Speichertechnik Power-to-Mehl
Die Menge an Strom aus erneuerbaren Energiequellen unterliegt ständigen Schwankungen. Die Vogtmühlen Illertissen, die Dena und das bayerische Wirtschaftsministerium starten zusammen ein Pilotprojekt für flexible Stromnachfrage.
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Unter dem Prinzip Power-to-Gas oder Power-to-Heat können sich viele etwas vorstellen. Was mit Power-to-Mehl gemeint ist, wird nicht jedem gleich auf Anhieb klar sein. Grundsätzlich funktioniert das Konzept genauso wie die anderen beiden, nur, dass das Speichermedium hier Mehl ist. Erneuerbare Energien wie Windkraft und Photovoltaikanlagen sind wetterabhängig und sorgen für ein ungleichmäßiges Stromvolumen in Netz. Wenn dort mehr Strom vorhanden ist, als aktuell gebraucht wird, bieten sich Speicherlösungen an, um das Netz stabil zu halten. Die Getreideverarbeitung eignet sich für das sogenannte Demand Side Management besonders, erläutern die Dena-Experten. Die Mühlen können mehre Stunden still stehen und die Produktion lässt sich relativ schnell wieder aufnehmen, ohne dass die Anlagen oder das Produkt darunter leiden.
30 Silozellen fangen kurzfristige Spitzen ab
Ungefähr 55.000 t Mehl produzieren die Vogtmühlen Illertissen im Jahr. Dafür braucht das Unternehmen laut Eigenaussage jährlich etwa 4,5 GWh Strom. Zu stromreichen Zeiten fahren die Müller die Mehlproduktion hoch und können so den überschüssigen Strom indirekt speichern, erklärt die Dena. Die 30 Silozellen der Allgäuer fassen bis zu 2000 t Tonnen Mehl und glätten so kurzfristige Wogen im Stromnetz. Analytiker bei der Dena untersuchen gerade das technische Potential für Lastverschiebungen in den Vogtmühlen. Danach wollen sie die wirtschaftliche Vermarktbarkeit in den Blick nehmen. Mit Hilfe der Vogtmühlen und anderen Beispielen will die Dena Unternehmen zeigen, wie sie ihren Stromverbrauch felxibilisieren können.
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