Batteriespeicher Neuer Simulator zeigt Einfluss von Batteriespeichern auf Strompreise

Quelle: Fraunhofer ISE 2 min Lesedauer

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Das Fraunhofer ISE hat auf Energy-Charts einen Preissimulator veröffentlicht. Anhand echter Marktdaten der Strombörse zeigt das Tool im 15-Minuten-Takt, wie fiktive Batterieflotten den Strompreis beeinflussen.

Batteriegroßspeicher, wie hier im rheinland-pfälzischen Föhren, spielen eine wichtige Rolle für die Stabilität des Stromsystems.(Bild:  Schoenergie)
Batteriegroßspeicher, wie hier im rheinland-pfälzischen Föhren, spielen eine wichtige Rolle für die Stabilität des Stromsystems.
(Bild: Schoenergie)

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE bietet auf seiner Datenplattform Energy-Charts.info ein neues Werkzeug an, das die Markt- und Netzauswirkungen von Energiespeichern quantifiziert. Der Simulator nutzt die realen Kauf- und Verkaufskurven der täglichen Day-Ahead-Auktion der europäischen Strombörse Epex Spot und fügt diesen eine frei konfigurierbare Batterieflotte hinzu.

Anwender können die Batterieleistung zwischen 0 und 20 Gigawatt (GW) sowie die Speicherdauer zwischen zwei und sechs Stunden definieren. Die Software simuliert anschließend die Lade- und Entladevorgänge der Speicher unter der Prämisse der Gewinnmaximierung. Dabei kalkuliert der Algorithmus mit einem realistischen Systemwirkungsgrad von 86 Prozent und integriert die spezifischen Alterungskosten. Das Tool berechnet in Viertelstundenauflösung, wie die Speicher die Angebotskurven verschieben und somit den Strompreis verändern. Auch komplexe Marktdynamiken wie mehrstündige Blockgebote unflexibler Kraftwerke und die grenzüberschreitende Strommarktkopplung lassen sich in die Simulation einbeziehen.

So sieht der Preissimulator aus

Was passiert mit dem Strompreis, wenn deutlich mehr Batteriespeicher am Markt handeln würden? Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hat auf seiner Plattform Energy-Charts.info einen Preissimulator veröffentlicht, der diese Frage mit echten Marktdaten beantwortet. 
 

Der Preissimulator zeigt die Wirkung von Batteriespeichern auf den Strompreis und die Markt-werte für Solar- und Windstrom auf.
(Bild: Fraunhofer ISE/energy-charts.info)

Deutliche Glättung der Preisspitzen

Eine Auswertung der Marktdaten aus dem Jahr 2025 demonstriert das Potenzial der Speichertechnologie. Im Szenario mit Blockgeboten und ohne internationalen Stromhandel führt der fiktive Einsatz von 20 GW Batterieleistung bei zwei Stunden Speicherdauer zu einer Reduktion des mittleren täglichen Preisunterschieds um 60 Prozent – von 130 auf 53 Euro pro Megawattstunde (MWh).

Extreme Preisausschläge im Netz werden durch das Einspeichern bei Überschuss und Ausspeichern bei Mangel signifikant gedämpft: Die Anzahl der Stunden mit negativen Strompreisen sank in der Modellierung von 575 auf 271, während Stunden mit Preisen über 200 Euro/MWh von 169 auf 20 zurückgingen. Gleichzeitig stieg der Marktwert von Solarstrom um 35 Prozent auf rund 61 Euro/MWh.

Netzbetreiber, Anlagenplaner und Projektentwickler erhalten ein datenbasiertes Instrument, um die Marktwirkung der Speichertechnologie besser einzuschätzen.

Instrument für strategische Planung

Ziel des Fraunhofer ISE ist es, die Branchendebatte über den Netznutzen von Speichern zu objektivieren. Netzbetreiber, Anlagenplaner und Projektentwickler erhalten so ein datenbasiertes Instrument, um die Marktwirkung der Technologie besser einzuschätzen. Leonhard Gandhi, Projektleiter für die Energy-Charts, betont jedoch eine systemische Grenze: Da Speicher den Strompreis zwar glätten, selbst aber keinen Strom erzeugen, müsse man Speicher und gesicherte Kraftwerksleistung stets zusammen denken.

Die Simulation liefert eine reine „Was-wäre-wenn“-Rechnung für den Day-Ahead-Markt. Zusätzliche Netz- und Systemdienstleistungen von Speichern, wie Intraday-Handel oder Regelenergiebereitstellung, sind im aktuellen Modell nicht abgebildet. Finanziell unterstützt wurde die Entwicklung von einem Konsortium aus Unternehmen der erneuerbaren Energiewirtschaft.

praxisnah und technisch fundiert

Perspektiven für zukunftsfähige Energieversorgung von Produktionsbetrieben

Industrial Energy Summit
(Bild: VCG)

Strompreise, KI-Rechenzentren, Netzengpässe: Energie entscheidet über die Zukunft der Industrie und den Produktionsstandort Deutschland. Doch wie sieht eine wettbewerbsfähige Energieversorgung für Fertigungsbetriebe konkret aus? Der INDUSTRIAL ENERGY SUMMIT vernetzt Entscheider, Ingenieure und industrielle Anwender und liefert Antworten: von der Energiebeschaffung über Eigenstromversorgung und Speicherkonzepte bis hin zu Effizienzstrategien in der Energienutzung.

 

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