Siemens Smart Grid Österreich lässt Bahnstromnetz mit öffentlichem Versorgungsnetz verbinden
Um die Effizienz ihres Bahnstromversorgungsnetzes zu erhöhen, haben die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) Siemens Smart Grid beauftragt, beim Wasserkraftwerk Uttendorf im Stubachtal (Pinzgau) einen Multilevel-Direktumrichter Sitras SFC plus als Netzkupplung zu errichten. Auftraggeber ist die ÖBB-Infrastruktur in Wien.
Anbieter zum Thema

Der Auftragswert beträgt rund acht Mio. Euro und umfasst die Lieferung, Installation und Inbetriebnahme des Umrichters mit einer Leistung von 48 Megawatt (MW), der Stromrichtertransformatoren sowie der Hilfsbetriebe. Über diese Netzkupplung wird das 16,7-Hz-Netz der ÖBB zusätzlich zu den bereits bestehenden sechs Netzkupplungen an das öffentliche 380-kV-Stromverbundnetz des österreichischen Energieversorgers Austrian Power Grid angebunden. Der Umrichter wird auf dem Gelände des bestehenden Wasserkraftwerkes Uttendorf im Stubachtal errichtet und soll im Herbst 2014 in Betrieb gehen.
Darüber hinaus wird das von den ÖBB für 2017/2018 im Stubachtal geplante Pumpspeicherkraftwerk Tauernmoos mit einer Nennleistung von rund 130 MW (50 Hz) nicht nur in das öffentliche Stromversorgungsnetz eingebunden, sondern auch über den Siemens-Umrichter direkt in das 16,7-Hz-Bahnstromversorgungsnetz der ÖBB. Der Umrichter funktioniert in beide Richtungen: Er kann sowohl Strom mit einer Frequenz von 16,7 Hz auf 50 Hz umrichten als auch 50-Hz-Strom auf eine Frequenz von 16,7 Hz, damit die Züge auf dem österreichischen Schienennetz mit dem Strom aus dem neuen Wasserkraftwerk versorgt werden können.
„Wir haben die passenden Lösungen als Antwort auf die Anforderungen an moderne Bahnstromversorgungsnetze. Unsere Multilevel-Direktumrichter sind das beste Beispiel dafür“, sagte Mirko Düsel, CEO der Business Unit Rail Electrification in der Siemens-Division Smart Grid. „Mit diesem Frequenzumrichter können wir Übertragungsverluste minimieren und unsere Bahnstromerzeugungsanlagen noch effizienter für den Betrieb im österreichischen Bahnnetz einsetzen“, sagte Christian Wild, Leiter Projektmanagement des Geschäftsbereiches Energie der ÖBB-Infrastruktur. Das Besondere an den Umrichtern Sitras SFC plus ist ihre Multilevel-Stromrichtertechnik: Sie funktioniert mit einem modularen Aufbau mehrerer in Reihe geschalteter Leistungstransistorbauelementen (IGBT) und Kondensatoren, die die gewünschte Spannung aus kleinen Stufen zusammensetzen. Dadurch verringern sich, verglichen mit bisherigen Systemen, die Schaltfrequenzen und folglich der Leistungsverlust um rund zehn Prozent.
(ID:39461680)