Engineering

Produktions- und Verpackungsanlagen mit System konfigurieren

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Von zwei Wochen auf wenige Tage

Auch die Zeitvorteile sind enorm. Uwe Koschorrek: „Wir sparen zum Beispiel bei einer Pflastermaschine 150 bis 250 Konstruktionsstunden.“ Zugleich verbessert sich die Qualität, weil die Konstrukteure stets auf geprüfte Programmierbausteine zurückgreifen können, die quasi auf Knopfdruck zur Verfügung stehen. Auch bei der Inbetriebnahme spart man Zeit. „Bei der elektrischen Grundinbetriebnahme konnten wir den Zeitaufwand im Schnitt von zwei Wochen auf wenige Tage reduzieren“, bilanziert Uwe Koschorrek seine gemachten Erfahrungen.

Aufgrund dieser ersten, sehr positiven Erfahrungen war die Entscheidung schnell gefallen, das nächste große Potenzial zu erschließen: die sehr aufwändige Erstellung der im Bereich der Medizintechnik durch GAMP geforderten, mehrere hundert Seiten umfassenden maschinenspezifischen Dokumente für die Qualifizierung, für die Designspezifikation sowie für die Softwaredokumentation.

Dokumentationen lasssen sich schnell generieren

Die auf Basis von Word erstellten Dokumente wurden analog zur Vorgehensweise in der Softwareentwicklung modularisiert und in den Baukasten überführt. Sie werden heute automatisch und damit immer konsistent zur Steuerungssoftware aus dem EEC generiert. Dieser sehr strukturierte und reproduzierbare Prozess ist ein nicht zu unterschätzender Wettbewerbsvorteil in der heutigen Kundenkommunikation von Harro Höfliger. Angesichts dieser in den ersten beiden Stufen erreichten Effekte überrascht es nicht, dass Harro Höfliger die Möglichkeiten des EEC noch umfassender nutzen wollte. Dies galt sowohl für die Breite des Einsatzes im Unternehmen, d. h. die Nutzung des Baukastens für weitere Technologiebereiche, als auch für weitere Disziplinen.

So hat das Unternehmen im dritten Schritt die Elektrokonstruktion mit Eplan Electric P8 in das EEC eingebunden. Lösungsanbieter Eplan hat Harro Höfliger hier sowohl im Bereich der Modularisierung der Schaltpläne als auch in der Konfiguration unterstützt.

Die Schaltpläne zum Teil automatisch generieren

Harro Höfliger schafft es heute bei seinen Kartoniermaschinen und Pflastermaschinen, die Elektroschaltpläne, den Steuerungscode und die Dokumentation zu einem hohen Prozentsatz automatisch zu generieren.

Volker Scheub: „Man benötigt für den Anfang einen Vordenker für die Strukturierung. Mit dieser Voraussetzung kann man einen Baukasten mit Funktionseinheiten entwickeln, der ganz erhebliche Produktivitätsreserven hebt, den Faktor Time-to-Market verbessert und zugleich die Qualität optimiert. Diese interne, kontinuierliche Verbesserung im Engineering möchte heute keiner meiner Mitarbeiter mehr missen. Logisch ist daher, dass wir bereits den nächsten Schritt, die Erstellung der Mensch-Maschine-Schnittstelle für unser Visualisierungssystem Zenon von Copa-Data, planen.“

Nachhaltige Effekte

Große Potenziale liegen in der Konfiguration von Grafik und Daten.Und: Die Erfahrungen zeigen ganz deutlich: Engineeringprozesse für komplexe Sondermaschinen werden nicht in einem Zug optimiert. Nachhaltige Effekte entstehen vielmehr durch eine konsequente, schrittweise Optimierung unter intensiver Einbeziehung aller beteiligten Hersteller wie Harro Höfliger, die im Übrigen einen Exportanteil von nahezu 80 Prozent haben, reagieren mit der Strategie, einen möglichst hohen Maschinenumfang mit bereits entwickelten, variablen Funktionsmodulen zu realisieren, um Kalkulationssicherheit, kurze Lieferzeit und Qualität in den Griff zu bekommen.

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