Commercial Virtual Twin
Vom Engineering zum Commercial Virtual Twin

Von Matthias Szeszat, 3DExcite Director, Strategy bei Dassault Systèmes 8 min Lesedauer

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In der modernen Industrie haben sich virtuelle Zwillinge als unverzichtbare Werkzeuge etabliert. Ein relativ neues Konzept ist der Commercial Virtual Twin, der speziell für Marketing-, Vertriebs- und After-Sales-Zwecke konzipiert ist. Dieser Beitrag beleuchtet die Einsatzmöglichkeiten über alle Phasen des Produktlebenszyklus hinweg sowie die damit verbundenen Vorteile für Unternehmen.

Mit dem Commercial Virtual Twin können alle wichtigen Produkteigenschaften bis ins kleinste Detail simuliert werden.(Bild:  Dassault Systèmes)
Mit dem Commercial Virtual Twin können alle wichtigen Produkteigenschaften bis ins kleinste Detail simuliert werden.
(Bild: Dassault Systèmes)

Der Commercial Virtual Twin ist speziell für die Bedarfe der Markteinführung eines Produktes konzipiert und wendet sich direkt an die Phasen nach der Entwicklung innerhalb der Wertschöpfungskette. Er ist deswegen aber nicht von vorgelagerten Prozessen abgeschnitten, sondern fungiert vielmehr als Bindeglied zwischen der Entwicklung eines Produktes und dessen Einsatz beim Endkunden.

Den mit Daten angereicherten virtuellen Zwilling verschlanken

Im Idealfall wird der Commercial Virtual Twin direkt aus dem Engineering Twin erstellt. Als Basis dienen Produktinformationen aus dem Entwicklungsprozess, wie beispielsweise CAD- und Geometriedaten, die durch Informationen wie Oberflächenbeschaffenheit/ Materialität oder Farbe mit marktspezifischen Produktkonfigurationen, Regeln und Metadaten ergänzt werden. Allerdings weist der Engineering Twin eine hohe und komplexe Datendichte auf, um Simulationen und Tests durchzuführen. Dies erfordert einiges an Rechenleistung. Um den Engineering Twin hingegen direkt für Produkterlebnisse in Marketing, Vertrieb und After-Sales nutzbar zu machen, ist es erforderlich, den mit Daten angereicherten virtuellen Zwilling zu verschlanken. Hierfür werden für die Kommerzialisierung überflüssige und teils hochsensible Informationen aus der Produktentstehung entfernt. Mit diesem „leichtgewichtigen“ Twin können Produkterlebnisse erstellt werden, die sich u. a. für Webseiten und die Nutzung auf mobilen Endgeräten eignen.