PV-Produktion

Photovoltaik-Industrie setzt auf den Roboter als „Kostenkiller“

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Kuka erweitert Angebotspalette um PV-Spezialsägen

Das wiederum macht die Waferherstellung für Hersteller von Industrierobotern interessant. So hat Roboterspezialist Kuka entsprechendes Know-how von dem tschechischen Maschinenbauer Themis übernommen. Der Augsburger Anlagenbauer erweitert damit sein Produktportfolio für die Photovoltaik um verschiedene Spezialsägen.

Kuka will künftig komplett schlüsselfertige, hoch automatisierte Waferlinien liefern. Bislang hat sich die Firma auf die Modulproduktion konzentriert und Lösungen für Glashandling, Verlöten der Strings beziehungsweise Querverlöten, Auflegen der Strings auf Folie und Glas, Rahmen von Modulen sowie die anschließenden Qualitätstests angeboten. „Wir können Modullinien mit bis zu 100 Prozent Automatisierungsgrad liefern. Das kann sonst keiner“, sagt Albert Vontz, Produktgruppenleiter Solartechnologien bei Kuka.

Dennoch müssen die Augsburger mit starker Konkurrenz rechnen. Reis Robotics ist etwa mit Knickarm- und Linearrobotern für die Modulfertigung am Markt erfolgreich. Erfahrung sammelte die Firma als Zulieferer von Linien zur Autoherstellung, etwa im Bereich Autoglas.

So präsentierte Reis zur Glasstec 2008, der Weltleitmesse der Glasbranche, zu der Unternehmen auch solare Anwendungen vorstellen, ein umfangreiches Produktportfolio. Ein starker Player nicht nur bei Automatisierungstechnik für die Photovoltaikindustrie ist Manz Automation. Das Unternehmen, das eng mit Maschinenbauer Roth & Rau kooperiert, liefert seinen Kunden Systeme und Komponenten in den Bereichen Automatisierung, Qualitätssicherung und Laserprozesstechnik.

Solarpeq 2010 erwartet mehr als 1200 Aussteller

Ihre produktionstechnischen Lösungen werden die Zulieferer vom 28. September bis 1. Oktober 2010 zur Solarpeq – Fachmesse für solare Produktionstechnik in Düsseldorf präsentieren. Parallel findet mit der Glasstec die Weltleitmesse der Glasbranche statt, bei der mehr als 1200 Unternehmen unter anderem Ihre Lösungen aus den Bereichen Veredelungs-, Laminier- oder Automatisierungstechnik zeigen werden.

Vernachlässigte Modulfertigung

Der Markt wird weiter in Bewegung bleiben, meint ABB-Segmentleiter Busch: „Bis Mitte 2008 ist die Solarbranche extrem gewachsen.“ Die Unternehmen setzten alles daran, zügig Kapazitäten aufzubauen und ihre Produktion ins Laufen zu bringen. Dafür nahmen sie Einschränkungen in Kauf. „In der Zellfertigung wurde bereits ein gewisser Automatisierungsgrad erreicht“, sagt Busch. „Für die Modulherstellung hingegen gilt das nicht überall“.

Bei der Produktion von Dünnschicht-Solarmodulen sei die Automatisierung im sogenannten Frontend, also bei der Erzeugung und Strukturierung der einzelnen Schichten, ebenfalls „fortgeschritten“. Bei der Weiterverarbeitung der beschichteten Glasplatten hingegen, beginnend mit dem Laminieren, sieht Busch noch erhebliche Reserven. „Bei der Zellfertigung war von Anfang an das Kostenbewusstsein ziemlich ausgeprägt“, so der ABB-Manager.

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