial, bereits implementierte 3D-Sensoren in der Fabrikautomation zu optimieren, sondern könnte auch ganz neue Einsatzfelder erschließen: von Smart-City-Prozessen über Bau- und Service-Robotik bis zum fahrerlosen Personentransport. Pepperl+Fuchs hat mit der Produktstudie R3000 die Tür zum umfassenden Einsatz einer hochauflösenden 3D-Detektion aufgestoßen. Die Produktstudie kombiniert die Pulse Ranging Technology (PRT) mit einem mikroelektromechanisch bewegten Spiegel. Damit wird eine hochgradig robuste Lösung erreicht.
Auf einen Blick: Automatisierung „made by“ Pepperl+Fuchs
Pepperl+Fuchs ist bekannt als Pionier und Innovator im elektrischen Explosionsschutz und der Sensorik. Das Hauptaugenmerk des Unternehmens liegt darauf, die individuellen Bedürfnisse der Kunden und Anwender zu bedienen. Das tiefe Wissen und Verständnis für die Prozesse der Kunden, die Pepperl+Fuchs über sieben Jahrzehnte angesammelt hat, bildet dafür die Basis. Ganz gleich, ob Fabrik- oder Prozessautomation, das Unternehmen bietet Lösungen, die den Anforderungen der jeweiligen Applikation entsprechen. Dazu steht ein breites Produktspektrum an industriellen Sensoren und Prozess-Interfaces zur Verfügung – angefangen bei Standardkomponenten bis hin zur Planung und Konstruktion komplexer Applikationslösungen.
Wie PRT-Sensoren ihre Vorteile ausspielen
Die Pulse Ranging Technology (PRT) ist ein von Pepperl+Fuchs perfektioniertes Licht-Laufzeitverfahren. Es ermittelt die Entfernung aus der Zeitspanne, in der ein Lichtpuls von seinem Zielpunkt reflektiert wird. PRT-Geräte senden sehr kurze und starke Pulse aus. Damit erreichen sie eine große Reichweite, eine hohe Geschwindigkeit und Genauigkeit des Signals sowie einen sehr großen Signal-Rauschabstand. Eine flächige Ausleuchtung des Erfassungsbereichs ist nicht nötig. Die reflektierten Lichtpulse werden auch bei sehr ungünstigen Verhältnissen von störenden Einflüssen wie Spiegelungen oder Streulicht eindeutig unterschieden. PRT-Sensoren von Pepperl+Fuchs, zum Beispiel aus der Baureihe R2000, gelten in der Welt der fahrerlosen Transportsysteme als Benchmark für Navigationsanwendungen mit optischen Sensoren.
Welche Rolle der mikroelektromechanisch bewegte Spiegel spielt
Der MEMS-Spiegelchip wurde vom Fraunhofer Institut für Siliziumtechnologie entwickelt.
(Bild: Pepperl+Fuchs)
In der Produktstudie R3000 werden die starken infraroten PRT-Laserpulse von einem kleinen beweglichen Spiegel über das gesamte Sichtfeld gelenkt. Der Spiegel ist Teil eines vom Fraunhofer Institut für Siliziumtechnologie entwickelten Micro-Electro-Mechanical System (MEMS), das Logikelemente und mikromechanische Strukturen in einem Chip vereint. Der Spiegel wird von piezoelektrischen Elementen auf zwei Achsen so bewegt, dass ein Field-of-View von 40° x 30° entsteht. Dabei verteilt er pro Sekunde über 250.000 Laserpulse auf das Sichtfeld. Das Gerät kann so Entfernungen zwischen wenigen Zentimetern und zehn Metern bei sehr hoher Winkelauflösung auf den Millimeter genau messen. Anders als bei Chip-basierten 3D-Sensoren entsteht bei der Erfassung des Messfelds kein Pixelraster. Stattdessen erreicht der R3000 mit einem besonders kleinen Lichtfleck eine lückenlose Abtastung des Messfeldes und erzeugt eine ultra-hochauflösende 3D-Punktewolke mit außerordentlicher Detailgenauigkeit.
Wie neben der Punktewolke ein Intensitätsbild zustandekommt
Schematische Darstellung der 3D-Erfassung: Der R3000 erreicht mit einem besonders kleinen Lichtfleck eine lückenlose Abtastung des Messfeldes und erzeugt eine ultra-hochauflösende 3D-Punktewolke mit außerordentlicher Detailgenauigkeit.
(Bild: Pepperl+Fuchs)
Der Laserpuls wird von Oberflächen mit unterschiedlichen Farben und Strukturen unterschiedlich stark reflektiert. Diese Varianz nutzt der Sensor, um neben der Punktewolke ein Intensitätsbild zu erzeugen. Es ähnelt einem Grauwertbild und hilft bei der intuitiven Bedienung des Geräts. Außerdem kann man einen sichtbaren Laserprojektor zuschalten, um Messpunkte anzuzeigen, den Flächenrahmen zu projizieren oder mit anderweitig mit dem Nutzer zu interagieren.
Mit diesen Hilfsmitteln lässt sich die Szene visualisieren und das Gerät bei der Inbetriebnahme ohne weitere Hilfsmittel exakt ausrichten; sie ermöglichen eine sehr einfache und intuitive Programmierung und Bedienung. Die Auslenkung des Spiegels lässt sich im Betrieb konfigurieren. Aus der Verkleinerung seiner Auslenkwinkel entsteht de facto eine Zoom-Funktion: Die bereits hohe Auflösung wird noch weiter gesteigert. Anders als bei einer 3D-Kamera ergibt sich so die Möglichkeit, das Sichtfeld optimal an die Anwendung anzupassen. Die umfangreiche Datengrundlage steht darüber hinaus für granulare Auswertungen mit den Mitteln der künstlichen Intelligenz (KI) zur Verfügung.
Kurz und knapp: die Funktionen des R3000
Kombination zweier Hochleistungstechnologien ermöglicht kompakte und kosteneffiziente Geräte für robuste 3D-Messung
Pulse Ranging Technology (PRT) für zuverlässige, präzise und skalierbare Entfernungsmessung
MEMS-Spiegel für lückenlose Abtastung und ultra-hochauflösende 3D-Punktewolken
Detaillierte Erfassung komplexer, dynamischer Szenen in Echtzeit
Unbeschränkte Anwendung vom fahrerlosen Transportsystem bis zum Serviceroboter
Welche Anwendungen mit dem PRT-Sensor möglich werden
Der R3000 liefert präzise 3D-Bilder von unbekannten Umgebungen auf Grundlage einer intrinsisch robusten und kostengünstigen Technologie, die sich in einem kompakten Gerät unterbringen lässt. Der Sensor schafft somit die Grundlage für bisher nicht praktikable Anwendungen, etwa für die nächste Generation des autonomen Fahrens, von fahrerlosen Transportsystemen in der Industrie bis zur automatisierten Beförderung von Patienten.
Gerade für Anwendungen in der Alten- und Krankenpflege sind hochpräzise Echtzeitbilder entscheidend, damit autonom arbeitende Roboter in der Nähe von Menschen eingesetzt werden können. Eine leistungsstarke 3D-Sensorik kann außerdem dazu beitragen, dass ältere Menschen länger in den eigenen vier Wänden bleiben können, indem sie Unfälle oder kritische Situationen anhand von abweichenden Signalmustern erkennt. Nach demselben Prinzip lässt sich die Technologie auch für Überwachungsaufgaben in der Industrie, im Sicherheitsbereich oder im automatisierten Supermarkt einsetzen. In der Logistik- und Fabrikautomation ist der Sensor für zahllose Aufgaben geeignet, wie zum Beispiel Volumenüberwachung, Leerbehälterkontrolle, Konturabbildung oder Robotersteuerung. Mit seiner Vielseitigkeit hat der LiDAR-Sensor R3000 das Potenzial, zu einer Schlüsselkomponente von IIoT, Industrie 4.0 und einer All-Electric-Society zu werden.
(ID:49618480)
Stand: 08.12.2025
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